Doktorhut „humoris causa“ für den jecken Michael Henkel

Von: ran
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Hochkarätiger Neuzugang: Michael Henkel (2. v. l.) trägt seit Freitagabend den Ehrentitel „Doktor humoris causa“ und verstärkt somit eine honorige Herrenrunde, der Dieter Sawall (rechts) bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert angehört. Korporalschaftsführer Jörg Ortmann (links) und sein Stellvertreter Sascha Deutschle überreichten Hut und Urkunde. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Schon im Alter von fünf Jahren entdeckte er den Kosmos, der in der Indestadt „Rote Funken-Artillerie“ genannt wird. Wenige Jahrzehnte und Wachstumszentimeter später wurde ihm nun eine große Ehre zuteil: Michael Henkel trägt seit Freitagabend den Titel „Doktor humoris causa“ und verstärkt somit eine honorige Herrenrunde, deren Reigen im Jahr 1990 von keinem Geringeren als Dieter Sawall eröffnet wurde.

Welche Verantwortung auf dem neuen Würdenträger lastet, machte Laudator Guido Streußer, der vor einem Jahr in den „Doktorstand“ erhoben wurde, in seiner Rede unmissverständlich deutlich: „Wir treffen uns an absolut jedem Mittwochnachmittag zur hochintellektuellen Gesprächsrunde. Dann bleiben unsere Praxen geschlossen!“

Es war einmal mehr ein erlauchter Kreis des jecken Hochadels, der der Einladung der 11. Korporalschaft der KG Rote Funken-Artillerie Eschweiler in das Haus Lersch gefolgt war.

Schließlich galt es, einen Mann zu würdigen, der nicht nur seit gut sechs Wochen im Stand der Ehe weilt, sondern sich um das Brauchtum Karneval mehr als verdient gemacht hat: Funke „Plattmännche“ war Teil der Gesangs- und Parodiegruppe „Brasselskriemer“, macht seit 1987 mindestens 50 Prozent des Gespräch-Duos „Labbes on Drickes“ aus, ist Gründer und Leiter der Eschweiler Büttenredner-Schule, Initiator des Büttenredner-Stammtischs „Eischwiele Mullejaane“, Mitglied der „Jupp-Carduck-Gesellschaft“ und somit auch Mitorganisator des „Elften im Elften“. Darüber hinaus fungiert er als Korporalschaftsführer der Reiterstaffel der Roten Funken und, und, und...

Ihm zu Ehren stimmte die versammelte Gemeinschaft sogleich den „Cantus carnevalis“ zur Melodie des kurpfälzischen Jägers an, bevor mit Peter Deutschle ein „Jong us em Leääve“ das Wort ergriff und dabei tief in die Vergangenheit eintauchte. „Es ist schon lange her, dass das Wort Freundin für mich von Bedeutung war. Damals existierte die SPD noch bundesweit!“ Die Dürener Mundartband „De Halunke“ ließ anschließend die Sterne am Himmel tanzen und versicherte auf engstem Raum „M´r jeeht et joot“.

Zwischentitel

Vollkommen überrascht wurde dann „Drieckes“ von der Aufforderung, die Jörg Ortmann, seines Zeichens Führer der 11. Korporalschaft der „Roten“, aussprach: Die Aufgabe lautete, eine Laudatio auf den „baldigen ehemaligen Nicht-Doktor“ zu halten. Doch „Dr. Guido Streußer“ ließ sich keinesfalls lumpen, zog kurzerhand das eine oder andere Grußwort eines gewissen Äu Lersch aus der Tasche und kam abschließend zu dem Ergebnis. dass es „Deutschlands Hoffnung“ verdient habe, in den Doktorstand erhoben zu werden.

Als frischgebackener Hutträger unterstrich Dr. Michael Henkel, dass die Wortschöpfung „Nafri“ im übrigen ein alter Hut sei. „Seit mindestens 20 Jahren antwortet Äu Lersch zu vorgerückter Stunde auf die Frage, ob noch etwas zu essen da sei: Nur alte Frikadellen!“ In Sachen Dissertation habe es zwar zahlreiche Vorschläge gegeben, darunter eine Abhandlung zum Thema „Artgerechte Haltung von Scharwächtern“, doch letztlich gelte: „Allein, dat ich ene Jeck bin, muss reichen“, schloss „Dr.“ Michael Henkel.

Und traf damit offensichtlich den Nerv der übrigen Jecken im Saal. Diese erhoben sich nämlich prompt von ihren Sitzen und stimmten „Hoch soll er leben“ an.

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