Dürwisser strampelt für "Lohner Hof"

Von: ran
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Nach mehr als 3600 Kilometern am Ziel: Philipp Reis wurde am Samstagnachmittag von Heinz Brosig herzlich in Empfang genommen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war ein langer Weg für einen guten Zweck. Mehr als 3600 Kilometer legte der Indestädter Philipp Reis in den vergangenen fünf Wochen zurück - auf seinem Fahrrad. Und jeder Kilometer bedeutet für das Reit- und Therapiezentrum „Lohner Hof” bares Geld.

Denn der Ausdauersportler spendet der Einrichtung in Eschweilers Norden pro gefahrene 1000 Meter einen bestimmten Betrag. Zusätzlich mobilisierte und motivierte er sowohl vor als auch während seiner Tour weitere Mitstreiter, die das Therapiezentrum, in dem wöchentlich rund 100 behinderte Menschen im Alter von drei bis 83 Jahren betreut werden, unterstützen wollen.

Am Samstagnachmittag überquerte Philipp Reis nun die Ziellinie genau dort, wo seine Reise 35 Tage zuvor begann. Auf dem Lohner Hof, wo er von Heinz Brosig, dem Vorsitzenden des Reit- und Therapiezentrums
e.V., mit einem Blumenstrauß gebührend empfangen wurde.

„Es war eine rundum gelungene Tour”, zog Philipp Reis bereits unmittelbar nach seiner Ankunft ein positives Fazit. Und dies keinesfalls todmüde, sondern bestens gelaunt. Nach dem Start in Eschweiler führte die Route den leidenschaftlichen Radfahrer durch die Eifel, entlang der Saar und dem Rhein nach Basel, durch das Schweizer Jura bis Nyon am Genfer See, über den Simplon- und den Furkapass, den St. Gotthardt in Richtung Zürichsee, entlang des Bodensees bis nach Füssen, von wo er sich entlang der Flüsse Inn, Donau, Neckar und Rhein wieder langsam der Heimat näherte.

Die letzte Etappe des Radmarathons begann schließlich am Samstagmorgen in Bad Neuenahr. Nach den Zwischenzielen Euskirchen und Zülpich erwarteten ihn in Düren seine Frau Monika sowie Renate und Toni Peters, um ihn auf den letzten Kilometern zu begleiten.

Unterwegs hatte der 57-Jährige nicht zuletzt auch mit extremen Witterungsbedingungen zu kämpfen. „An einem Tag stieg das Thermometer in der Sonne bis auf 46 Grad Celsius. Im Allgäu musste ich dann aufgrund eines Unwetters eine Zwangspause einlegen”, berichtet der Dürwisser, der unterwegs keinesfalls alleine war.

„Ich habe immer wieder Anschluss bei anderen Radfahrern gefunden. So habe ich hinter Lindau die Bekanntschaft mit einem Ehepaar aus Herzogenrath gemacht. Während des Gesprächs stellte sich dann heraus, dass der Mann als Lehrer an der Gesamtschule in Eschweiler beschäftigt ist. Und am Rhein standen auf einmal zwei Dürwisser vor mir”, lacht Philipp Reis über die Tatsache, dass die Indestadt (fast) überall vertreten ist.

Besonders wichtig ist ihm aber, dass er während seiner Tour immer wieder auf die Arbeit des Reit- und Therapiezentrums Lohner Hof aufmerksam machen konnte. „Ich habe auf meinem Weg ununterbrochen versucht, für das Projekt zu werben”, betont er, dass nicht er, sondern die Arbeit mit den behinderten Menschen im Mittelpunkt des „Abenteuers” stand und steht.

„Wir sind auf Spenden und damit auf solche Aktionen angewiesen”, macht Heinz Brosig deutlich. „Deshalb waren wir sehr froh, als Philipp Reis auf uns zukam und uns von seiner Idee berichtete”, dankt der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins dem Radsportler und dessen Mitstreitern für ihr Engagement.

Schließlich werden auf dem Gelände des Lohner Hofs Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen betreut. „Wir bieten hier Menschen, darunter auch mehrfach Schwerstbehinderte, Therapiemöglichkeiten, die diese wirklich benötigen. Wichtig ist für uns vor allem, dass unsere Hilfsangebote erschwinglich bleiben. Um dies zu gewährleisten, übernehmen wir derzeit für drei Personen die Therapiekosten”, erklärt der Ehrenamtler.

Das Geld, das Philipp Reis mit seiner Benefiz-Radtour „erstrampelte”, soll helfen, einen Lifter, der Rollstuhlfahrer in den Pferdesattel hievt, anzuschaffen. „Ein Gerät, das unseren Klienten sehr weiterhelfen wird”, ist Heinz Brosig überzeugt.

Überzeugt ist auch Philipp Reis. Nämlich davon, dass die nun zu Ende gegangene Fahrt nicht seine Letzte für den guten Zweck war. Und auch seine nächste Radtour soll einem wohltätigen Zweck vor Ort zu Gute kommen. In den nächsten Tagen beschränkt sich Philipp Reis allerdings auf kürzere Strecken im Radsattel. „Man soll es auch nicht übertreiben”, schmunzelt er.

Doch im kommenden Jahr dürften wieder größere Aufgaben auf den Radsportenthusiasten warten.

Therapiezentrum ist auf Spenden angewiesen

Das Reit- und Therapiezentrum Lohner Hof e. V., das vom Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten anerkannt ist, ist bundesweit die einzige Einrichtung ihrer Art, die ein Qualitätsmanagementsystem nach internationaler Norm (ISO 9001) eingeführt hat und im November 2007 vom TÜV Rheinland zertifiziert wurde.

Angeboten werden die Hippotherapie (eine krankengymnastische Übungsbehandlung auf einem vorwiegend im Schritt am Langzügel geführten Pferd), das heilpädagogische Reiten/Voltigieren sowie das Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung. Um diese Therapiemöglichkeiten aufrecht halten zu können, ist der Lohner Hof auf Spenden angewiesen (Konto 7 268 428 bei der Sparkasse Aachen, Bankleitzahl 390 500 00). Weitere Informationen sind im Internet sowie unter 559378 zu erhalten.

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