Eschweiler - Ein Adventskonzert mit der Lizenz zum Husten

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Ein Adventskonzert mit der Lizenz zum Husten

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
Letzte Aktualisierung:
Auch ohne Chorleiter und mit E
Auch ohne Chorleiter und mit Erkältung bot der Kammerchor „Cantabile” am Sonntag in der Kirche „Herz Jesu” ein faszinierendes Adventskonzert. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Rauschender Beifall, Zugaben: Das Adventskonzert des Kammerchors „Cantabile” in der voll besetzten Kirche „Herz Jesu” in Eschweiler-Ost bot am Sonntagabend stimmungsvolle vorweihnachtliche Musik in ungewöhnlichen Arrangements.

Besonders viel Beifall galt Angela Wilhelm. Die Sängerin hatte kurzfristig das Dirigat übernommen, denn Chorleiter Gregor Josephs war erkrankt. Und er war nicht der Einzige.

Erkältungsgebeutelt präsentierte sich der renommierte Chor in diesem Jahr. „Bei der Generalprobe sah es noch so aus, als könnten wir heute gar nicht singen, so haben wir da geschnieft und gehustet”, berichtete Chorsprecher Peter Adrian bei der Begrüßung. Und er habe vollstes Verständnis für alle Zuhörer im Kirchenraum, wenn diese jahreszeitenbedingt ab und zu einmal einen Huster ablassen. Adrian: „Keine Hemmungen, heute dürfen Sie wirklich hemmungslos husten!” Das Publikum hielt sich daran. Und die betroffenen Sängerinnen und Sänger griffen zwischendurch immer wieder zu Thermosbechern mit Salbeitee.

Wer nach dieser Vorrede ein klanglich geminderte Leistung des Chores erwartete, wurde angenehm überrascht. Zwar hatte „Cantabile” das Programm umgestellt und mehrere eigentlich vorgesehene komplizierte Chorwerke gestrichen, denn „einige Dinge können wir einfach ohne den Chorleiter nicht singen”, so Adrian. Doch das, was dann über eine Stunde lang in „Herz Jesu” geboten wurde, war der von Cantabile gewohnte glasklare mehrstimmige Gesang, der auch bei schwierigen Passagen durchsichtig bleibt und stets wie eine Ensembleleistung hochkarätiger Solisten wirkt.

Harmonisch, perfekt abgestimmt - der erkrankte Chorleiter Josephs hätte ebenso seine Freude an diesem Auftritt gehabt wie es das Publikum hatte. Als Reverenz an Josephs und sozusagen als Genesungswunsch sang der Kammerchor mehrere seiner Bearbeitungen von bekannten deutschen Advents- und Weihnachtsliedern. Besonders beeindruckend war seine Fassung von „Es kommt ein Schiff geladen”, die geheimnisvoll, fast murmelnd in den Bass-Stimmen das symbolische Bild des Schiffes als Verheißung der Ankunft Jesu beschwört; jubelnd legt sich darüber im Sopran die Melodie als Auflösung: „Das Segel ist die Liebe, der Heilig Geist der Mast.”

Mit Winterliedern und Volkslied-Bearbeitungen aus der europäischen Chortradition hatte das Konzert begonnen, im zweiten Teil folgten englische Adventslieder, darunter ein Werk von Gustav Holst. Wunderbar innig dann im dritten Teil die Interpretation von Johann Sebastian Bachs „Ich steh an deiner Krippen hier” , bevor der Chor sich dann immer mehr den wunderbar intonierten Adventslieder-Arrangements von Gregor Josephs zuwandte.

Sicher war es Zufall - aber als nach einem Crescendo das (vor den Zugaben) letzte Werk des Konzert, das Lied „Nun kommt der Heiden Heiland” mit einem lauten, die Ankunft verkündenden Ausruf endete, begann die Glocke der Kirche Herz Jesu die volle Stunde zu schlagen, als sei die Ankunft in diesem Moment wirklich da. Das dankbare Publikum spendete reichlich verdienten Beifall.
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