Einblicke in Bibers Seelenleben

Von: na
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Biber Herrmann bot am Freitag
Biber Herrmann bot am Freitag den Zuschauern im Talbahnhof einen hochklassigen und authentischen Konzertabend. Foto: Nils Aßmus

Eschweiler. Mit sechs Jahren brachte ihm seine Mutter das Klavierspielen bei. Im Alter von elf Jahren fing er an, dem Zeitgeist entsprechend, die Gitarre zu spielen. Von diesem Zeitpunkt an wuchs der Wunsch in Biber Herrmann, professioneller Musiker zu werden.

Erst kurz vor seinem 30. Geburtstag hatte er, nach eigener Aussage, endlich den Mut, seinem Traum auch nachzujagen. Damals spielte der heute international gefragt Country-Blues-Sänger und Songschreiber auf den Straßen der Republik und erhielt bald schon die ersten gebuchten Auftritte.

Heute spielt Herrmann an angesagten Auftrittsorten überall in Deutschland und darüber hinaus, hat einen Plattenvertrag und wird von Musikkennern wie Fritz Rau, dem legendären Konzertveranstalter der Rolling Stones und Michael Jackson, als einer der „besten Songster, die Deutschland hervorgebracht hat”, beschrieben.

Anfängliche Schwierigkeiten in seiner Karriere hat Biber Herrmann dennoch nicht vergessen und so zieht sich das Thema des Nicht-Aufgebens und seinen Träumen hinterherzujagen, bis man sie schließlich erreicht, durch viele seiner Songs.

Vielleicht genau aus diesem Grund wirkte der Vollblutmusiker nicht enttäuscht, als er sah, dass der Talbahnhof keinesfalls voll besetzt war. Er schuf vielmehr eine intime Atmosphäre, welche die Stimmung seiner Musik nur verstärkte.

Einfühlsame Stimme

Von seiner neuen CD „Love and good Reasons” spielte er als Auftakt „Broken Angels” und „Have a little faith”. Spätestens dann war dem Publikum klar, dass Biber Herrmann ein außergewöhnlicher Musiker ist, der mit seiner rauen und doch einfühlsamen Stimme unter die Haut geht und mit der Mundharmonika und dem Bottle-Neck (das ist ein Rohr, das mit dem Finger über die Saiten geschoben wird) in der Lage ist, einen unglaublichen Blues aus der Gitarre zu zaubern.

Der Musiker aus dem Rheingau schaffte es, sein Fingerpicking, das Stampfen der Füße und seine ausdrucksstarke Stimme, gepaart mit ehrlichen, emotionalen Texten, zu einer intensiven Musikdarbietung der ganz besonderen Art verschmelzen zu lassen. Bei seinen autobiografisch gefärbten Titeln, wie „Song for Rose” und „Rainbow Walker” ließ Herrmann Bilder im Kopf der Zuhörer entstehen und sie in die Welt seiner Musik zu entführen.

Lyrisch nehmen die Songs Bezug auf weit gestreute Themen wie Liebe, Hoffnung, Vertrauen, sie enthalten Sozial- und Gesellschaftskritik und das Verhältnis von Genie und Wahnsinn. Kurz gesagt: Biber Herrmann besingt ein großes Feld all jener Emotionen, die jeden Menschen bewegen und ausmachen

Mit Covern legendärer Blues-Songs, wie „Little red Rooster” von den Rolling Stones huldigte der Künstler seinen musikalischen Wurzeln. „Buckets of rain” von Bob Dylan und „High and Dry”, ebenfalls von den Rolling Stones, durften in seinem Repertoire am Freitagabend im Kulturzentrum Talbahnhof auch nicht fehlen.

Sympathischer Künstler

Als Biber Herrmann gegen Ende seines zweistündigen Programms den „Railroad work song” spielte und auf der Mundharmonika die Geräuschkulisse der fahrenden und zischenden Eisenbahn imitierte, wurde einmal mehr deutlich, dass Hermann nicht nur ein herausragender Songschreiber, sondern auch ein beeindruckender Instrumentalist ist.

In der intimen Atmosphäre nahm sich der sympathische Künstler aus dem Mittelrheintal auch die Zeit, die Geschichten zu seinen Liedern zu erzählen und bot so dem Publikum die Möglichkeit, ihn als einen humorvollen, aber auch nachdenklichen Menschen kennen zu lernen. Und natürlich als exzellenten Musiker.
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