Eschweiler - Ein Anliegen der Stadt: Nachhaltige Produkte fördern

Ein Anliegen der Stadt: Nachhaltige Produkte fördern

Von: pan
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Will den Fairtrade-Gedanken in Eschweiler weiter verbreiten: Eschweilers Verwaltungssprecher René Costantini mit den neuen Fairtrade-Artikeln. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Stadtverwaltung bleibt beim Thema Nachhaltigkeit am Ball: Sie gibt nun einen Flyer heraus, auf dem alle Geschäfte in Eschweiler verzeichnet sind, die sich an der Aktion beteiligen und mindestens zwei „fair gehandelte“ Produkte anbieten. Erst im Juni war die Stadt ausgezeichnet worden.

Sie ist damit die 484. Kommune in Deutschland, die die Kriterien erfüllt und fairen Handel in der Welt unterstützt. Alle zwei Jahre wird überprüft, ob die Voraussetzungen für den Titel nach wie vor gegeben sind.

„Nicht aufwendig“

Zu diesen Voraussetzungen zählt auch, sich weiterhin mit Aktionen für fairen Handel einzusetzen. Verwaltungssprecher René Costantini will darum weitere Geschäfte gewinnen, sich an der Aktion zu beteiligen: „Es ist wirklich nicht aufwendig und kann leicht umgesetzt werden, setzt aber ein deutliches Zeichen.“ Bei der Prämierung waren in Eschweiler 21 Geschäfte ausgemacht, die ebenfalls mindestens zwei „faire“ Dinge in ihrem Angebot haben – zwölf Läden waren für die Auszeichnung erforderlich.

Da sich vor allem die Suche nach mindestens sechs Gastronomen, die sich der Initiative anschließen, schwierig gestaltete, will Costantini weitere Anreize setzen. Der Flyer ist einer davon, der nun in der ganzen Stadt verteilt wird: „Dies hat natürlich auch einen Werbeeffekt für die Unternehmen“, sagt er.

Zwar findet man das Label „Fairtrade“ inzwischen auf dem Briefkopf der Stadt, aber Schilder plant man nicht aufzustellen. Bisher werden im Rathaus fair gehandelte Kekse und Kaffee angeboten. Beim Waldtag vor wenigen Wochen war man mit einem Stand vertreten, an dem auf die Ziele des Fairtrade-Gedankens aufmerksam gemacht wurde. Damit nicht genug: In Zukunft will man mit Aktionen auf die 17 Ziele, die vom Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen in New York vor zwei Jahren verabschiedet wurden, aufmerksam machen. „Diesen Zielen fühlen wir uns als Stadt auch verpflichtet“, betont René Costantini.

Wie man dafür werben kann, macht die Liebfrauenschule nun schon seit Jahren deutlich. Auch im Städtischen Gymnasium laufen Bestrebungen, sich der Aktion um Nachhaltigkeit anzuschließen. In der Stadtverwaltung denkt man nicht nur darüber nach, weitere Geschäftsleute und Gastronomen auf das Thema aufmerksam zu machen, sondern auch weitere Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Als Beispiel ist ein Fairtrade-Bürgerfrühstück auf dem Marktplatz vorgesehen. Dies ist auch in anderen Kommunen erfolgreich umgesetzt worden.

Im Rathaus wird sich der Arbeitskreis „Global nachhaltige Kommune“ mit dem Fairtrade-Thema befassen. Er ist aus der Steuerungsgruppe „Eschweiler 2030“ hervorgegangen. Ihr gehören nicht nur Rathausmitarbeiter an. In diesem Kreis wurden die Weichen für die erfolgreiche Bewerbung als Fairtrade-Stadt gestellt. Der Ratsbeschluss datiert vom 29. Juni des vergangenen Jahres.

Die offizielle Bewerbung erfolgte schließlich einen Monat später, am 20. Juli. Die Zusage des Vereins erfolgte schließlich im vergangenen Dezember, im Juni wurde die Urkunde überreicht. Diese hängt nun im Rathaus. Im Juni 2019 wird überprüft, ob Eschweiler die Kriterien noch erfüllt.

Hinter der Fairtrade-Aktion steckt der Verein Transfair, der sich 1992 gründete. Heute arbeitet ein Team von über 50 Köpfen im Kölner Büro daran, dass Fairtrade einen festen Platz in der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft hat. Der Verein ist die deutsche Mitgliedsorganisation von Fairtrade International und trägt deshalb neben dem Vereinsnamen Transfair auch die Bezeichnung Fairtrade Deutschland.

Über 30 Mitglieder

Getragen und unterstützt wird er von mehr als 30 Mitgliedsorganisationen (darunter sind Misereor und Brot für die Welt). Der Verein Transfair unterstützt seit über 20 Jahren Produzentengruppen in Entwicklungsländern. So sollen Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter auf der südlichen Halbkugel die Möglichkeit erhalten, ihre Armut zu überwinden, indem sie bessere Preise für ihre Produkte erzielen.

Dabei handelt der Verein nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das sogenannte Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. In etwa 42.000 Verkaufsstellen, 20.000 gastronomischen Betrieben sowie etwa 1000 Weltläden werden bundesweit solche Fairtrade-Produkte angeboten.

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