Eschweiler - Dieter Sawall: Ohne ihn sähe die Scharwache anders aus

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Dieter Sawall: Ohne ihn sähe die Scharwache anders aus

Von: se
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Auch heute noch ist Dieter Sawall auf der Bühne aktiv. So wie bei der Ordensverleihung der Eischwiele Mullejaane, bei der er in die Bütt stieg. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Urkunden zieren die Wände seiner Wohnung. Seine Gesellschaft, die „Mutter Scharwache“, steht in einer Miniaturausgabe auf seiner Fensterbank. Becher und Ehrenzeichen, die das blau-gelb-schwarze Emblem tragen, gibt es, soweit das Auge reicht. Kaum ein anderer hat die Eschweiler Scharwache in den vergangenen Jahrzehnten so geprägt wie er.

Die Rede ist von Dieter Sawall. Heute wird der Ehrenkommandant der Gesellschaft 80 Jahre alt und blickt auf ein Leben zurück, das stets davon geprägt war, Traditionen und Brauchtum aufrecht zu erhalten. „Hier sind viele große Entscheidungen getroffen worden, sei es über zukünftige Prinzen oder Tanzoffiziere“, sagt er beim Betreten seines Wohnzimmers.

Geschäftswelt unter Beschuss

Seit 1956 gehört Sawall der Gesellschaft an, wurde am 11.11. desselben Jahres auf den Namen „Töff“ getauft. Bereits vier Jahre später war er als Kanzleiassistent im Vorstand aktiv. Auch als Präsident fungierte er vier Jahre lang. Doch kein Amt war ihm so auf den Leib geschneidert, wie das des Kommandanten. Dieses hatte er zwölf Jahre inne und hat bei den Mitgliedern der Gesellschaft bis heute Eindruck hinterlassen.

„Wenn es diese Position nicht schon gegeben hätte, so hätte man sie für Dieter erfinden müssen“, sagte René Külzer bei der diesjährigen Ordensverleihung der Eischwiele Mullejaane, bei der Dieter Sawall ausgezeichnet wurde. Sawalls Ziel hatte dieser bereits bei seinem Amtsantritt im Jahr 1977 klar definiert: „Ich wollte die Gesellschaft neu ordnen und dazu gehörte eine einheitliche Uniformierung der aktiven Scharwächter.“ Und sein Vorhaben ging auf. Als Dr. Heinz Jansen in der Session 1981/1982 Prinz in der Indestadt wurde, präsentierte sich die Gesellschaft in neuen Uniformen.

Doch Sawall glänzte nicht nur in seiner Paraderolle, sondern auch als Vortragender. Er war der erste Redner, der die Eschweiler Geschäftswelt in der Bütt aufs Korn nahm. Doch darüber war man ihm nicht böse, ganz im Gegenteil. „Es gab Zeiten, in denen Geschäftsleute mich angesprochen haben, weil sie traurig waren, dass ich sie in meinen Vorträgen nicht erwähnt habe“, erinnert er sich und beginnt dabei zu lachen.

Vorträge, Tänze und musikalische Darbietungen gehörten für ihn stets dazu und so tritt er bereits seit 30 Jahren mit der Formation „Scharwach-Septett“ auf. Seine Gesellschaft vertrat er zwischen 1960 und 1993 im Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler, seit 30 Jahren gehört er dem Kommandantenkreis an. Doch auch der Nachwuchs liegt Sawall sehr am Herzen. Er hat nicht nur ein offenes Ohr für Präsidenten und Kommandanten seiner eigenen Gesellschaft, denen er nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite steht, sondern griff auch stets dem Eschweiler Rednernachwuchs unter die Arme.

Auch die Freundschaft zu anderen Karnevalsgesellschaften wurde von ihm gepflegt. „Während meiner Zeit als Zekretär und Kommandant habe ich mit Tanzpaar und Gardetanz viele Ausmärsche zu befreundeten Gesellschaften unternommen, um diese bei der Gestaltung ihrer Sitzung zu unterstützen.“ Dies hat er auch stets an seine Nachfolger weitergegeben. „Wir sind die älteste Gesellschaft in Eschweiler und haben schließlich eine Vorbildfunktion“, sagt er.

„Jecke“ Familie

Doch welcher war der schönste Moment in seiner karnevalistischen Laufbahn? Daran erinnert sich Sawall noch ganz genau, schließlich liegt dieser nur wenige Monate zurück. Als Dr. Heinz Jansen auf der diesjährigen Sitzung als Präsident verabschiedet wurde, rührte eine Aussage Sawall sehr. „Er hat gesagt, dass ich das Erscheinungsbild der Gesellschaft geprägt hätte. Das war das Schönste, was er mir sagen konnte.“

Seinen 80. Geburtstag feiert das Karnevalsurgestein im Kreis seiner Familie, die, wie könnte es auch anders sein, aus eingefleischten Scharwächtern besteht. Sohn Axel ist als Zekretär im Vorstand tätig, Schwiegertochter Sandra ist die Damenpräsidentin der Gesellschaft. Schwiegersohn Frank Kaussen gehört der Reiterkorporalschaft an.

Auch wir wünschen dem Mann alles erdenklich Gute, der kurz vor seinem 80. Geburtstag noch einmal auf dem Erbsensuppe-Essen der Gesellschaft in die Bütt stieg und „seine“ Scharwächter mit einem Vortrag der Extraklasse begeisterte.

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