Ein Powerhouse-Trio rockt das Rio in der Gasse

Von: psi
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Ein Powerhouse-Trio mit mächtiger Lautstärke: das Trio um den US-Gitarristen und Sänger Eric Steckel (links). Foto: Santosi

Eschweiler. Eine beeindruckende Statistik für einen Bluesrock-Musiker kann der aus Pennsylvania stammende Gitarrist und Sänger Eric Steckel aufweisen: 26 Jahre jung und schon sechs produzierte Alben, das kann sich sehen und hören lassen.

Mit seinem gleichnamigen Trio besuchte Eric Steckel am Dienstagabend das „Rio“ in der Schnellengasse, wo er vor einigen Dutzend Livemusik-Liebhabern seine rockige Show bei „Blues meets Rock“ in Szene setzte.

„Powerhouse“ nennt man es heute stilistisch, wenn sich maximal drei Musiker lautstark die Bühne teilen. Mit seinem filigranen Stil wirkt Steckel wie eine modernere Variante früherer Blues-Legenden, hat aber auch überhaupt keine Probleme, zwischendurch mal einige Metal-Sounds aus seinem beeindruckenden Verstärker-Arrangement zu zaubern. Zu einigen seiner Songs singt der junge Mann zwar, fühlte sich aber sichtlich wohler, wenn er ausladende Instrumental-Passagen mit knackigen Riffs und komplexen Melodiestrukturen darbieten durfte.

In der Gitarrenwelt versunken

Dann neigt er seinen Körper leicht nach hinten, schließt die Augen und versinkt komplett in seiner Gitarrenwelt. Steckel spielte schnell, aber immer mit dem notwendigen Gefühl, das viele Saiten-Helden leider vermissen lassen, wenn die statistische Dichte an gespielten Noten einen gewissen Wert überschreitet. Wer seine musikalischen Vorbilder sind, verriet Eric Steckel sozusagen nebenher in kurzen thematischen Anspielungen seiner Songs.

Da steckte hier und da ein wenig ZZ Top, ein Hauch Deep Purple oder gar etwas vom legendären Ted Nugent ließen sich bei genauem Hinhören in seinem Gitarrenspiel entdecken. Vielleicht lässt sich seine Spielweise als „Up to the top“-Stil bezeichnen. Der junge Mann, den vor allem Blues-Guru John Mayall hochgradig lobt, schwang sich meist geradlinig auf Melodie- und Dynamik-Höhepunkte zu, die er dann gekonnt mit seiner exzellenten Technik ausbaute und für geraume Zeit hochhalten konnte. Das verlangt vom Zuhörer natürlich offene Ohren und etwas guten Willen, damit es auf Dauer nicht ermüdet. Vorbildlich jedoch, wie er den Songs härterer Gangart anschließend Balladenhaftes hinterher setzte. Im ersten Set intonierte das Steckel-Trio vornehmlich eigene Songs. Dazwischen mischte sich nur eine Fremdkomposition respektive eine kleine Hommage an Albert King in Form von „Born under a bad sign“.

Auch im zweiten Set blieb Steckel vornehmlich seiner eigenen Linie treu, griff aber zusehends tiefer in die Hard-Rock- beziehungsweise Metal-Kiste, was bei einigen Bluespuristen im Auditorium offensichtlich für leichte Verwirrung sorgte. Mit dem enormen Schalldruck in der Luft, den das Trio erzeugte, hätte man vor allem nach der Pause getrost mehrere Langhaar-Frisuren trockenföhnen können. Das Eric-Steckel-Trio war in bester Spiellaune und verabschiedete sich nach gut zwei Stunden von einem dankbaren „Rio“-Publikum.

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