Ein Duo verleiht dem Eischwiele Platt Flügel

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Nach neun Monaten fruchtbarer Zusammenarbeit das erste „Kind” zur Welt gebracht: Alfred Wings (links) und Paul Santosi präsentieren ihre CD „De Welt es platt”. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. „De Welt es platt”, stellt Alfred Wings fest. Und meint damit a) Eschweiler und b) seine Mundart. Inhaltlich sind seine Texte zum Leben und danach in Eschweiler keineswegs platt, sondern durchaus akzentuiert, zeigen Profil und betonen Höhen und Tiefen. Sieben davon gibt es jetzt auf CD. Mit Musik von Paul Santosi.

Dass Mundartlieder nicht gleich in die Karnevalsschublade gehören, das machen die „Songs” des seit Schulzeiten befreundeten Duos deutlich. Durchaus heiter, manchmal besinnlich sind Wings Texte, die persönliche Erlebnisse, Erinnerungen und Gedanken mit Hommages an seine Heimatstadt verbinden.

Die von Paul Santosi dazu komponierte und teils hand-, teils computergefertigte Musik ist weit entfernt von larida-ähnlichen Humbaklängen und bedient sich Anleihen aus unterschiedlichsten Kulturen. „Ich hab gedacht, das könne nie klappen”, verrät Alfred Wings, als Santosi mit ihm die Scheibe konzipierte. „Ein Mundartlied über den Eischwiele Maat und dazu Reggae-Klänge? Aber das funktioniert, das passt ganz wunderbar!”

Santosi bedient sich „argentisch-bajuwarischer” Elemente, gibt Liedern brasilianisch-indonesisch-indische Anklänge, unterlegt Wings Texte mit Country-Rhythmen, Walzer-Takten und afrikanisch-asiatischen Klängen. Die Welt zu Gast an de Eng.

„Das ist einzigartig! So etwas hat es in Eschweiler noch nicht gegeben”, ist auch Raiffeisen-Bank-Vorstand Johannes Gastreich von Konzept und Ergebnis des ein wenig an die „LSE”-Songs des früheren „Bläck Fööss”-Sängers Tommy Engel erinnernden Albums begeistert. So begeistert, dass seine Bank maßgeblich zur Verwirklichung des Projekts beitrug.

Was das Eischwiele Platt betrifft, fand Alfred Wings im Geschichtsverein kompetente Berater. Seit 15 Jahren gehört der Polizeibeamte, der schon als Jugendlicher Prosa- und Gedichttexte verfasste und sich als reimendes Büttenass längst über Eschweiler hinaus einen Namen gemacht hat, selbst dem Geschichtsverein an.

„Als ich zum ersten Mal den Arbeitskreis Mundart besuchte und die Tür öffnete, sagte eine Dame: Jung, du bess hee verkierd! Da saß nicht die Generation meiner Eltern, da saß die Generation meiner Großeltern!”
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