Eschweiler - Die Schützen geben für neue Residenz ihren Festplatz auf

Die Schützen geben für neue Residenz ihren Festplatz auf

Von: pan
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Das alte Schützenheim im Hintergrund: Brudermeister Ulli Müller (rechts) und die Mitglieder der Bruderschaft entschieden sich, ihr altes Domizil für ein fünfstöckiges Zentrum an der Lindenallee zu opfern. Foto: Nowicki

Eschweiler. Manch hitzige Versammlung hat es gegeben, ehe die Entscheidung stand: Die Weisweiler Schützen trennen sich von ihrem Vereinsdomizil, das 1897 gebaut wurde, um dem „neuen Zentrum“ Platz zu machen.

Dass der Entschluss mit einem lachenden Auge gefasst wurde, liegt daran, dass in einem Jahr ein modernes, neues Heim mit Veranstaltungsraum und neuem Schießstand bezogen wird. „Wir hätten das alte Gebäude sanieren müssen“, gibt Brudermeister Ulli Müller unumwunden zu. Dies wäre finanziell kaum zu stemmen gewesen.

Damit der Verein seinen Verpflichtungen nachkommen kann – der Saal wird schließlich für Feste vermietet –, wird der Bau des fünfstöckigen Gebäudes in zwei Abschnitten erfolgen. Im ersten Schritt entstehen auch die neuen Vereinsräume. Nach dem Umzug rückt dann die Abrissbirne an und macht die alte Schützenhalle dem Erdboden gleich. Auch der Abriss wird von der Bremer Investoren-Gruppe übernommen. „Die Entsorgung des asbest-haltigen Dachs wäre auch für uns kaum zu bezahlen gewesen“, sagt der Ehrenbrudermeister Hans Ferfer.

Die Schützenhalle blickt auf eine wechselvolle Geschichte, die Ferfer zusammentrug, als er die Chronik der Schützenbruderschaft verfasst hat. Die Halle war auch eine langjährige Ertragsquelle für den Verein. Das Gebäude wurde zum ersten Mal im Jahr 1903 vermietet: an die Theatergesellschaft. Im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarett für Soldaten des Kaiserreichs und für Kriegsgefangene aus Belgien. Dort wurde auch die Republik ausgerufen. Im Jahr 1939 fiel die Schützenhalle an die Gemeinde Weisweiler. Schon neun Jahre später kauften die Schützen sie wieder zurück. Im Jahr 1950 hielt die KG Lätitia Blaue Funken Weisweiler erstmals ihre Sitzung dort ab. Von 1954 bis zum Jahr 1961 diente sie als Kinosaal, ehe es bis 1986 zum Mögellager des benachbarten Möbelhauses genützt wurde. Seit 1986 befand sich in der Schützenhalle ein Getränkemarkt. Im kommenden Jahr wird sie abgerissen.

Eine Einnahmequelle behält die Schützenbruderschaft auch nach dem Umzug: In dem Wohnhaus für Senioren erhält sie zwei Appartments. „Dies garantiert uns eine bessere Rendite als jede Bank derzeit bieten könnte“, ist sich Müller sicher. Platz für die Schützenfeste und die Kirmes soll auch nach dem Neubau bestehen bleiben: „Der Bürgermeister hat zugesichert, dass die Straße für die Dauer des Festes gesperrt werden kann“, teilte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde im Rahmen der Infoveranstaltung mit.

Brudermeister Müller ist überzeugt: „Der Verkauf des Geländes ist der richtige Schritt für die Bruderschaft.“

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