Ein Stolberger ist neuer Ehrenhelmträger

Von: Christoph Hahn
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Ein Höhepunkt des Abends: Walter Münchow (links) und Harald Pütz (rechts) überreichten ihrem Stolberger Feuerwehr-Kameraden Toni Sturz (2. von rechts) den neuen „Ehrenhelm“. Auch für Laudator Alfred Wings gab es eine Auszeichnung. Foto: Christoph Hahn
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Charmant, charmant: Die „Blue Dance Girls“ aus Weisweiler verbuchten besonders bei den Männern im Saal einen Publikumserfolg nach Maß.

Eschweiler/Stolberg. Systematisch war Toni Sturz von den eigenen Kameraden hinters Licht geführt und unter einem fadenscheinigen Vorwand über die Stadtgrenze nach Eschweiler gelockt worden. Das Erstaunliche: Der Chef der Stolberger Feuerwehr war auch noch heilfroh darüber.

Schließlich wurde ihm doch gegen Ende des Prinzenempfangs in der Wache an der Florianstraße von seinem Indestädter Kollegen Harald Pütz der viel begehrte Ehrenhelm aufgesetzt. Derart überrascht, meinte der völlig verdatterte Sturz anstelle einer langen Dankesrede nur lapidar: „Ich hätte mit allem gerechnet – nur damit nicht.“

Solide Recherche

Sturz, der zusammen mit seinem Kollegen, Freund und Mitstreiter Herbert Wenn in die Nachbar-Kommune gekommen war, hatte zuvor mit deutlichem Amüsement der Laudatio von Alfred Wings, seines Zeichens nicht nur Kripo-Beamter und weit über Eschweiler bekannter Büttenredner, sondern auch Ehrenhelm-Träger des Vorjahres, zugehört. Wings verriet viel solide Recherche, denn er breitete vor seinen Zuhörern im zum Bersten gefüllten Saal der Wache nicht nur die sattsam bekannten Fakten.

Dass Toni Sturz eigentlich a) Aachener und b) Radio- und Fernsehtechniker von Beruf ist, verriet der Laudator ebenso wie den Umstand, dass der Wahl-Stolberger schnelle Autos mag, an einer Heino-Allergie leidet und gerne mal mit Rock-Legende Tina Turner zu Abend essen würde.

Teilen musste sich Sturz die Aufmerksamkeit des Publikums, darunter Vertreter der Scharwache (die ihr Fanfarencorps mitgebracht hatte) und anderer Karnevalsgesellschaften, mit Seiner Tollität Prinz Christian nebst Zeremonienmeister Frank. Obwohl der Narrenregent nach der langen Session Probleme mit der Stimme hatte, gab er alles und sang im Duett mit Zerem Frank und den Jungs der Inde-Singers sein Prinzenlied – mit so großem Einsatz, dass es die Jecken im Saal nicht länger auf ihren Plätzen hielt.

Beim Empfang, der, so Moderator, Stadtbrandinspektor und Ex-Prinz Walter Münchow, inzwischen die 55. Veranstaltung dieser Art, gab es indes noch weitere Glanzlichter, zum Beispiel das Gastspiel der charmanten „Blue Dance Girls“ aus Weisweiler, zu dem es neben Trainerin Sara Hendricks besonders die Herren immer weiter nach vorne drängte. Noch stärker wurde der Zuspruch beim Auftritt der „Höppe Krötsch“, die gleichfalls aus Weisweiler angereist waren.

Atemberaubende Wurffiguren

Mit atemberaubenden Hebe- Wurf- und Rotationsfiguren zeigte die von Trainerin Andreé Badergold (die jede Feinheit an der Seite von Walter Münchow und seinem ebenfalls bestens aufgelegten Co-Moderator, Eschweilers Feuerwehr-Chef Harald Pütz, verfolgte) auf den neuesten Stand der Kunst gebrachte Truppe, dass sie mit ihrem hoch artistischen Spektakel in keiner Hinsicht den Vergleich mit marktführenden Traditionskorps wie den „Altstädtern“ aus Köln scheuen muss – ganz im Gegenteil.

Gut bis glänzend besetzt war auch der büttenrednerische Teil des Abends. Gleich zu Beginn der rund dreieinhalbstündigen Veranstaltung startete Laudator Alfred Wings in seinem Beitrag eine gezielte Attacke auf die Lachmuskeln der Zuhörer und begab sich als geplagter Jugendleiter auf die Reise ins Phantasialand, drastische Komik inbegriffen.

Die Lust der Gäste auf ebenso deftige wie volkstümliche Kost sättigten außerdem „Scharwachmüsje“ René Külzer und „Der Jung us em Leve“, Peter Deutschle von den Roten Funken. Mit spitzer Zunge kommentierte Deutschle in Anwesenheit von Bürgermeister Rudi Bertram und anderen lokalen Prominenten manchen Skandal der Gegenwart wie den um den ADAC und ließ auch die SPD nicht ungeschoren. Dass dabei der Lokalkolorit nicht zu kurz kam und Jünger des Zeitgeistes ihr Fett weg bekamen, war Ehrensache.

Mit dieser Ehrenhelm-Verleihung nebst Prinzenempfang haben die Eschweiler Feuerwehrleute wieder einmal überzeugt – nicht nur in der Person der beiden Frontmänner Münchow und Pütz und auch nicht nur durch die von ihnen präsentierten Künstler. Der Einsatz, den die Aktiven (besonders die jungen) in den Schmuck des Saales und die Bedienung der Gäste gesteckt haben, war imponierend.

Der eigene Musikzug unter Leitung von Wolfgang Krieger war da wie der Sahnetupfer obendrauf. Und Harald Pütz‘ Bekenntnis wirkte keineswegs aufgesetzt: „Es ist eine alte Tradition, dass wir Zeremonienmeister und Prinz eine bleibende Erinnerung überreichen.“ Sprach‘s und händigte der Tollität und dem Zeremonienmeister je eine Ehrentafel aus.“

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