Einbrecher hinterlässt genetischen Fingerabdruck

Von: hp
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Düren/Jülich/Eschweiler. Die Erinnerungslücken des Angeklagten waren so groß, dass er sich teilweise an gar nichts erinnern konnte. Dies wiederum war auch nicht weiter verwunderlich, bezeichnete eine psychiatrische Gutachterin den 35-jährigen Dürener als starken Alkoholiker.

Er war angeklagt, in den Jahren 2008 und 2009 fünf Einbrüche in Eschweiler und Jülich begangen zu haben.

Zum Verhängnis wurden dem Vater zweier Kinder seine DNA-Spuren, also der unverwechselbare genetische Fingerabdruck. Da diese Spuren an allen fünf Tatorten sichergestellt worden waren, schloss sich im Sommer vergangenen Jahres für die Ermittler die Beweiskette. Vor allem war bei den Einbrüchen in drei Gaststätten und einem Sportgeschäft sowie dem Aufbruch eines Autos erheblicher Sachschaden entstanden.

Viele Fragen blieben dennoch ungeklärt, denn bei dem Einbruch in das Sportgeschäft verschwand Ware im Gesamtwert von rund 7500 Euro. Aus einer Gaststätte wurden beispielsweise 15 Schnitzel und Bargeld gestohlen. Da der Angeklagte schwere Aussetzer in seinem Erinnerungsvermögen hatte, blieb der genaue Tatverlauf ebenso ungeklärt wie die Frage, ob es damals Mittäter gegeben hat.

Nachdem eine medizinische Sachverständige ihr Gutachten vorgelegt hatte, ging das Gericht von verminderter Schuldfähigkeit aus. Unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Aachen von 2011 verurteilte das Dürener Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Stephan Ebeling den 35-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Der Haftbefehl, der zur Untersuchungshaft geführt hatte, blieb aufrecht erhalten, denn von Bewährung konnte keine Rede sein.

Auch diesbezüglich hatte das Wort der Sachverständigen einiges Gewicht. Sie prognostizierte, dass der Mann im Fall einer Bewährungsstrafe mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit” wieder dem Alkohol verfallen und erneut Erinnerungslücken haben könnte.
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