Ein Dach überm Kopf für junge Obdachlose in Not

Von: mic
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Eschweiler. In dieser Woche nimmt die Notschlafstelle für Jugendliche ihre Arbeit auf. Ursprünglich als gemeinsames Angebot des Agnes-Heimes in Stolberg und des Kinderheims St. Josef Eschweiler geplant, wird die Schlafstelle nun (zunächst) in alleiniger Trägerschaft der Stolberger Einrichtung in der Nachbarstadt geführt.

Die Konzeption haben beide Häuser gemeinsam in Zusammenarbeit mit der Mehrzahl der Jugendämter in der Städteregion erarbeitet. Da die Rechtsform bisher nicht geklärt werden konnte, tritt das Agnes-Heim des Sozialdienstes katholischer Frauen in Stolberg zumindest zunächst als alleiniger Träger auf. Diese Lösung wurde gefunden, um eine Eröffnung nicht weiter zu verzögern - das Haus St. Josef bleibt aber in die Konzeption miteinbezogen.

Für die Schlafstätte wurde das Haus Prämienstraße 84 von der Stadt Stolberg angemietet, entsprechend trägt die Einrichtung den Namen „Prämie 84”. Das Angebot richtet sich in der Regel an Jungen und Mädchen im Alter zwichen 14 und 17 Jahren. Ausnahmen bis zu einem Alter von 21 Jahren sind möglich. Insgesamt neun Jugendliche können hier untergebracht werden.

Den Sinn und Zweck der Schlafstelle erläuterte Gabi Brettnacher, Leiterin der Sozialen Dienste des Eschweiler Jugendamtes: Die Einrichtung sei für solche Jugendlichen gedacht, die durch die gängigen Angebote der Jugendhilfe nicht mehr erreicht werden könnten und sich - aus welchen Gründen auch immer - dazu entschieden hätten, „eine Zeitlang auf der Straße zu leben”. Solche Jugendlichen sind in der Regel obdachlos oder von Obdachlosigkeit bedroht. An einen Aufenthalt auf Dauer ist bewusst nicht gedacht, die Einrichtung soll also nicht zum Lebensraum für die Jugendlichen werden.

Das Haus in Stolberg-Münsterbusch verfügt im Erdgeschoss und auf der 2. Etage über jeweils drei Schlafzimmer, ein Badezimmer mit Dusche und eine separate Toilette. Auf der 1. Etage finden sich ein großer Aufenthaltsraum mit Küchenzeile sowie das Büro der vier bis fünf Mitarbeiter. Zum Haus gehört auch ein kleiner Garten mit Terrasse.

Ansprechpartner

Die Aufenthaltsdauer ist beschränkt auf die Zeit von 19 Uhr bis 9 Uhr am nächsten Morgen. Für die Tagesverpflegung können die Jugendlichen ein Lunchpaket mitnehmen. Im Haus erhalten sie eine warme Mahlzeit, einen Schlafplatz und die Möglichkeit zu duschen. Auch Wäschewaschen ist hier erlaubt. Zudem stehen Mitarbeiter für Gespräche zur Verfügung.

Um aufgenommen zu werden, müssen die Jugendlichen einen Berechtigungsschein des jeweils örtlichen Jugendamtes vorlegen. „Die meisten Jugendlichen, die in Frage kommen, sind ohnehin bekannt”, sagt Gabi Brettnacher. Ebenso wie Jugendamtsleiter Heinz Kaldenbach ist sie gespannt, wie das Angebot angenommen wird. Beide gehen davon aus, dass die Notschlafstelle relativ schnell belegt sein wird.
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