Ein dünnes Stück Stoff zwischen Leben und Tod

Von: irmi
Letzte Aktualisierung:
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Ein Appell an die Vernunft: Die Aachener Polizei kontrollierte am Freitag Gurtmuffel in Eschweiler.

Eschweiler. Schmusend sitzt ein Pärchen auf einer Parkbank. Noch ahnt niemand, dass es der letzte intensive Moment der Frischverliebten sein soll. Denn nur wenige Minuten später steigt das turtelnde Paar in das Auto von Freunden, dass zehn Wimpernschläge später mit einem Pkw zusammenprallt.

Ein Augenblick, der alles verändert. Denn ausgerechnet der frischverliebte junge Mann legt als Einziger den Gurt nicht an und wird bei dem heftigen Aufprall auf seine angeschnallte Freundin geschleudert. Die Folge: das Mädchen wird mit einem irreparablen Hirnschaden in die Klinik eingeliefert.

Das Aufklärungsvideo der Polizei ist grausam. Doch manchmal hilft nur die erschreckende Wahrheit, um die Menschen für etwas zu sensibilisieren. Und der ständige Appell an die Vernunft. Die Polizei versucht bei regelmäßigen Kontrollen den Gurtmuffeln die Folgen ihres Handelns zu verdeutlichen. Denn eines ist gewiss: Wer sich anschnallt, fährt sicherer.

Um Gurtmuffeln auf die Schliche zu kommen, kontrollierte die Aachener Polizei auch am Freitag wieder an verschiedenen Stellen in der Indestadt - und „erwischte” 17 Verkehrssünder. Darunter zehn, die nicht angeschnallt waren.

„Ziel der Kontrollen ist über die Folgen aufzuklären und die Gesundheit und das Leben der Menschen schützen”, so Jörg Pionke, Leiter der Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Aachen, der mit seinen Kollegen unter anderem an der Jahnstraße und Sternheimstraße Verkehrssünder an den Straßenrand winkte.

„Alleine im vergangenen Jahr gab es 2100 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, die nicht angegurtet waren, darunter 245 verunglückte Kinder.”

Wer in die Kontrolle fuhr, wurde zwar freundlich von den Beamten über sein Vergehen aufgeklärt, aber auch gnadenlos und richtig zur Kasse gebeten.

Verkehrsteilnehmer, die ohne Sicherheitsgurt am Steuer saßen, mussten 30 Euro berappen. Wer ein Kind unangeschnallt mit sich führte, musste mit einem Verwarnungsgeld von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Wer gleich mehrere Kinder unangegurtet auf den Rücksitz platzierte, war mit 50 Euro und ebenfalls einem Punkt dabei.

Engagierte Unterstützung erhält die Polizei zurzeit von Manuel Neuer. Der Torwart der U21-Nationalmannschaft und von Schalke 04 wirbt zurzeit auf einem Flyer für die landesweite Kampagne „Er hält alles - Der Profi fährt mit Gurt”, um den Verkehrssündern die „unangeschnallten Folgen” zu verdeutlichen.

Folgen, die sich jeder einmal bewusst machen sollte: Denn ein Aufprall mit 50 km/h auf ein stehendes Hindernis entspricht beispielsweise einem Sturz vom Dach eines dreistöckigen Gebäudes. Für unangeschnallte Kinder kann ein Aufprall mit „nur” 15 km/h bereits tödlich sein.
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