Stolberg/Eschweiler - Ein Modellprojekt für das ganze Land

Ein Modellprojekt für das ganze Land

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Praktizierter Umweltschutz den man riechen kann: Minister Eckhard Uhlenberg, Axel Wirtz, Helmut Etschenberg und Gerhard Kmoch (v.l.) schnuppern am Sicherwasser aus der Drainageleitung an der Kali-Halde. Foto: J. Lange

Stolberg/Eschweiler. Die Sonne lacht zwischen den Regenstürmen, und der Umweltminister kann nichts riechen. „Es ist gut, dass man nichts riecht”, verdeutlicht Helmut Etschenberg. Der Städteregionsrat beschreibt anschaulich, was Eckhard Uhlenberg früher am Fuße der Kali-Halde nahe dem Atscher Hauptbahnhof hätte riechen müssen.

Der schwefelige Gestank nach faulen Eiern ist verflogen - insbesondere auch Dank des erheblichen finanziellen Engagements des Landesumweltministers. Allein in die ersten beiden Phasen der Sanierung der letzten großen Altlast im alten Kreisgebiet fließen neben Mitteln der Städteregion 2,7 Millionen Euro - „aus der Abwasserabgabe des Landes”, erklärt Uhlenberg.

Das ist ein Topf der immer kleiner wird: Weil die Qualität der Abwasserfassung immer besser wird, sinkt das Aufkommen der (Straf-)Abgabe. „Sie wird direkt in den Umweltschutz investiert”, sagt der gut über das Stolberger Projekt informierte Uhlenberg.

„Axel Wirtz hat mich immer wieder mit Ihren Problemen hier vor Ort konfrontiert”, lobt der Minister die Beharrlichkeit des Landtagsabgeordneten. So wird das Land sich auch mit 80 Prozent an den nächsten 3,4 Millionen Euro der folgenden Phase der Sanierung beteiligen. „Sie ist ein Modell für das Land”, sagt Etschenberg. Denn dank der von der Städteregion in Zusammenarbeit mit dem Altlastenaufbereitungs- und Abwassersanierungsverband (AAV) beschrittenen „innovativen Wege” sinkt der finanzielle Aufwand auf 20 Prozent der ursprünglich befürchteten Kosten.

Kreisumweltdezernent Uwe Zink und AAV-Geschäftsführer Gerhard Kmoch erläuterten die Schritte: Die das Grundwasser belastenden Sickerwässer der mit Rückständen der Soda-Produktion gefüllten Halde werden an ihrem Fuß aufgefangen und sollen zukünftig in einer Aufbereitungsanlage behandelt werden, die an der Kläranlage Steinfurt entstehen soll. Die Wahl fiel jetzt auf ein niederländisches Unternehmen, das technologische Fortschritte bei der biologischen Aufbereitung erzielt hat.
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