Eschweiler - Die Schönheit der Welt im Großen und Kleinen

Die Schönheit der Welt im Großen und Kleinen

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Fast komplett: die Film- und Fotofreunde Eschweiler. Schauen Sie genau hin. Die Chance, diesen 13 Herren so wie hier ohne Kamera in der Hand zu begegnen, ist in freier Wildbahn ziemlich unwahrscheinlich.

Eschweiler. „Oh, das ist auch schön!” „Oh, schau mal das!” Recht hatten alle, die von der Bilderfülle überwältigten Besucher. So viele grandiose Bilder bei der Diaporamaschau der Film- und Fotofreunde Eschweiler - die kann man doch nicht einfach stumm über sich ergehen lassen!

Buß- und Bettag, 19 Uhr - manche kunstsinnigen Eschweiler tragen sich den Termin schon am Jahreswechsel in den Kalender ein. Denn Kunst ist es, was die Film- und Fotofreunde alljährlich bei ihrer Diaporamaschau in der Kreissparkasse an der Marienstraße zeigen. Bei der 15. Schau dieser Art reichten die Stühle nicht aus. An die 100 Besucher bestaunten die elf Fotoserien, aufgenommen, zusammengestellt und mit Musik hinterlegt von den Mitgliedern des 1975 gegründeten Vereins.

Der Abend begann, nach der Begrüßung durch Ralf Schöner von der Sparkasse als Gastgeber, mit einer überraschenden Ehrung. Eine gerahmte Urkunde für Harry Reimer, seit mehr als 25 Jahren Vorsitzender des Vereins, überreichte ihm sein Stellvertreter Leo Göbbels: die Ernennung zum Ehrenmitglied.

Mit den Lichtbildervorträgen vergangener Jahrzehnte hat eine Diaporama-Schau nicht mehr viel gemeinsam. Computer- und Beamertechnik verbinden Bilder und Musik zu einem Gesamtkunstwerk. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigte meisterhaft gleich der erste Vortrag. Zu Liedern des Tritity-Gospelchors der Eschweiler Dreieinigkeitskirche stellte Harry Reimer dieses evangelische Gotteshaus vor.

Das war viel mehr als nur technisch perfekte Architekturfotografie. Im Spiel von Schärfe und Unschärfe, dabei konzentriert auf die klaren Linien der Architektur und die leuchtenden Farben der Kirchenfenster machte Reimer mit einer bewusst schlichten Bildgestaltung diese Kirche als spirituellen Raum erfahrbar.

Nicht nur das Große kann erhaben sein, auch das winzig Kleine: Im zweiten Vortrag führte Helmut Olivier in die Welt der Makro-Fotografie. Blicke in Blütenkelche und in Fliegenaugen, auf Libellenflügel und Raupenrücken zeigten, wie schön und geheimnisvoll die Welt ist, wenn man genau hinschaut. Und wie beängstigend, wenn von der Leinwand eine drei Meter große Spinne aus ihren acht Augen ins Publikum starrt.

Beim Zusammenstellen solcher Diaporamen ist die Versuchung groß, mehr und immer mehr Bilder hineinzupacken, weil sie doch so schön sind. Und dann will das Postkartenidyll kein Ende nehmen. Dieser Versuchung konnten auch einige Mitglieder der Film-und Fotofreunde nicht widerstehen. Sehr wohl aber Theo Herwarts, dessen Vortrag über die niederländische Halbinsel Walcheren gerade durch die Kürze und die strenge Auswahl der Bilder überzeugte. Da wurde der Reiz dieser Landschaft am Meer eindringlich vermittelt.

Günter Spitzer erzählte eine Geschichte in Bildern: die Geschichte vom Bau des Aussichtsturms „Großer Indemann” auf der Goltsteinhöhe bei Inden. Er zeigte das Wachsen der Stahlkonstruktion aus immer neuen ungewöhnlichen Perspektiven.

Faszinierende Naturfotografie bot Arne Ekberg. Mit „Impressionen aus Norwegen” brachte er den Zuschauern seine Heimat näher. Fjorde, Moore, weite Wälder, schroffe Felsen und gischtende Wasserfälle - und dazu erklang (natürlich!) die Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg.

Die Eifel ist das Fotorevier von Kurt Bernard. „Unser Eifel-Yeti” nannte ihn ein Vereinsfreund am Mittwoch liebevoll. Diesmal stellte er die Monschauer Heckenlandschaft vor, als einziger der Film-und Fotofreunde mit klassischen Dias in Überblendtechnik. Besonders die Winterlandschaften mit Aufnahmen im Gegenlicht und die Fotos raureifverkrusteter Blätter machten die karge Schönheit der Eifel sichtbar.

Blumen, Blumen, Blumen - einmal im Jahr öffnen die Gewächshäuser des belgischen Königshauses ihre Pforten auch für das bürgerliche Publikum, und Horst Winter von den Film- und Fotofreunden war dabei. Er stellte die Pracht dieser Glashäuser und auch die Hauptstadt Brüssel vor. In eine ganz andere und eher karge Gegend führte Erich Adamek. Sein „Besuch in Kroatien” zeigte die Schönheit des Landes, nicht nur an der Küste, und bot Urlaubsfotografie auf hohem Niveau.

Dass die Beschränkung auf wenige, herausragende Fotos vorteilhaft ist, zeigten die Beiträge von Leo Göbbels. Er bot gleich drei Vorträge. In „Herbst 2009” einen Blick auf die kleinen Dinge in der Natur, auf Pilze, Früchte, Blätter und Landschaftsstimmungen, das alles in wunderbare Herbstfarben getaucht. Eine Reportage über einen Wettbewerb von Straßenmalern in Geldern, bei denen er die Menschen porträtierte, die solche kleinen Kunstwerke schaffen. Und schließlich ein Thema, bei dem manche vor Staunen verstummten. Ein Wasserhahn tropft, die Tropfen fallen in einen Eimer - das war das ganze Motiv. Aber wenn einer ganz nah herangeht, so wie Leo Göbbels, dann tut sich eine überirdisch wirkende Welt auf.

Viel Beifall gab es für jeden der elf Diaporama-Vorträge. Harry Reimer, der sich zum Abschluss beim Publikum ebenso bedankte wie bei der Sparkasse als Gastgeber und der Eschweiler Weinstube für die Bewirtung, wies darauf hin, dass der Verein sich nicht nur am Buß- und Bettag über Besucher freut. Man trifft sich an jedem ersten und dritten Mittwoch des Monats um 19.30 Uhr im Martin-Luther-Haus an der Moltkestraße.
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