Dünger-Gestank: Einige Anwohner rümpfen die Nase

Von: pan
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Bittet aktuell um Verständnis für die Geruchsbelästigung: Landwirte-Sprecher Hubert Mock. Foto: Christina Handschuhmacher

Eschweiler. Derzeit stinkt es manchen Anwohnern gewaltig. Den Grund dafür liefern die Eschweiler Landwirte, die die trockenen Tage dazu nutzen, Dünger einzutragen. Der Sprecher der Ortsstelle Eschweiler der Landwirtschaftskammer, Hubert Mock, bittet um Verständnis: „Durch das schlechte Wetter im vergangenen Monat hat sich unsere Ernte verzögert.“

Deswegen müsse man die jetzige Trockenheit intensiv für die Feldarbeit nutzen. Auf den Feldern sind meistens Lohnunternehmer damit beschäftigt zu düngen. Viele von ihnen stammen aus den Niederlanden und Belgien, was auch in Internetplattformen zu heftigen Diskussionen führt. Viele Menschen beschweren sich im Netz nicht nur über den Gestank, sondern spekulieren auch, dass der Dünger gefährlich sei. Dem widerspricht Mock heftig und verweist darauf, dass jeder Landwirt nachzuweisen hat, was er auf seinem Feld aufträgt.

Auch die Art der Verarbeitung ist vorgeschrieben. So wird auch nach wie vor Gülle als Düngemittel genutzt, allerdings wird sie sofort eingearbeitet. Derzeit werden in Eschweiler ohnehin vorrangig Gärsubstrat aus Biogasanlagen und Champost, die übrig bleibende Erde von der Champignon-Zucht, verwendet. Beide Düngemittel riechen zwar streng, sind jedoch für Natur und Mensch völlig ungefährlich. „Der unangenehme Geruch ist außerdem meistens nach wenigen Stunden verflogen“, berichtet Hubert Mock, der selbst einen Landwirtschaftsbetrieb in Dürwiß leitet.

Er setzt auf einen offenen Dialog mit den Anwohnern. Dass einzelne nicht gesprächsbereit sind, musste er am Dienstag erfahren, als ein Arbeiter massiv von einem Mann bedroht wurde. „Das geht dann zu weit“, sagt Mock. Er hat aber auch positive Rückmeldungen erhalten. Als er dem Leiter eines Autohauses angekündigt habe, dass das Feld nebenan gedüngt werde und es einen Tag lang stinken könne, erhielt er als Antwort: „Das ist nicht schlimm, wir leben ja auf dem Land, da ist das eben so.“

Mock geht davon aus, dass bis Ende der Woche alle Felder in Eschweiler gedüngt sind und die Anwohner danach wieder ohne Geruchsbelästigung durchatmen können. Die Landwirt haben allerdings keine Verschnaufpausen, denn die Zeit drängt: In Kürze muss der Raps gesät werden, anschließend folgt die Gerste. Auch dies hat der regnerische Sommer nach hinter verschoben.

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