Ein Billig-Kreisel für die Jägerspfad-Kreuzung

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Kreuzung Jägerspfad Eschweiler
Die Jägerspfad-Kreuzung am Eingang zum Eschweiler Stadtwald soll einen Kreisverkehr erhalten. Weil aber ein „richtiger” Kreisverkehr mit 26 Metern Durchmesser, der allen Regeln der entsprechenden Baurichtlinien genügt, für die chronisch finanzknappe Stadt zu teuer wird, wird nun ein Mini-Kreisverkehr geplant. Screenshot: zva

Eschweiler. Die Jägerspfad-Kreuzung am Eingang zum Eschweiler Stadtwald soll einen Kreisverkehr erhalten. Weil aber ein „richtiger” Kreisverkehr mit 26 Metern Durchmesser, der allen Regeln der entsprechenden Baurichtlinien genügt, für die chronisch finanzknappe Stadt zu teuer wird, wird nun ein Mini-Kreisverkehr geplant.

Die zunächst geplante große Kreisverkehrslösung mit einem Außendurchmesser von 26 Metern würde rund 450.000 Euro kosten. Im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats stellte Planer Dr.-Ing. Bernd Hartlich nun drei mögliche Varianten für einen kleineren Kreisverkehr vor. Einen mit 21 Metern Durchmesser, bei dem der innere Kreis, um den die Autos herum kurven sollen, einen Durchmesser von zehn Metern hat, und zwei Varianten mit 18 Metern Außendurchmesser, bei denen die Innenkreise sieben beziehungsweise drei Meter Durchmesser haben. Alle drei Varianten würden etwa 150.000 Euro kosten.

Die größte der drei Billig-Varianten

Im Detail wurde die größte der drei Billig-Varianten vorgestellt. Die so genannten Mini-Kreisverkehre haben Nachteile. Fahrzeuge, die größer sind als ein Müllfahrzeug, können den Kreis gar nicht ausfahren, sie müssen über die Kreisinnenfläche fahren. Das betrifft zum Beispiel alle Schulbusse, besonders Gelenkbusse. Auf dem Mittelkreis kann deshalb kein Berg aufgeschüttet werden, die Fläche kann bestenfalls durch Pflasterung markiert und um wenige Zentimeter erhöht werden. Längere Fahrzeuge, die aus der Straße Am Schlemmerich kommen und Richtung Stadt in die Wilhelminenstraße einbiegen, müssen sogar gegen die Fahrtrichtung durch den Kreisel. Auch Fahrbahnteiler in den vier Zufahrten zum Kreisel werden dadurch unmöglich gemacht. Weil der Innenkreis nicht deutlich erhöht wird, können Autofahrer ihn bei schlechtem Wetter übersehen - oder auch einfach absichtlich geradeaus drüber donnern, wenn sie mit zu hohem Tempo aus dem Stadtwald kommen.

Gerade darum aber geht es in dem Antrag, den SPD und Grüne bereits 2008 gestellt haben: Autofahrer abbremsen, die auf der Wilhelminenstraße mit hohem Tempo stadteinwärts fahren. Denn diese aus dem Stadtwald kommende Straße lässt sich für alle Leute schlecht einsehen, die aus dem Jägerspfad kommen. Da gibt es morgens im Berufsverkehr oft Rückstau. SPD und Grüne argumentierten in der Ausschusssitzung, in der die kleinere Planung zur Kenntnisnahme vorgestellt wurde, dass nach aller Erfahrung auch solche Mini-Kreisverkehre die Autofahrer bremsen.

Für die CDU argumentierte Bernd Schmitz gegen einen Kreisverkehr auf der Kreuzung Wilhelminenstraße/Jägerspfad/Schlemmerich. Zum einen sei dort kein Unfallschwerpunkt, zweitens werde der Verkehr auf dem Jägerspfad geringer, wenn der Bahnübergang am Fuß der Steigung geschlossen wird, drittens seien auch 150.000 Euro viel Geld. Dietmar Widell von den Grünen wies in seiner Entgegnung auf die besonders für Schüler gefährliche Situation auf dieser Kreuzung hin. Der Schulweg zu drei Schulen führe über diese Kreuzung, nicht umsonst werden dort Verkehrshelfer eingesetzt. Auch bezweifelte er, dass der Verkehr auf dem Jägerspfad irgendwann geringer werde. Die SPD sieht es ähnlich und befürwortet den Bau eines Kreisverkehrs auf dieser Kreuzung in der billigen Variante.
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