Dürwisser strampelt für die gute Sache

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
Philipp Reis
Umkreist mit dem Fahrrad die Nordsee: Der Dürwisser Philipp Reis sammelt mit seiner Benefiztour Spenden für den Kinderhospizdienst.

Eschweiler. Philip Reis tritt kräftig in die Pedale. Für einen guten Zweck. Der Dürwisser möchte mit seinem Drahtesel die Nordsee umrunden und dabei fleißig Spenden sammeln für den ambulanten Kinderhospizdienst. Am 23. April begann seine Mission, Ende Juli will er wieder zu Hause sein.

Inzwischen hat er bereits 3500 Kilometer hinter sich gelassen und 14.200 Höhenmeter bewältigt. „Aber Philipp geht es gut”, berichtet seine Gattin Monika Reis. Trotz der Strapazen.

Wann genau die Idee reifte, mit dem Fahrrad eine solche Tour zu unternehmen, weiß sie nicht mehr so genau. „Aber wir haben uns irgendwann entschlossen, etwas zu tun”, erzählt sie. Und was lag da für einen passionierten Hobbyfahrer wie Phillipp Reis näher, als eine Benefiztour zu veranstalten, deren Start in Oostduinkerke erfolgte.

Unterstützt wurde er schnell von seinem ehemaligen Arbeitgeber RWE Power. „RWE Companius”, die Dachorganisation des Konzerns für gesellschaftliches Engagement der Mitarbeiter, gibt 500 Euro. Wie viel sich inzwischen durch die Tour auf dem Konto des ambulanten Kinderhospizdienstes Sonnenblume befindet, weiß die Familie Reis nicht. Erst am Ende wird abgerechnet - und jeder gefahrene Kilometer schlägt sich in der Spendensummer nieder.

6500 Kilometer werden es am Ende ungefähr sein. Ein neuer Rekord für den 56-jährigen ehemaligen RWE-Mitarbeiter, denn in der Vergangenheit unternahm er schon zwei Mal Benefiztouren für den Verein, der todkranke Kinder und ihre Familien begleitet. 2500 Kilometer absolvierte er bei seiner Tour von Stockholm nach Aachen, etwa 5000 Kilometer waren nach seiner Rundfahrt durch Neuseeland auf dem Tacho zu lesen.

Der ambulante Kinderhospizdienst Sonnenblume für die Kreise Aachen und Heinsberg gehört dem Deutschen Kinderhospizverein an. In vielfältiger Weise kümmert er sich um todkranke Kinder und deren Familien. Dort erfahren die Betroffenen unentgeltlich Beistand. Gespräche gehören ebenso zum Angebot wie der Aufbau eines Netzwerkes, bei dem sich Eltern untereinander austauschen können. Selbst in solch alltäglichen Dingen wie Einkauf und der Versorgung des Hauses entlasten die Mitarbeiter des Hospizdienstes die oft mit der Situation überforderten Eltern. Auch Geschwister werden natürlich einbezogen.

Die Begleitung übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter, die eigens für diese Aufgabe geschult wurden. Dazu gehören der Umgang mit Abschied und Trauer, mit Sterben und Tod, aber auch die Krisenbewältigung und die Kommunikation mit den betroffenen Familien. Finanziert wird die Arbeit des Kinderhospizdienstes größtenteils mit Spenden.

Für die Dürwisser Familie Reis reichlich Gründe, sich für den ambulanten Hospizdienst einzusetzen. Dabei lernt Philipp Reis zudem neue Länder und Leute kennen. Nach Belgien, den Niederlanden und Deutschland erreichte er Dänemark. Über Schweden und Norwegen setzt er nach Schottland über. Dort wird er übrigens auf seine Frau, auf Monika Reis treffen, die ihn für einige Wochen auf seiner Fahrt durch England begleiten wird.

Übernachten wird das indestädtische Duo in Jugendherbergen und Wanderheimen. So wie dies bisher Philipp Reis alleine auch getan hat. In einigen Ländern, vor allem in den Benelux-Staaten, bestehen für Radfahrer eigene Unterkünfte. Manchmal musste allerdings improvisiert werden. Dann koordinierte Monika Reis von Eschweiler aus, wo ihr Mann die Nacht verbringen kann, denn eine solche Tour „kann man nicht bis ins kleinste Detail vorbereiten”.

Bisher verlief die Benefiztour ohne große Probleme. „Mal einen Platten, mal schlechtes Wetter und natürlich viel zu selten Rückenwind”, sagt Monika Reis mit einem Schmunzeln, aber sonst sei alles glatt gelaufen. Den nötigen Schub könnten viele Spenden verschaffen - auf das Konto des Kinderhospizdienstes. Deswegen kann die Familie Reis auch keine Zwischenstandsmeldung abgeben. „Da das Geld unmittelbar auf das Konto des Vereins geht, werden wir erst am Schluss erfahren, wie viel zusammengekommen ist”, erklärt sie.

Die letzten Etappen muss Philipp Reis, der im Dürwisser DRK tätig war und bei der Eschweiler Tafel hilft, allerdings alleine bewältigen. Nach der Fahrt durch England führt die Reise über Frankreich und Belgien zurück nach Deutschland. Im Internet berichtet die Familie über die einzelnen Stationen. Wer immer auf dem Laufenden bleiben möchte, der kann auf der Website des ambulanten Kinderhospizdienstes die Bildergalerie mit dem Tagebuch anklicken. Die Internetpräsenz gibt auch weitere Informationen zur Arbeit des Dienstes.

Der genaue Tag der Rückkehr steht ebenso wenig fest wie der Ort, wo der Indestädter Philipp Reis nach seiner langen Tour durch Nord-West-Europa empfangen wird. Das soll kurzfristig festgelegt werden.
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