Digitaler „Reader“ ist starker Konkurrent

Von: Pia Schieren, Anna Schmitz und Pia Schön
Letzte Aktualisierung:
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Bücher zum Anfassen: Darin blättern und in ein Regal stellen – das geht mit beiden Varianten. Doch viele Leser ziehen die gedruckte Form dem elektronischen Reader vor. Foto: Imago/imagebroker

Eschweiler. Klein, handlich und für jedermann geeignet – das E-Book der neue technische Trend. Es bietet eine abwechslungsreiche Alternative gegenüber dem klassischen Buch. Die verstellbare Schriftgröße und die umfangreichere Auswahl an Lesestoff auf geringem Raum sind Vorteile des Readers. Jörg Drescher, Geschäftsführer der Buchhandlung Oelrich & Drescher, sieht einen weiteren Pluspunkt im Preis des E-Books, da diese im Durchschnitt zehn Prozent billiger als gedruckte Schmöker sind.

Das elektronische Buch weist allerdings die Problematik auf, dass man es nicht so leicht an Freunde und Kollegen verleihen kann, sondern den gesamten Reader aus der Hand geben muss. So macht es zum Bespiel die Stadtbücherei: Diese verleiht E-Reader mit bestimmten Paketen, das heißt mit einer festgelegten Auswahl an Büchern.

Auch die verschiedenen Buchläden in Eschweiler möchten ihren Kunden, die bereits E-Reader verwenden, das digitale Lesen ermöglichen. Deshalb bieten sie auf ihren Internetseiten E-Books an, die man kaufen und downloaden kann, direkt auf den Reader. Hannelore Wolter, die Geschäftsführerin der Buchhandlung Librodrom, ist sich sicher: „Der Markt wird sich verändern. Das E-Book stellt eine starke Konkurrenz dar und wird die Taschenbücher auf Dauer vollständig ablösen.“ 800.000 E-Book-Reader sind laut Bitkom im vergangenen Jahr verkauft worden. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem 230.000 solcher Geräte verkauft wurden, bedeutet dies einen Anstieg um 247 Prozent. Für 2013 rechnet man mit einem weiteren Anstieg von 78 Prozent.

Zwei Anläufe waren nötig, bis der E-Reader auf dem Markt Fuß fasste. Was sich 1998 zuerst als Flop entpuppte, weckt jetzt immer mehr Begeisterung. Jörg Drescher sagt: „Wer ein E-Book liest, wird selbst gelesen.“ Denn er ist der Auffassung, dass „der Datenschutz unzuverlässig“ sei. Wer im Internet ein Buch kaufe, gäbe, freiwillig oder unfreiwillig, persönliche Informationen preis. Nicht nur der Buchtitel, sondern auch Lesegeschwindigkeit oder Markierungen würden kontrolliert.

Bei einem Preis zwischen 80 und 200 Euro ist der E-Reader besonders als Geschenk sehr beliebt, auch wenn, so Jörg Drescher, mehr als die Hälfte wieder umgetauscht werden, da die meisten Menschen am „normalen“ Lesen festhalten. Der Buchhändler erzählt, dass jüngere Leser größtenteils Papiergeschriebenes bevorzugen, E-Reader aber teilweise für das Studium verwenden. Durch die verstellbare Schriftgröße ist das digitale Buch besonders bei der älteren Generation beliebt.

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