Eschweiler - Die Wirtschaft brummt auch an der Inde

Die Wirtschaft brummt auch an der Inde

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
Der Industrie- und Gewerbepark
Der Industrie- und Gewerbepark aus der Vogelperspektive. Das Bild stammt aus dem Jahr 2010. Inzwischen sind alle Grundstücke verkauft. Foto: Günther Paulsen

Eschweiler. Die Zahlen stimmen zuversichtlich: Am Donnerstag erneuerten die führenden Wirtschaftsinstitute Deutschlands ihre Prognosen für die Republik. Und die Zeichen stehen auf Wachstum. Deutschlandweit. Aber auch in Eschweiler verdichten sich die Anzeichen, dass die Unternehmen gute Ergebnisse in den nächsten zwei Jahren erzielen.

In der Arbeitsagentur rechnet man damit, dass die Arbeitslosenzahlen weiter sinken. Auch Bürgermeister Rudi Bertram bestätigt das wachsende Interesse von Investoren und die steigende Zufriedenheit der Unternehmen in der Stadt. Der Industrie- und Gewerbepark (IGP) zeigt die positive Entwicklung Eschweilers deutlich. Dort sind nur noch kleine Areale zu bekommen.

IGP expandiert weiter

Immerhin misst der Park, der vor Jahren noch als Flop galt, insgesamt 1,57 Millionen Quadratmeter. Der zweite Bauabschnitt soll in Kürze beschlossen und auf den Weg gebracht werden. Erste Interessenten warten auf den Beginn, was auch die Stadt Eschweiler bestätigt. „Der positive Trend der vergangenen Wochen und Monate ist an vielen Aspekten spürbar”, meint Bürgermeister Rudi Bertram (siehe unten).

Während die Stadt sich noch etwas gedulden muss, bis Neuansiedlungen auch im Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen zu spüren sind, geht man bei der Arbeitsagentur davon aus, dass sich der Aufschwung sofort niederschlägt. Die Arbeitslosenzahlen für April liegen zwar noch nicht vor, aber der Trend im März zeige, dass die Frühjahrsbelebung greife, so Agentur-Sprecher Klaus Jeske. Im vergangenen Monat waren 271 offene Stellen gemeldet, 59 mehr als noch im Februar.

Die landläufige Meinung, ein Großteil der Jobs würde von Zeitarbeitsfirmen angeboten, entpuppt sich als falsch. Die jüngste Erhebung der Arbeitsagentur weist 15 485 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Eschweiler aus, lediglich 215 Menschen davon waren in der Zeitarbeit beschäftigt - dies bedeutet also knapp 1,4 Prozent. „Damit liegt Eschweiler noch unter dem Landesdurchschnitt”, so Jeske. Die meisten Jobangebote im Arbeitsagentur-Bezirk Aachen sind zudem unbefristet: 80,7 Prozent bieten einen zeitlich nicht begrenzten Arbeitsplatz.

Es gibt allerdings immer noch Menschen, die sich trotz des bundesweit wirtschaftlichen Aufschwungs schwer tun. Und das ist in Eschweiler nicht anders als woanders in Deutschland. „Ältere und Schwerbehinderte profitieren vom Auschwung nicht so, wie wir uns das wünschen”, sagt Klaus Jeske. Allerdings setzt die Arbeitsagentur darauf, dass der Fachkräftemangel in Unternehmen vor allem älteren Leuten den Weg zurück in die Arbeitsstelle ebnet. Qualifizierungsmaßnahmen sollen zudem helfen, dass Menschen ohne Ausbildung bessere Chancen erhalten. „Ein junger Mensch mit einer Ausbildung ist statistisch betrachtet nur halb so lange arbeitslos wie jemand ohne Ausbildung”, erläutert Klaus Jeske. Darum liege ein Schwerpunkt auf der Qualifizierung.

Auch die Gewerkschaften kennen die Kennzahlen der Firmen und richten ihre Forderungen nach Lohnerhöhungen auch nach der wirtschaftlichen Entwicklung in einer Branche. „Ich habe in den Gesprächen mit den jungen Arbeitnehmern in Eschweiler nicht den Eindruck bekommen, dass unsere Forderungen überhöht sind”, verweist Gewerkschaftssekretär Martin Peters von der IG Metall Stolberg/Eschweiler auf den aktuellen Tarifstreit in der Metallbranche. Auch der relativ hohe Abschluss im Öffentlichen Dienst spricht dafür, dass sich die Wirtschaft im Aufschwung befindet.

Ein großer Arbeitnehmer in Eschweiler hat aktuell jedoch mit großen Problemen zu kämpfen - und das ist ausgerechnet die Stadtverwaltung. Allerdings kann eine Kommune nicht Insolvenz anmelden...
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