Ein lehrreicher Blick über den Tellerrand

Von: sh
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Deutsch-französische Partnerschaft: Fachleute der Caritas-Behindertenwerk GmbH und der „Adapei de la Drome” aus Valance wollen voneinander lernen, um Menschen mit Behinderung eine bessere Integration in die Gesellschaft zu Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. „Einheit durch Vielfalt” lautet eines der Merkmale, das sich die Europäische Union auf die Fahne schreibt. Es ist ein Leitsatz, der auch auf die Arbeit der Caritas-Behindertenwerk GmbH zutrifft.

Als Gastgeber begrüßten heimische Fachleute nun Kollegen aus der französischen Partnerwerkstatt in Valance, um über Chancen, Probleme und Unterschiede in der Arbeit mit Behinderten zu reden.

Die ganze Woche lang reisen die sechs französischen Fachleute aus dem Bereich der Sonderpädagogik durch die sechs Caritas-Werke im Kreis Aachen. Wie arbeiten unsere Nachbarn mit Behinderten? Welche Unterschiede gibt es in politischen Vorgaben, wie steht es um die öffentliche Wahrnehmung? Wie werden Menschen mit geistiger Behinderung in die Gesellschaft integriert?

Schnell entdeckten Franzosen und Deutsche Gemeinsames, aber auch Unterschiede. So habe, sagte Monika Zimmermann, vor Jahren auch in Deutschland ein Paradigmenwechsel eingesetzt, der im europäischen Ausland politisch früher umgesetzt wurde. Häufig handelte es sich dabei um Vorgaben der Europäischen Union. Stichwort: Integration von behinderten Menschen.

„In Deutschland hatten wir lange Zeit einen defizitorientierten Ansatz, der den Behinderten vorrangig als jemanden betrachtete, der Hilfe benötigt”, erklärte Zimmermann. Frankreich habe hier früher erkannt, dass man Menschen trotz ihrer Behinderung Arbeit „zumuten” kann.

Mehr noch: Erst durch eine aktive Beteiligung gelingt, so der heutige Standpunkt, eine bessere Integration. Fasziniert zeigten sich die Sonderpädagogen aus Südfrankreich über die modernen Arbeitsbedingungen im Eschweiler Werk: helle Arbeitsplätze, weitläufige Produktionsanlagen. „Nahezu ideale Arbeitsbedingungen”, urteilten die Fachleute aus Valance.
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