Ein neuer Förster im „Märchenwald“

Von: Tobias Röber
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Bürgermeister Rudi Bertram hieß den neuen Förster Marco Lacks gemeinsam mit der Personalratsvorsitzenden Sandra Hunscheidt-Fink sowie dem Technischen Beigeordneten Hermann Gödde (von links) willkommen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Dass er norddeutsch unterkühlt ist, kann man nicht gerade behaupten. Auf die Worte „Machen Sie etwas daraus“ von Bürgermeister Rudi Bertram antwortete Marco Lacks am Donnerstagmorgen trocken: „Kriegen wir hin. Mit links“.

Ein lustiger Satz, wenn man bedenkt, dass Marco Lacks, der am Freitag seine Stelle als Förster der Städte Eschweiler und Würselen antritt, derzeit mit einem gebrochenen rechten Handgelenk unterwegs ist.

Marco Lacks ist 31 Jahre alt, in Rotenburg (Wümme) aufgewachsen und über einen Umweg zu diesem Beruf gelangt. Nach seinem Zivildienst absolvierte er eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Er besuchte die Fachhochschule Technik und stellte fest, „dass ich nicht Maschinenbau studieren möchte“. Also wechselte er an die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen und erlangte den Abschluss „Bachelor of Science“ im Studiengang Forstwirtschaft.

Im Anschluss an das Studium hat er den Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des gehobenen Forstdienstes beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW mit dem erfolgreichen Abschluss der Laufbahnprüfung absolviert. Er wurde übernommen und trat einen Bürojob an, bei dem er in Forschung und Klimaschutz mitarbeitete. Es sei ein interessanter Job gewesen, sagt Marco Lacks, aber auch einer mit zu wenig Praxisbezug. Da kam die Ausschreibung der Försterstelle für Eschweiler und Würselen gerade recht. 39 Bewerber gab es, Marco Lacks bekam schließlich den Zuschlag. „Wir hoffen auf eine langfristige Zusammenarbeit“, sagte Rudi Bertram am Donnerstag. Marco Lacks‘ Antwort: „Davon gehe ich aus.“

Die zu betreuenden Wälder der Städte Eschweiler und Würselen umfassen eine Fläche von 420 bzw. 400 Hektar. Sie werden nach naturnahen und ökologisch ausgerichteten Gesichtspunkten bewirtschaftet (PEFC-zertifiziert), wobei die Nutzung als stadtnahe Erholungswälder ganz oben auf der Agenda steht. Weitere Schwerpunkte der Aufgaben liegen im Bereich der Biotoppflege, des Artenschutzes und der Öffentlichkeitsarbeit. So gibt es unter anderem den Waldtag und auch auf Schulklassen wird verstärkt zugegangen. „Es gibt doch nichts Schöneres, als Kindern den Wald zu zeigen“, so der neue Förster.

„Der Wald wird sehr gut angenommen“, betonte Rudi Bertram. Das hat auch Marco Lacks bereits bemerkt. An seinem ersten Tag im Eschweiler Stadtwald regnete es sehr stark und dennoch seien viele Läufer, Nordic Walker, Reiter und Radfahrer im Wald unterwegs gewesen.

Die Kooperation zwischen Eschweiler und Würselen gibt es seit zehn Jahren. Beide Städte waren damals auf der Suche nach einem Förster und entschieden sich für eine gemeinsame. Susanne Gohde lenkte zehn Jahre lang die Geschicke der beiden Wälder, bis es sie in diesem Jahr zurück in die Heimat nach Niedersachsen zog. „Ich habe in all den Jahren nie etwas Negatives gehört“, sagte Bertram über die Kooperation.

Susanne Gohde hat Marco Lacks in den vergangenen Wochen eingearbeitet. Ein bewährtes Team wird ihm zusätzlich helfen, sich schnell zurechtzufinden. In Eschweiler hat er vier Mitarbeiter und einen Auszubildenden, in Würselen drei Mitarbeiter. Der neue Förster ist begeistert von seinem Arbeitsplatz. Es gebe sehr viele junge Bestände und das bedeute, dass viel entwickelt werden könne. „Das ist teilweise ein richtiger Märchenwald“, sagte er über den Eschweiler Stadtwald, den er schon recht intensiv erkundet hat. Da passt es gut, dass Laufen eines seiner Hobbys ist. Das geht im Wald bekanntlich gut.

Für Fußball interessiert er sich auch, allerdings ist er Fan einer für hiesige Verhältnisse doch eher exotischen Mannschaft. „Wenn Fußball, dann Werder“, sagt er. Gemeint ist Werder Bremen. Ansonsten angelt er gerne und verbringt seine Freizeit gerne mit seiner Freundin, die (noch) in der Nähe von Karlsruhe lebt und arbeitet. Familiäre Unterstützung hat er. Seine Schwester lebt seit zwei Jahren in Linnich. Die Eltern des neuen Försters zeigten sich am Donnerstag froh, dass sie beide Kinder jetzt nah beieinander haben.

An den Karneval müsse er sich noch gewöhnen, sagte die Personalratsvorsitzende Sandra Hunscheidt-Fink. Bei dem Einstand gelingt ihm das sicher mit links.

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