Dorfschule in Geich wird Vorzeige-Immobilie

Von: Julian Loevenich
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Ralf Heinzen, Angelika Berg-Heinzen und Bernd Schwärtzel (von links) vor dem prämierten Wohnhaus. Foto: Julian Loevenich

Langerwehe-Geich. Vier Meter hohe Wände ragen zur Decke hin, durch die übergroßen Fenster strömt das Licht in die Räume. Im Flur erhebt sich die alte Holztreppe majestätisch in die Höhe. Von außen wirkt das Haus in der Straße mit dem Namen Herrengarten im Langerweher Ortsteil Geich gewaltig, rustikal, ein wenig ergraut – doch hier trifft Historie auf Moderne;, der Zeitgeist des 19. Jahrhunderts auf das umweltbewusste Denken der durchtechnologisierten Gegenwart.

Angelika Berg-Heinzen und ihr Mann, Ralf Heinzen, erwarben 2003 die ehemalige Dorfschule in Geich. Heute, zehn Jahre später, gewinnen sie mit dem Haus den mit 5000 Euro dotierten „RWE-Innovationspreis Wärmepumpe“. „Damals haben wir in Gürzenich gewohnt, wollten umziehen und sind dann über einen Makler an dieses Haus gelangt“, erzählt Ralf Heinzen. Die Tochter des ehemaligen Rektors war gestorben und die betagte Immobilie stand zum Verkauf. Heinzens schlugen zu, machten Nägel mit Köpfen.

Sie investierten viel Geld und noch mehr Zeit, um das herrschaftliche Haus zu sanieren. Ein Wärmedämmverbundsystem wurde angebracht, neue Fenster eingebaut, das Dach saniert, „ohne den Charakter des Hauses zu zerstören“, so Ralf Heinzen. Im Keller wurde dann das eigentliche Schmuckstück, das Herz implantiert: die Wärmepumpe. Durch Luft, die aus der Umgebung eingesogen wird und ein komplexes System durchläuft, wird geheizt.

Das ist umweltfreundlich, energiesparend und preiswerter als die ursprüngliche Ölheizung. „In zwölf Jahren wird sich die Wärmepumpe gerechnet haben“, blickt Ralf Heinzen zuversichtlich in die Zukunft. Der Energiekonzern aus dem Rheinland findet solche Installationen förderungswürdig: „Zum dritten Mal gab es jetzt schon den Wettbewerb“, berichtet Bernd Schwärtzel vom Flächenvertrieb, der Familie Heinzen die Auszeichnung übergab. Sowohl Geschosswohnungsbauten als auch gewerblich genutzte Immobilien konnten bei dem Wettbewerb angemeldet werden.

In vier Kategorien wurde von einer Fachjury die Kreativität und Innovationsberichtschaft in Bezug auf den Einsatz von Wärmepumpen bewertet und insgesamt mit 50.000 Euro prämiert.

Für Angelika Berg-Heinzen und Ralf Heinzen hat sich die Arbeit der letzten Jahre gelohnt, der Mut auf neue Ideen zu setzen, sie zu finanzieren und „viel Drecksarbeit“ zu erledigen.

Die Familie ist stolz auf sich und zeigt ein feines Gespür dafür, wie Historie mit heutigem Bewusstsein zu einem innovativen Ganzen verschmilzt. Eine kleine Tafel zeugt nun von der Auszeichnung. Irgendwo an den vier Meter hohen Wänden wird sie ihren würdigen Platz erhalten.

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