Eine Banane leuchtet neben der Tür
Spannender Dialog zur Ausstellungseröffnung: Galeristin Anita Engert und Künstler Thomas Baumgärtel alias „Der Bananensprayer”. Foto: P. Nowicki
Graffiti als Gütezeichen? Thomas Baumgärtel zumindest ist es gelungen, die oft verpönte Technik in Galerien salonfähig zu machen. Eng verbunden mit der Banane, seinem Kennzeichen und der Frucht, die ihm schließlich die Bezeichnung „Der Bananensprayer” einbrachte.
Inzwischen hört der Wahl-Kölner mit Wurzeln im Ruhrgebiet diese Bezeichnung gar nicht mehr gerne, sieht er sich doch auf eine Ausdrucksform reduziert, quasi eingegrenzt. Und das mag ein künstlerischer Freigeist, der am Anfang seiner Karriere oft provoziert und auch die Grenze der Legalität manchmal überschritten hat, nun einmal nicht. Immerhin gesteht er ein, die Banane immer wieder einzusetzen.
Aber eben auch mehr als das, wie man seit Sonntag in der Galerie Art Engert bestaunen kann. Dort zeigt der Künstler Baumgärtel Stilleben in Anlehnung an Alte Meister. Klassisch, aber eben nicht angestaubt. Alte Leinwände werden mit zahlreichen Bananenstilen so besprüht, das sie eine andere Frucht ergeben. Darum lautet der Titel der Ausstellung auch vielsagend einfach „Früchtchen”.
„Nach wie vor bewegt sich der Künstler munter und motiviert im Niemandsland zwischen Sachbeschädigung und Wertschöpfung”, spielt Galeristin Anita Engert bei der Vernissage am Sonntagnachmittag mit einem Augenzwinkern auf die Aktion am Kölner Dom an, als Baumgärtel im Frühjahr eine Friedenstaube mit Kreide auf die Mauer sprühte und von der Polizei abgeführt wurde.
Bei der Ausstellung in der Galerie Art Engert geht natürlich alles den offiziellen Weg. Die Technik haben Kunstkritiker einmal als Bananenpointilismus bezeichnet. „Ich sehe die von ihm eingesetzte Pochoir-Technik als zeitadäquate Weiterentwicklung der Maltechnik mit Pinsel und Farbe”, urteilte Anita Engert. Die Früchtestillleben seien nie langweilig, sie würden vor Lebendigkeit sprühen, so die Galeristin.
Thomas Baumgärtel kommentiert die einführenden Worte immer wieder mit einem Schmunzeln. Natürlich sei nicht alles Banane, wie die Zeitungen gerne titeln, betonte er. Aber am Ende sprühte er doch eine Banane neben die Eingangspforte. Vielleicht, weil ihn Anita Engert ausdrücklich lobte: „Je länger man sich mit ihrer Vita beschäftigt, desto mehr bewundert man ihr kompromissloses Eintreten für die Kunst in allen ihren Äußerungen.”
Thomas Baumgärtel zeigt bis zum 30. September die Arbeiten zum Thema „Früchtchen” in Anlehnung an Stillleben alter Meister.
Die Öffnungszeiten der Galerie Art Engert, Wilhelmstraße 73 g: Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 13 bis 19 Uhr, Samstag nach Vereinbarung.
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Inzwischen hört der Wahl-Kölner mit Wurzeln im Ruhrgebiet diese Bezeichnung gar nicht mehr gerne, sieht er sich doch auf eine Ausdrucksform reduziert, quasi eingegrenzt. Und das mag ein künstlerischer Freigeist, der am Anfang seiner Karriere oft provoziert und auch die Grenze der Legalität manchmal überschritten hat, nun einmal nicht. Immerhin gesteht er ein, die Banane immer wieder einzusetzen.
Aber eben auch mehr als das, wie man seit Sonntag in der Galerie Art Engert bestaunen kann. Dort zeigt der Künstler Baumgärtel Stilleben in Anlehnung an Alte Meister. Klassisch, aber eben nicht angestaubt. Alte Leinwände werden mit zahlreichen Bananenstilen so besprüht, das sie eine andere Frucht ergeben. Darum lautet der Titel der Ausstellung auch vielsagend einfach „Früchtchen”.
„Nach wie vor bewegt sich der Künstler munter und motiviert im Niemandsland zwischen Sachbeschädigung und Wertschöpfung”, spielt Galeristin Anita Engert bei der Vernissage am Sonntagnachmittag mit einem Augenzwinkern auf die Aktion am Kölner Dom an, als Baumgärtel im Frühjahr eine Friedenstaube mit Kreide auf die Mauer sprühte und von der Polizei abgeführt wurde.
Bei der Ausstellung in der Galerie Art Engert geht natürlich alles den offiziellen Weg. Die Technik haben Kunstkritiker einmal als Bananenpointilismus bezeichnet. „Ich sehe die von ihm eingesetzte Pochoir-Technik als zeitadäquate Weiterentwicklung der Maltechnik mit Pinsel und Farbe”, urteilte Anita Engert. Die Früchtestillleben seien nie langweilig, sie würden vor Lebendigkeit sprühen, so die Galeristin.
Thomas Baumgärtel kommentiert die einführenden Worte immer wieder mit einem Schmunzeln. Natürlich sei nicht alles Banane, wie die Zeitungen gerne titeln, betonte er. Aber am Ende sprühte er doch eine Banane neben die Eingangspforte. Vielleicht, weil ihn Anita Engert ausdrücklich lobte: „Je länger man sich mit ihrer Vita beschäftigt, desto mehr bewundert man ihr kompromissloses Eintreten für die Kunst in allen ihren Äußerungen.”
Thomas Baumgärtel zeigt bis zum 30. September die Arbeiten zum Thema „Früchtchen” in Anlehnung an Stillleben alter Meister.
Die Öffnungszeiten der Galerie Art Engert, Wilhelmstraße 73 g: Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 13 bis 19 Uhr, Samstag nach Vereinbarung.





