Drachenvater schlägt Fährmann-Schüler zu Rittern

Von: ran
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Der Ritterschlag: Kinderbuchau
Der Ritterschlag: Kinderbuchautor Chris Boge ließ seinen jungen Zuhörern von der Willi-Fährmann-Schule diese Ehre als verdienten Lohn zukommen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ein Ritter in der Schule! Dieses Privileg genossen nun die Schüler der Klassen M1, M2 und M3 der Willi-Fährmann-Schule. Im Rahmen des Leseförderprojekts „Lesen (er)leben im Indeland 2011” war Kinderbuchautor Chris Boge zu Gast.

Und der Schriftsteller hatte nicht nur einige Bücher und Geschichten im Gepäck, sondern auch die eine oder andere Utensilie eines echten Ritters aus dem Mittelalter.

Angefangen bei Kleidungsstücken aus Filz, die die edlen Kämpen sowohl vor der Kälte als auch vor gegnerischen Angriffen schützen sollten, bis hin zu einem in Schottland originalgetreu hergestellten Schwert, präsentierte der in Köln lebende Autor den staunenden Schülern einfallsreich die längst vergangene Zeit der Ritter, Burgen und Drachen.

Initiatorin des Projekts ist Manuela Hantschel von der Agentur „Leseteppich”, die in Kooperation mit der Indeland-GmbH und einigen Kommunen, darunter Eschweiler, die Autoren und die Schulen zusammenbringt. „In diesem Jahr lesen fünf Autoren in sieben Schulen der Region”, berichtet Manuela Hantschel, der es besonders wichtig ist, dass die Autoren die Schulen besuchen und nicht umgekehrt.

„Leseförderung ist Sprachförderung. Und diese funktioniert nur über die Faszination für Geschichten”, ist Hantschel überzeugt. Diesem Leitsatz stimmt Yvonne Cretu, Klassenlehrerin der Klasse M1 der Willi-Fährmann-Schule uneingeschränkt zu. „Es ist einfach wichtig, die Lesefreude und das Interesse der Kinder an Büchern zu wecken.”

Dies gelang Chris Boge im Handumdrehen. Gebannt hingen die Schüler an seinen Lippen, als der Autor, der auch als Dozent für englische Literatur tätig ist, die Geschichte „Ein Hoch auf Ritter Igelfuß” nicht nur vorlas, sondern vorspielte. Im Anschluss löcherten die Kinder den bald 37-Jährigen mit zahlreichen Fragen zu seinem Beruf.

So erfuhren sie, dass Chris Boge bisher sieben Bücher verfasst hat, ihm seine Arbeit fast immer Spaß macht, „auch wenn sie manchmal ganz schön anstrengend ist”, und er auf den Spuren seiner Mutter, der bekannten Kinderbuchautorin Nortrud Boge-Erli, wandelt. „Diese hat bisher nahezu 70 Bücher geschrieben. Als Kind habe ich sie oft zu ihren Lesungen begleitet, das war für mich ganz normal. Und irgendwann habe ich dann gemerkt, dass es auch mir Spaß macht, mir Geschichten auszudenken.”

Dass von der ersten Idee bis zur Vollendung eines Buches durchaus ein Jahr vergehen kann, war für die meisten Schüler keine Überraschung. Die Tatsache, dass Chris Boge aber auch der Autor einer fast 500 Seiten starken wissenschaftlichen Abhandlung in englischer Sprache ist, beeindruckte die jungen Zuhörer doch ganz schön.

Genauso wie die abschließende Geschichte „Heizdrache Baftala”, in der Marla und Carlos das friedfertige Ungetüm nach 427 Jahren Schlaf aufwecken. Zunächst nicht sehr erfreut, ist Baftala aber schon bald derart von den Rechenkünsten Carlos´ begeistert, dass er sich bereit erklärt, die eisige Burg, in der Marla und Carlos leben, mit seinem Feuer zu erwärmen.

„Für die Schüler war diese Lesung etwas besonderes. Wir haben uns darauf gefreut und es hat sich gelohnt”, dankte Yvonne Cretu auch im Namen ihrer Kollegin Sabine Popall dem Autor sowie der Projektinitiatorin. Chris Boge hielt aber noch eine außergewöhnliche Belohnung für die aufmerksamen und interessierten Schüler bereit. Der Autor nahm sein Schwert zur Hand und schlug nicht wenige Schülerinnen und Schüler zu Rittern.
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