Die Tage von Ambrosius Äezebär sind gezählt

Von: ran
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Ohne Ende kein neuer Anfang! Und so musste Ambrosius Claudius Äezebär für seine (Wohl-)Taten der jüngsten Vergangenheit büßen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Ohne Ende kein neuer Anfang!“, musste Prinz Rene I. am gestrigen Nachmittag schwersten Herzens bekennen. Und so bezahlte der „Unhold“ Ambrosius Claudius Äezebär für seine Taten der zurückliegenden Tage und Wochen teuer.

Das Urteil, das der Narrenherrscher nach dem öffentlichen Prozess fällte, lautete: Tod durch Verbrennen!

Doch war der Delinquent, der laut Ankläger Matthias Büttgen die Menschen in den zurückliegenden Tagen mit dem „Virus carnevalis“ infiziert und sie so in einen tagelangen schädlichen Rauschzustand versetzt habe, tatsächlich ein Missetäter? Darüber gingen die Meinungen weit auseinander.

Verteidiger Sven Römer legte sich mächtig und mit geschickt gewählten Worten für seinen Mandanten ins Zeug: „Durch dessen Wirken haben die Menschen auf zahlreichen Sitzungen, Bällen und Umzügen eine wunderschöne Zeit erlebt“, gab er unter anderem zu Bedenken. Vergeblich! Die Tage von Ambrosius Claudius Äezebär waren gezählt. Wenige Augenblicke nach der Verkündung des drastischen Urteilsspruchs ging er in Flammen auf.

Zuvor gewährten die Jecken der KG Lätitia Blaue Funken Artillerie Weisweiler dem Angeklagten noch einmal einen Rundgang durch den Ort. Die Mitglieder des Elferrats, in dunkle Anzüge gewandet und mit Petersilie in den Händen, bildeten den Schluss des Zuges.

Ihre ernsten Gesichter ließen bereits vermuten, dass sie um das Leben von Ambrosius Claudius Äezebär fürchteten. Ähnlich wie die übrigen Fastelovendsjecken, die den Straßenrand säumten, um Abschied von dem zu nehmen, der ihnen in den vergangenen Tagen und Wochen so manche schöne und ausgelassene Stunde beschert hatte.

Am Ort der Gerichtsverhandlung, dem Weisweiler Schützenplatz, angekommen, begann sogleich der verbale Schlagabtausch zwischen Anklage und Verteidigung: „Der Unhold ist dafür verantwortlich, dass die Menschen in Weisweiler, den umliegenden Stadtteilen und in Eschweiler selbst in einen fieberhaften Zustand versetzt wurden und einzig und allein haltloses Feiern in den vergangenen drei Tagen zu verzeichnen war, während die Arbeit vollständig zum Erliegen kam“, fuhr Staatsanwalt Matthias Büttgen schwere Geschütze auf.

Für schuldig befunden

Doch Sven Römer war um eine Erwiderung nicht verlegen: „Überall herrschte Herzlichkeit und unbändige Fröhlichkeit. Und diese überschwängliche Freude, dieses herzliche Miteinander soll nun gesühnt werden?“, ermahnte der Verteidiger die Geschworenen zur Vernunft.

Dann galt es für Prinz Rene I., die beidseitig starken Argumente abzuwägen. Seine Tollität beratschlagte sich eindringlich mit Zeremonienmeister Daniel, bevor er Ambrosius Claudius Äezebär in allen Anklagepunkten für schuldig erklärte und unmittelbar darauf zur Vollstreckung schreiten ließ.

Selbst der Himmel öffnete daraufhin zum wiederholten Mal seine Schleusen. Doch die nach wie vor zahlreichen Sympathisanten des „Unruhestifters“ dürfen nicht ganz unberechtigte Hoffnungen hegen, dass in ziemlich genau neun Monaten ein Namensvetter aus der erstaunlichen Sippe der Äezebären zu neuen (Wohl-)Taten ansetzen wird.

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