Ein Freispruch mit „bitterem Beigeschmack”

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Die Erleichterung bei Helmut M. war groß, als er vergangene Woche vom Landgericht Aachen freigesprochen wurde. Angeklagt war der 56-jährige Eschweiler, weil seine ehemalige Lebensgefährtin behauptet hatte, M. habe sie im Juni 2006 vergewaltigt.

Da ihm keine unmittelbaren Spuren nachgewiesen wurden und die vorgeladenen Zeugen für den Angeklagten aussagten, kam es zum Freispruch „in dubio pro reo” („Im Zweifel für den Angeklagten”).

„Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack zurück”, sagt Helmut M.: „Es kann nicht sein, dass eine Frau behaupten kann, was sie will und das keine Konsequenzen hat.” Vier Jahre lang befand sich der 56-Jährige mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin in einer Beziehung, im Januar 2006 soll sich das Paar sogar verlobt haben. Doch die Liebe zerbrach und M. forderte seine Verlobte auf, die ausstehenden Schulden zu bezahlen. „Daraufhin hat sie mir gedroht, dass sie mich wegen Vergewaltigung anzeigt”, schildert der 56-Jährige seine Sicht der Dinge.

Dass es so weit gekommen ist, empfindet M. als „eine Farce. Vor allem die Tatsache, dass der Steuerzahler jetzt die Gerichtskosten tragen muss, ist eine Frechheit.”

Hinzu kommen die Kosten, die durch den Verdienstausfall von M. verursacht worden sind, der insgesamt 40 Tage arbeitsunfähig war. „Der Prozess hat richtig an meinen Nerven genagt. Ich war fix und fertig”, sagt M. „Und für all das muss jetzt die Staatskasse aufkommen.” Dafür bringt der Eschweiler kein Verständnis auf - genauso wenig, wie für seine ehemalige Geliebte.

Das Amtsgericht hat nun einen offiziellen Schlussstrich gezogen. Bis Helmut M. das Kapitel endgültig abschließen kann, wird es jedoch noch eine Weile dauern.
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