Die Zukunft des VabW steht auf wackligen Füßen

Von: Holger Bubel und Andreas Röchter
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Verkehrsschild mit Stange, bitte

Eschweiler. Einigkeit herrschte am Dienstagabend unter den Mitgliedern des Schulausschusses, genau wie im jüngsten Alsdorfer Stadtrat: Die finanzielle Last für den Bestand des VabW (Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung) darf nicht weiterhin nur auf den Schultern der drei Mitglieder Eschweiler, Alsdorf und Würselen verteilt werden.

Wenn alle Kommunen der Städteregion von dem VabW-Angebot profitierten, so müsse in der Konsequenz auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten in gebotener Höhe erwartet werden dürfen, war die Meinung sowohl der Eschweiler Schulausschuss- als auch der Alsdorfer Ratsmitglieder.

Zuletzt hatte Bürgermeister Rudi Bertram erklärt, dass bei einer Verweigerung der Kostenbeteiligung aller Städteregions-Kommunen die Indestadt ihren Austritt aus der Trägerschaft zum Jahresende erklären würde. Diese Ankündigung veranlasste Hans Vorpeil, Vorsitzender und Mitbegründer des VabW vor fast 29 Jahren, einen Solidaritätsappell an die Vorsitzenden der in der Städteregion vertretenen Parteien zu richten. Darin heißt es: „Sollte dem VabW bei seinen Erwartungen für eine größere solidarische Unterstützung nicht geholfen werden, so wird die für diesen Fall wahrscheinliche Kündigung des Mitglieds Eschweiler die Mitgliederversammlung VabW veranlassen, sich leider mit der Auflösung des Vereins befassen zu müssen und damit auch die finanzielle Verantwortung für das Euregio-Kolleg nicht mehr garantieren zu können.“

Derzeit zahlen lediglich die Städte Alsdorf (Beiträge und Zuschüsse sind abhängig von der Einwohnerzahl: insgesamt ca. 68.000 Euro jährlich), Würselen (ca. 60.000 Euro plus Sonderzuschuss für das Euregio-Kolleg von 170.000 Euro) und Eschweiler (ca. 85.000 Euro) den Löwenanteil, Herzogenrath beteiligt sich immerhin mit einem freiwilligen Zuschuss von 30.000 Euro am Euregio-Kolleg. Baesweiler hat sich noch nie beteiligt. Die Städteregion trägt 158.600 Euro zum VabW bei, ein Zuschuss von 130.000 Euro fließt alleine für das Euregio-Kolleg Würselen. Und dies empfinden Hans Vorpeil sowie die Kommunalpolitiker aus Eschweiler und Alsdorf als ungerecht. Denn: Zum Jahresabschluss 2012 stammten von den 1795 Teilnehmern in 19 Maßnahmen des VAbW sowie Studierenden am Euregio-Kolleg alleine 989 Teilnehmer, also 55 Prozent, aus Kommunen, die keine Unterstützung an den VabW leisten, heißt es in dem Schreiben an den Städteregionsrat.

Alleine aus Stolberg, das jüngst aus dem Kreise der Träger aus Kostengründen ausgeschieden war, komme etwa jeder sechste Teilnehmer, nämlich 270 Personen. Dies entlaste die Kupferstadt jährlich um mehrere hunderttausend Euro. Das Argument, dass Nicht-Mitglieder schließlich ihren Beitrag über die finanziellen Leistungen der Städteregion über die Umlage an den VabW leisten, erstickt Hans Vorpeil in seinem Appell im Ansatz: „Dies gilt ja auch für die drei Mitglieder. Allerdings zahlen diese Kommunen zusätzlich zu den Beiträgen und Zuschüssen.“

Im Auftrag des Mitgliederverbundes wird Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders als Antragsteller nun bei der Städteregion vorstellig und die Solidargemeinschaft einfordern: Demnach soll ein Teil der Leistungen der Mitgliedsstädte über eine Finanzierung durch die Städteregion verlagert werden. Die Gesamtsumme der drei Städte Alsdorf, Würselen und Eschweiler von aktuell etwa 142.000 Euro würde durch Verteilung über die Umlage nicht nur von drei, sondern von allen Städten getragen.

„Es geht nicht an, dass alle Kommunen profitieren, sich aber nur wenige an den Kosten beteiligen“, betonte Manfred Waltermann (UWG). Dietmar Schultheis (SPD), der seit 2003 Mitglied im Vorstand des VabW ist, unterstrich, dass bereits seit Jahren die Forderung an alle Kommunen bestehe, sich finanziell zu beteiligen. „Auch in den Städten, die nichts zahlen, leistet der Verein hervorragende Arbeit. Wir hoffen nun, dass die berechtigten Forderungen auf eine breite Zustimmung im Städteregionstag stoßen.“

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