Ein „Gründer” gratuliert nach 300 Jahren

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
sommerkarnevalisten4_
Bei so vielen Zuschauern am Straßenrand macht es gleich doppelt so viel Spaß: Die Fahnenschwenker zeigten ihr Können beim Jubiläumsumzug der St.-Sebastianus-Schützen. Die Dürwisser Bruderschaft feierte am Wochenende ihr 300-jähriges Bestehen. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Am Ende stellte der Schirmherr völlig sorgenfrei eine Blanko-Garantie aus: „Wenn es Ihnen gefallen hat, dann sagen Sie es weiter. Wenn nicht, dann sagen Sie es mir und ich werde mich darum kümmern, so wie es mein fortgeschrittenes Alter zulässt”, rechnete Willi Bündgens aber nicht wirklich mit Beschwerden und lachte daher fröhlich in die Runde.

300 Jahre St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Eschweiler-Dürwiß - ein Jubiläums-Schützenfest, wie es schöner nicht hätte sein können!

Wunderbare Wonnetage

Im bisher kältesten Mai seit Jahren erwischten die Schützen am Wochenende wahrlich wunderbare Wonnetage. Und so säumten hunderte Zuschauer im Ortskern die Straßen, als am Sonntagabend der prächtige Festzug durch Dürwiß zog.

Traditionell angeführt vom Spielmannszug der Feuerwehr unter der Leitung von Michael Roth marschierten die Teilnehmer die Strecke entlang. Gerade für das Königspaar Wolfgang und Dagmar Groß, die in einer schmucken Kutsche durch Dürwiß fuhren, ein ganz besonderes Erlebnis.

Die Majestäten konnten so nach einer anstrengenden Jubiläumsball-Nacht zumindest die Füße ein wenig schonen und steckten alle Kraftreserven ins Winken.

„Die Hütte war ausverkauft”, verkündete Geschäftsführer Hans Wolff aus noch etwas müden, aber glücklichen Augen bereits am Sonntagmorgen beim Festkommers. Am Abend zuvor erzitterte das Zelt „An der Waidmühle” nämlich in seinen Grundfesten und drohte aus allen Nähten zu platzen. Die Öcher Originale „Josef, Jupp und Jüppchen” sorgten für reichlich Lacher.

Artist Rodolfo Reyes stellte sich selbst und das Feiervolk mehr als ein Mal Kopf und Winfried Stark mit seinen Original Steigerwälder spielte von volkstümlich bis modern alles, was das Schützenherz begehrte. „Offiziell endete das Programm um 0 Uhr, bei einigen wurde es dann aber doch etwas später”, schmunzelte Hans Wolff.

Präses liest die Messe

Doch angeführt von Brudermeister Hans-Werner Heckmann, dem Königspaar Wolfgang und Dagmar Groß sowie der Schülerprinzessin Saskia Martinett und Jungschützenprinz Marc Braun saß die Schützenfamilie am frühen Sonntagmorgen in der Messe. Toll, wie Präses Ralph Osnoswski dort die Bezüge zwischen Schützen und Kirche in der heutigen Zeit herausstellte, lobte der 2. Brudermeister Peter-Heinz Arnolds anschließend im Zelt.

Auch der Schirmherr und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens unterstrich die wertvolle ehrenamtliche Arbeit, die die Dürwisser Schützen seit nunmehr 300 Jahren leisten. Dies sei umso bemerkenswerter in einer Zeit, in der der Trend zum Unverbindlichen immer mehr zunehme. „Gott sei Dank hat dieser Virus nicht schon alle Leute infiziert”, freute es Bündgens als Schirmherr Teil der Sebastianus-Familie zu sein, die die traditionellen Werte um „Glaube, Sitte, Heimat” ebenso hochhält wie die Jugendarbeit und das gesellige Miteinander im „Dorf”.

Gemeinsam mit dem MGV Sängerbund unter der Leitung von Achim Prinz, dem Spielmannszug der Feuerwehr und der Blaskapelle Alsdorf-Schaufenberg feierte man einen gemütlichen Kommers. Für die nötige Erfrischung sorgte derweil Festwirt Wolfgang Szawalla und sein Team in bester Manier.

Ein wahrer Gratulationsmarathon der befreundeten Ortsvereine, die „Wiederauferstehung” des alten Präses und Gründungsmitgliedes im Jahr 1710, Johannes Mertens (gespielt von Hubert Wolff), rundeten den gelungenen Sonntagvormittag im Zelt ab.

Großer Umzug

Beim großen Umzug am frühen Abend wurde es dann richtig voll auf den Straßen. Denn neben den Frauen und Männern der gastgebenden Dürwisser St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft hatten sich zahlreiche Gruppen angesagt: der Regimentsspielmannszug der KG Narrengarde, der 115-köpfige Festausschuss, die Dürwisser Fahnenschwenker, die Narrengarde-Pänz auf farbenfroh geschmückten Fahrrädern und Abordnungen aller Eschweiler Bruderschaften.

Und da die St.-Sebastianus-Schützen nicht nur ihr Jubiläums-, sondern zeitgleich auch das Bezirksschützenfest ausrichteten, waren selbstverständlich auch Bezirksbundesmeister Dieter Woche samt dem (Dürwisser) Bezirkskönig Daniel Groß und Gefolge dabei.

Nach so viel Remmidemmi in kurzer Zeit wurde der abschließende Königsball am Sonntagabend etwas ruhiger, aber nicht minder fröhlich gefeiert. Auftritte der Fahnenschwenker aus Dürwiß, der Showtanzgruppe der KG Burgwache Nothberg und des Tanz- und Showduos „Romanticas” rundeten das lange Feierwochenende ab.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert