Eichhörnchenrettung: Hilfe für die kleinen Pelztiere

Von: Timo Müller
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Alle vier Stunden müssen die kleinen Nager gefüttert werden. Am liebsten trinken sie Kondensmilch aus einer Spritze. Foto: Timo Müller
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Alle vier Stunden müssen die kleinen Nager gefüttert werden. Da hilft auch gerne Tochter Finia mit. Sie hatte die Idee zur Eichhörnchenrettung. Foto: C. Moll

Eschweiler. Durstig trinkt das kleine Eichhörnchen Kondensmilch aus einer Spritze. Das rund zehn Wochen alte Männchen hat Glück gehabt. Das Jungtier war dehydriert in Eschweiler-Röhe gefunden worden und hätte ohne menschliche Hilfe höchstwahrscheinlich nicht überlebt. Zum Glück für den kleinen Nager wurde er jedoch frühzeitig entdeckt und zu Chris Moll und seiner elf Jahre alten Tochter Finia Bonnet gebracht.

Die beiden gründeten vor etwa drei Monaten eine kleine private Eichhörnchenrettung. Auf die Idee kam Finia, nachdem die beiden beim Schmökern im Internet die Webseite eines Eichhörnchen-Notrufes entdeckten. Auch ihr Vater war sofort von der Idee begeistert und bastelte ebenfalls einen kleinen Internetauftritt für ihr Projekt. Werden nun hilflose Eichhörnchen in der Region gefunden, kann man sie zum Aufpäppeln zu den beiden Tierfreunden bringen.

Völlig dehydriert

So kümmern sich Moll und Finia nun um das kleine Eichhörnchen, das sie auf den Namen Penny tauften. Kurz nachdem Penny gefunden und zu ihnen gebracht wurde, trank der geschwächte Nager in kürzester Zeit rund zehn Kubikzentimeter Wasser. „Das ist so, als würde ein Mensch sehr schnell zehn Liter Wasser trinken“, erzählt Moll „So dehydriert war das kleine Eichhörnchen“. Mittlerweile hat Penny sich jedoch etwas von den Strapazen erholt und ist wieder bei Kräften.

Keine Tollwutgefahr

Doch Penny ist nicht der einzige tierische Gast der beiden Indestädter. So nahmen sie bereits zwei Wochen zuvor das kleine Eichhörnchen-Weibchen Trixi, ebenfalls ein Jungtier, aber rund zwei Wochen älter als Penny, in ihre Obhut.

Trixi war in Alsdorf aufgefallen, da es in der dortigen Fußgängerzone Passanten verfolgte und gar an ihnen hochlief. Dies ist bei Eichhörnchen, besonders bei Jungtieren, immer wieder zu beobachten. Befinden sich die Tiere in Gefahr, weil sie beispielsweise keine Nahrung finden, suchen sie als letzte Rettung oft die Nähe zu den Menschen. So springen sie Spaziergänger an oder klettern gar an ihnen hoch.

Die schnell aufkommende Befürchtung, das Tier könnte von der Tollwut befallen sein, zerstreute sich jedoch schnell, da Eichhörnchen diese gar nicht übertragen.

So leben die beiden kleinen Waldbewohner nun bei Chris Moll im Tomatengewächshaus, das er extra für die Nager umbaute. Damit die Jungtiere, die sehr schnell unterkühlen, nachts nicht frieren hat Moll ihnen einen alten Katzenkratzbaum mit einer Decke und Wärmepads in das ehemalige Gewächshaus gestellt.

Die Eichhörnchen sollen sich natürlich auch heimisch in ihrem vorübergehenden Zuhause fühlen, also stellte er dazu noch einige Äste und Zweige in das Glashäuschen, auf denen die Tiere herumklettern, tollen und spielen können. Alle vier Stunden müssen die beiden mit Kondensmilch gefüttert werden. Die Jungtiere, die sich übrigens prima miteinander verstehen, können dazu noch nicht eigenständig Nüsse knacken.

Das übernehmen ebenfalls Moll und seine Tochter Finia. Die putzigen Tiere werden nun noch so lang bei den beiden wohnen bleiben, bis sie das Nüsseknacken selbst beherrschen. Erst dann sind sie wieder alleine überlebensfähig in der Natur, und müssen sogar nach dem Paragraph 45 des Bundesnaturschutzgesetzes wieder in die Wildnis entlassen werden.

Dies kann aber bei den beiden kleinen tierischen Patienten noch einige Wochen dauern. Dann werden sie an einer geeigneten Stelle, wo es genügend Nahrung und Verstecke für die Tiere gibt, freigelassen.

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