Eschweiler - Diva aus der Glitzerwelt streift die Pailletten ab

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Diva aus der Glitzerwelt streift die Pailletten ab

Von: zsa
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Sorgte vor allem musikalisch für beste Unterhaltung im Kulturzentrum Talbahnhof: Alexander Pohl als auf dem Land gestrandeter Volksmusikstar Alé. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler. Was passiert, wenn eine waschechte Diva der Volksmusikszene auf dem Land untertaucht? Kann man das Showbusiness einfach hinter sich lassen und alle Pailletten ablegen? Wie dies dem Volksmusikstar Alé mehr oder weniger gelingt, demonstrierte am Sonntagabend Alexander Pohl mit seinem Programm „Alé goes Country - Eine Diva auf dem Lande” dem Publikum im Kulturzentrum Talbahnhof.

Mit viel Charme, Witz und vor allem Gesang präsentiert der Indestädter Pohl beim „Heimspiel” der Eschweiler „Dorfgemeinde” die glamouröse Welt der Volksmusik und des Schlagers mit all ihren Höhen und Tiefen und beweist, dass diese nicht immer altbacken und humorlos daherkommen müssen.

Für besondere Begeisterung sorgt dabei sicherlich Alés rekonstruierter Auftritt, bei dem der Künstler als Ersatz für Helene Fischer auf der Tournee der Volksmusikstars um Florian Silbereisen im ostdeutschen Suhl hätte auftreten sollen. Getreu dem Motto „Ich habe da mal etwas vorbereitet” werden die Gäste im vollbesetzten Talbahnhof mit Plastikblumen und Plakaten ausgestattet, um den Star auf der Bühne gebührend zu feiern. Sowohl Pohl als auch das Eschweiler Publikum enttäuschen einander nicht: Alés Version von Helene Fischers Hit „Mitten im Paradies” reißt Jung und Alt im Talbahnhof sofort mit.

Aber es gibt ja da noch die Schattenseiten der Volksmusikfeste, und so berichtet Alé, wie er vor Florian Silbereisen und seiner „Mafia” Marianne und Michael mit deren „Bluthund” aufs Land nach Eschweiler flüchten musste, nachdem das Gerücht entstand, er würde Helene Fischer nicht nur musikalisch, sondern auch als Partnerin von Silbereisen ersetzen. Mit „Blue Bayou” und „Bella Notte” singt sich Pohl verträumt in den Schlaf auf seinem Feldbett aus Strohballen, um dann feststellen zu müssen: „Das ist unbequem, sieht aber geil aus.”

Gesungener Blumenstrauß

Alé findet sich jedoch mit seiner Situation ab und macht es sich auf dem Land gemütlich. Nun überwindet er sogar seine Angst vor der Natur, wird zum Vegetarier und arrangiert zur Freude des Publikums in einem atemberaubenden Medley nicht nur einen musikalischen, sondern sogar einen echten (Plastik-)Blumenstrauß, bei dem selbstverständlich die „weißen Rosen aus Athen” genauso wenig fehlen dürfen wie die „Tulpen aus Amsterdam”.

Dass er auch ein gewisses Gespür für das weniger intellektuelle, aber dafür aktuellere TV-Programm hat, bewies der sympathische 35-jährige Kabarettist und Sänger, dessen Karriere nach eigenen Angaben vor rund zehn Jahren im Talbahnhof begann, mit seinen gelungenen Anspielungen auf die zahlreichen so genannten TV-Dokushows, die sich mal mehr oder weniger auf dem Land zutragen.

So freundet sich Alé schnell mit Nachbarin Narumol (aus „Bauer sucht Frau”) an, kommt sich vor wie Paris Hilton in „The Simple Life”(„Null Plan, aber angeschäkert und aufgeheitert”) und muss mit Entsetzen feststellen, dass auf sämtlichen umliegenden Bauernhöfen plötzlich der Schuldnerberater Zwegat, die „Supernanny” und Tine Wittler mit ihren Kameras vorbeischauen.

Nach dem befreienden Schrei „Holt mich hier raus, ich bin ein Star” kommt mit der schriftlichen Entschuldigung von Florian Silbereisen die Erlösung. Und so verabschiedete sich Alexander Pohl als lebende Diskokugel mit Wencke Myhres „Wir leben” vom begeisterten Publikum.
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