Diese Klänge lassen Herzen höher schlagen

Von: jope
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Feierten einen gelungenen 30.
Feierten einen gelungenen 30. Geburtstag der Franz-Liszt-Gesellschaft: Pianist József Acs, Violetta (Gesang und Querflöte), Konzertmeisterin Dr. Brigitte Petrovitsch, Moderator Siegfried Tschinkel, Dirigent Horst Berretz (von links) und das Orchester (im Hintergrund). Foto: Joachim Peters

Eschweiler. Die prominenteste Gratulantin zum 30. Geburtstag der Eschweiler Franz-Liszt-Gesellschaft ist ein Abkömmling des ungarischen Komponisten: Nike Wagner, Ur-Ur-Enkelin von Franz Liszt und Ur-Enkelin Richard Wagners.

Die Kennerin der Werke dieser beiden Komponisten, Leiterin der Weimarer Sommerfestspiele und kritische Beobachterin der zeitgleichen Bayreuther Festspiele, wäre bei freiem Terminkalender sogar selbst zum Jubiläumskonzert der Liszt-Gesellschaft ins Eschweiler Rathaus gekommen. So verlas Günther Wopperer, als junger Anwalt in Eschweiler 1982 zur Gesellschaft gestoßen und inzwischen ihr Vorsitzender, den Glückwunsch-Brief Nike Wagners.

Umso mehr freute sich Wopperer, zwei Mitstreiter der „ersten Stunde” zu begrüßen: József Acs, als musikalischer Leiter der Gesellschaft ihr unermüdlicher „Motor”, und die Witwe des verstorbenen Gründungsvorsitzenden, Dr. Ottmar Jantzen.

Dass Jószef Acs, im Hauptberuf Kantor im beschaulichen Eschweiler, auch ein Pianist von internationaler Klasse ist, bewies er erneut beim Geburtstagskonzert. Zunächst interpretierte er am Steinway-Grotian-Flügel mit Leidenschaft und Virtuosität die Polonaise As-Dur, Opus 53, von Frédéric Chopin so, wie sie Siegfried Tschinkel in seiner fundierten Moderation angekündigt hatte: als Hommage eines sehnsüchtigen Polen an seine damals politisch unterdrückte Heimat.

Unvergängliche Rhapsodien

Fühlte sich Chopin trotz seines frühen Exils in Paris stets als Pole, so der Weltenbürger Franz Liszt als Ungar. Mochte Liszt auch der - später von Bela Bartók korrigierten - Idee aufgesessen sein, dass die „Zigeunermusik” die ursprüngliche Musik seines Heimatlandes war: Selten einmal hat ein „Irrtum” solch schöne in Töne umgesetzten Emotionen hervorgebracht - wohl, weil Liszt sich selbst als Seelenverwandter der geheimnisvollen Zigeuner empfand.

Davon sprechen seine unvergänglichen Rhapsodien, deren Geist auch in der „Fantasie über ungarische Volksmelodien für Klavier und Orchester” weht. Neben den von József Acs erzeugten perlenden und virtuosen Klängen begeisterte das Spiel des Orchesters der Städtischen Musikgesellschaft Eschweiler unter der Leitung von Horst Berretz.

Obwohl selbst terminlich stark angespannt wegen eigener Konzerte zum 150-Jährigen Bestehen, brachten die Berretz-Schützlinge dem anderen musikalischen „Geburtstagskind” der Indestadt ein beeindruckendes Ständchen dar. Im letzten Frühjahr ein Potpourri-Konzert von Sinfonie bis Filmmusik, jetzt im November das „Deutsche Requiem” von Brahms, und dazwischen neu einstudierte Musik von Liszt: „Vielseitigkeit” ist bei der Städtischen Musikgesellschaft Trumpf.

Als zurückhaltender Begleiter, der aber auch zu musikdramatischen „Ausbrüchen” fähig ist, erwies sich das Orchester der Musikgesellschaft zu den Liszt-Gesangsdarbietungen von Violetta Palatinus. Neben „Der Alpenjäger” (nach Schillers Wilhelm Tell) interpretierte Palatinus die „Loreley” nach Heinrich Heine, die bei Franz Liszt so ganz anders klingt als bei der lyrischen Silcher-Vertonung. Solistin und Orchester stellten Seelen- und Natur-Landschaften aufwühlend dar; Liszts Musik kommt hier der Musikdramatik seines Schwiegersohnes Richard Wagner nahe.

Projektmanagerin „brennt”

Violetta Palatinus, die als Projektmanagerin ebenso für die Arbeit der Liszt-Gesellschaft „brennt” wie ihr Mann József Acs, ist ausgebildete Sängerin und Querflötistin. Und auch dieses zweite Talent brachte sie an der Seite der Musikgesellschaft sehr schön zum Klingen: bei dem berühmten „Csárdás” von Vittorio Monti. Der Beifall der Gäste nahm kein Ende. Unter den Gästen: Bürgermeister Rudi Bertram, der einer Gesellschaft zum Geburtstag gratulierte, „die aus dem Kulturleben Eschweilers nicht fortzudenken ist”.
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