Ehepaar Buch berichtet über die Familiensynode in Rom

Von: fe
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Petra und Prof. Dr. Aloys Buch nahmen als einziges Ehepaar aus dem deutschsprachigen Raum als Gasthörer an der Familiensynode der Katholischen Kirche im Oktober 2015 in Rom teil. Foto: dpa

Eschweiler. Das „Forum Gott und die Welt“ der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul wird auch nach dem Tod seines Gründers und Motors Hans Coenen weiter Vorträge und Diskussionen in Eschweiler anbieten. Darum kümmert sich eine Arbeitsgruppe innerhalb der Gemeinde.

Der nächste Termin ist am Dienstag, 8. November. Dann berichten Petra und Aloys Buch um 19.30 Uhr im Kinder- und Jugendzentrum Peter-Paul-Straße 12 über die Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie, die im Herbst vorigen Jahres in Rom stattfand. Die Buchs hatten als einziges Ehepaar aus dem deutschsprachigen Raum an diesem weltweit beachteten Treffen teilgenommen.

Drei Wochen lang diskutierten damals im Vatikan rund 270 Kardinäle und Bischöfe aus aller Welt über Liebe, Ehe und Familie – wie Familien aus katholischer Sicht sein sollen, welche Aufgaben sie haben, vor welchen Schwierigkeiten sie stehen. Den Bischöfen beratend zur Seite standen sachkundige Laien, darunter 16 Ehepaare.

Diese Synode, die selber gar keine Dekrete erlassen kann, wurde nicht nur von theologisch interessierten Menschen mit Spannung verfolgt, sondern auch von vielen einfachen Gläubigen. Auch das Medieninteresse war enorm. Das hatte mit zwei Themen zu tun, die innerhalb der katholischen Kirche zwischen Traditionalisten und Liberalen umstritten sind: Wie geht die Katholische Kirche mit Homosexuellen um? Und wie geht sie mit wiederverheirateten Geschiedenen um? Vor allem dann, wenn diese zur Kommunion gehen wollen?

Nach der traditionellen kirchlichen Lehre leben Geschiedene – weil Ehen ja nun einmal für‘s ganze Leben geschlossen werden – nach einer Wiederheirat in der schweren Sünde des Ehebruchs. Und wer eine solche Sünde nicht bereut, sondern einfach weiter sündigt, kann deshalb nicht zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zugelassen werden. Da pochen die Traditionalisten auf das Kirchenrecht, auf den Codex Iuris Canonici (CIC). Dort kann man es nachlesen, in den Canones 915 und 1007.

Allerdings ist es kein Geheimnis, dass in vielen Gemeinden nicht mit dem Kirchenrecht gewedelt wird, wenn Wiederverheiratete zur Kommunion gehen. Der christliche Glaube besteht nicht nur aus Paragrafen und Dogmen, sondern auch aus Lebenseinstellungen und Werten wie Nächstenliebe, Güte, Demut, Barmherzigkeit. „Die Eucharistie ist nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen“, sagt Papst Franziskus.

Auf Liebe, Wertschätzung und Barmherzigkeit im pastoralen Handeln zu achten – diese Einstellung hat die Diskussionen der Bischofssynode beeinflusst, sie spricht auch aus dem Apostolischen Schreiben „Amoris Laetitia“, das Papst Franziskus im März als Ergebnis der Synode an alle Christen gerichtet hat. Amoris Laetitia bedeutet: Freude der Liebe. Der Papst wendet sich in dem Schreiben zum Beispiel gegen Hirten, die „moralische Gesetze anwenden, als seien es Steine, die man auf das Leben von Menschen wirft“.

Die große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die strittigen Themen hat allerdings den Blick auf das Ganze verstellt. In der Synode und im Apostolischen Schreiben des Papstes wird die Bedeutung der Familie aus christlicher Sicht neu überdacht, weit über Detailregelungen und Grenzziehungen hinaus. Das Schreiben des Papstes gibt keine neuen Regeln vor, spricht kein Machtwort in strittigen Fragen, sondern definiert, was christliche Familie bedeutet – nicht als ein hehres Ideal, das kaum jemand erreicht, sondern mit einem realistischen Blick auf die Wirklichkeit.

Dabei konnte sich der Papst auf das stützen, was die Bischofssynode in vielen Gruppen und intensiven Gesprächen erarbeitet hat. Zwei, die als Gasthörer daran mitgewirkt haben, werden am 8. November in Eschweiler davon berichten und stehen dann auch für Fragen zur Verfügung.

Professor Dr. Aloys Joh. Buch hat Theologie, Philosophie und Pädagogik studiert, war Geschäftsführer der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk und Generalsekretär des Missionswerkes Missio, er lehrt als Professor für Moraltheologie und ist Mitherausgeber einer Zeitschrift für medizinische Ethik. 2012 wurde er zum Diakon geweiht. Petra Buch ist Studienrätin und unterrichtet an einem Gymnasium in Krefeld. Das Paar hat drei erwachsene Kinder.

Der Vortragsabend „Freude der Liebe – Amoris Laetitia“ ist am Dienstag, 8. November, um 19.30 Uhr im Kinder- und Jugendzentrum Peter-Paul-Straße 12. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gern gesehen.

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