Duo „Lights Out“ auf Tour durch die Republik

Von: Tobias Röber
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Mit „We became a City“ wollen Kevin Bernardo (links) und Kim Carlos Gaubies den nächsten Schritt ihrer Karriere machen. Foto: René Büttgen

Eschweiler/Aachen. „Jetzt sind wir pleite“, sagt Kevin Bernardo, 25 Jahre alt, und grinst dabei. Der Indestädter ist der eine Part des Duos Lights Out und wirkt trotz des finanziellen Status Quo nicht unglücklich. Der Aachener Kim Carlos Gaubies (22) nickt zustimmend. Der Grund: Das hart ersparte Geld ist für das zweite Album der Band drauf gegangen. „We became a City“ heißt es und wird morgen Abend im Aachener Musikbunker vorgestellt.

Anschließend geht es für die beiden erstmals auf Tour durch Städte in ganz Deutschland. „2014 war für uns ein gutes Jahr“, sagt Bernardo. Es geht aufwärts für die Band. So, wie eigentlich schon seit der Bandgründung vor etwas mehr als zwei Jahren. In einer anderen Band lernen sich Bernardo und Gaubies zuvor kennen. Nach deren Ende bringt sie der Zufall wieder zusammen.

Sie treten auf, die Resonanz ist positiv und so wagt sich das Duo auch auf die Bühnen bei Wettbewerben. Mit großem Erfolg: Lights Out gewinnt den Simmerather Music Contest 2013 und wenige Wochen später auch den Stawag Music Award. Das ermöglicht ihnen die Veröffentlichung der ersten EP mit fünf Titeln, die 2014 erscheint. Das Ziel des Duos für den Rest des Vorjahres: viel spielen und eisern sparen. „Das hat schon viel Disziplin erfordert“, sagt Kevin Bernardo.

„Bodenständig bleiben“

Disziplin, die sich bezahlt gemacht hat. Morgen Abend stellt das Duo sein zweites Album vor. Dessen Titel „We became a City“ (Wir wurden eine/zur Stadt) steht für die Entwicklung der Band. Beide Musiker stellen jedoch klar, dass sie mit diesem Titel keineswegs ausdrücken wollen, dass sie sich bereits als „große Nummer“ sehen. „Wir müssen bodenständig bleiben“, sagt Gaubies und Bernardo meint: „Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an.“

Musikalisch bleibt sich die Band treu. „Klar, dynamisch und tanzbar“ (Kevin Bernardo) klingt Lights Out weiterhin. Aber auch „ein bisschen breiter und fetter“, wie Kim Carlos Gaubies ergänzt. Der Grund: Die Band experimentiert – unter anderem mit Bass Drum und Synthesizer. Auch E-Gitarre, Tamburin und ein Shaker sind auf „We became a City“ zu hören. Beide Musiker bedienen in der Regel zwei Instrumente gleichzeitig.

Rund 4000 Euro kostet die Produktion eines solchen Tonträgers. Der erste wurde von der Stawag bezahlt, die neue ist komplett eigenfinanziert.

Von den 500 gepressten Silberlingen der ersten EP sind noch einige wenige Exemplare übrig und auch das neue Album wird es 500 Mal geben. Zudem ist es über die gängigen Internetportale erhältlich. Ein gutes Drittel davon wird für Promotion verwendet. Kim Carlos Gaubies, der nach seiner Straßenbau-Ausbildung sein Abitur baut, und Kevin Bernardo (arbeitet Vollzeit in einem Steuerbüro) haben nach wie vor den Traum, von der Musik zu leben. Das funktioniert derzeit noch nicht.

Deswegen geht der Urlaub in diesem Jahr größtenteils für die Tour drauf (siehe Infobox). Allerdings kostet auch eine solche Tour Geld. Reserven? Fehlanzeige! Die Band Lights Out zeigt jedoch auch in diesem Fall ihre Kreativität. Statt sich Hotelzimmer zu gönnen, bedient sich das Duo des Couchsurfings. „Nie gehört“, denkt da sicher der eine oder die andere. Vereinfacht ausgedrückt: Die beiden Musiker übernachten in den jeweiligen Städten privat bei anderen Couchsurfern.

Auch um die Auftritte kümmert sich die Band selbst. Rund 50 Clubs werden angeschrieben, immer wieder gibt es Absagen. Das Motto lautet: hartnäckig bleiben. Das zahle sich aus, erklärt Kevin Bernardo.

Bei der Tour möchte das Duo natürlich vor allem sein neues Album präsentieren. Sechs Titel sind auf diesem zu hören. Inhaltlich beschäftigt sich das Album mit der Reife, dem Erwachsenwerden und der vergehenden Zeit. Einige Songs entstanden recht spontan, wie sich Kim Carlos Gaubies erinnert. So zum Beispiel „Falling in Love with Girls“. An diesem Abend sei das Duo „sehr kreativlos“ gewesen. „Also sind wir zur Tanke gefahren und haben uns Bier geholt. Auf einmal war die Kreativität wieder da.“ Ein Stück weit ist das Album wieder autobiografisch. Etwa beim Titel „The Key“, in dem eine Trennung verarbeitet wird.

Als die Lieder fertig sind, muss die nächste Frage geklärt werden: „Wo wird das Album aufgenommen?“ Die Beiden suchen im Internet und stoßen auf den Kölner Aras Yadegari. Mit ihm produzieren sie den Tonträger in der Skyline Tonfabrik Düsseldorf.

Kai Blankenberg verpasst dem Album den musikalischen Feinschliff. „Es ist für uns eine große Ehre und eine tolle Erfahrung“, sagt das Duo. Blankenberg zählt etwa die Beatsteaks, Die Happy, Die Toten Hosen, Silbermond, Klee, H-Blockx, Madsen, Ben Becker und die Puhdys zu seinen Kunden. „Es ist ein Produkt, auf das wir stolz sind“, so Kevin Bernardo.

Glücksbringer

Jetzt will die Band viel spielen und auf sich aufmerksam machen. „Wir wünschen uns natürlich professionelle Unterstützung“, erklären beide unisono.

Das neue Plattencover ziert ein portugiesisches Muster. Wie der Name vermuten lässt, ist Kevin Bernardo Portugiese. Das Duo trägt blau-weiße T-Shirts und sitzt in einem blau-weiß gestreiften Strandkorb. Warum? Weil diese Farben Glück bringen. Beim Stawag Music Award trugen sie bei ihrem Sieg Shirts in diesen Farben. Mit diesen Glücksbringern soll der nächste Schritt gelingen. Wie passend, dass die beiden in diesem Jahr in der Jury des Aachener Musikwettbewerbs sitzen...

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