Duo mit Helm und Blaulicht

Von: abd
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Das Duo Kämmer & Rübhausen präsentierte die erste private Ich-und-Ich-Lösch-AG im Talbahnhof. Foto: André Daun

Eschweiler. Nicht irgendeine Feuerwehr, nein, die „Private Fire-Fighters” präsentierten sich dem Publikum im Eschweiler Talbahnhof. Mit Heiner Kämmer und Reiner Rübhausen zeigte sich das kleinste Feuerwehr-Team der Welt. Und auch wenn die Einnahmen stark zu wünschen übrig lassen, alles muss gut geplant sein, vom Marketing bis zur richtigen Einrichtung.

Die Kabarettisten überzeugen mit Zeitgeist und Kreativität in einem Zeitalter, in dem nichts mehr unmöglich scheint. Ein 30-Meter-Schlauch, ein Blaulicht, zwei Helme und ein Telefon - mehr braucht man nach Kämmer & Rübhausen nicht, um erfolgreich Geld zu verdienen.

Der Plan geht schief, die Einnahmen sind stabil bei Null, aber immerhin stabil. Aber träumen darf man trotzdem, und das kann das Duo wie kein zweites. Die Beiden kennen sich aus mit Feuer als Verlierer der Generation RAF.

Reiner war bei jeder Demonstration dabei, noch heute weiß er, dass man „ohne Gewalt auch nichts ändern kann”. Nach seinen Angaben sei die RAF wie die Band Tokio Hotel, „nur nicht so gewalttätig”.

Heiner ist völlig überzeugt von der Idee der privaten Feuerwehr. Die Privatisierung habe schon vielen Konzernen aus der Klemme geholfen: „Eine Bahn die nicht kommt, kann sich auch nicht verspäten.”

Bei der Feuerwehr muss man ganz klar unterscheiden, zwischen den „No-Profit-Bränden” und den „Profit-Bränden”. Bei diesem Zwei-Klassen-Löschsystem kann man gezielt dort löschen, wo man die meisten Einnahmen vermutet. Schließlich wimmelt es auf der Welt nur von Brandherden, denn „überall wo Krisen sind, gibt es auch Feuer.” Und alleine Westerwelle hinterlässt riesige Brände hinter sich. Zwar ist ihr Löschzug auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, aber das sieht man nicht so eng.

Nebenbei klingelt das Telefon von Kämmer & Rübhausen. Anstatt eines erhofften Einsatzes meldet sich Gabi, die Frau von Reiner. Ein interessanter Einblick in das Privatleben des Feuerwehrmannes offenbart sich. Unter anderem berichtet er von Geburtsvorbereitung seines Kindes und die völlig übertriebenen Maßnahmen. „Früher auf dem Bauernhof, da war die Welt noch in Ordnung”, schildert Kämmer „Wenn da die Kuh kalbte, setzten sich die Bullen dann im Kreis?”

Auch nach der Geburt zeigen sich weitere Tücken. Die zweisprachige Erziehung seines Kindes nimmt Kämmer ganz locker. Mit „Man sees himself” verabschiedet er sich bei seinem Sprössling, auf Deutsch so viel wie: „Man sieht sich!”

Das Kabarettisten-Duo Kämmer& Rübhausen zeigte im Talbahnhof eine Show voller Wortwitz und spielte mit seiner übertriebenen Weltanschauung auf Probleme in Politik und Medien an. Aber die unrealistischen Darstellungen haben einen wahren Kern, der das Publikum der Indestadt mehrfach zum Schmunzeln brachte.
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