Eschweiler - Die Reihe Leseduo geht in die nächste Runde

Die Reihe Leseduo geht in die nächste Runde

Von: kaba
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Mit ihrer Art zu Lesen zieht Gustel Schreurs das Publikum in ihren Bann und begeistert mit Intonation und Mimik. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Die Reihe Leseduo bietet Abende mit Literatur & Kultur im kleinen Kreis und ging am vergangenen Freitag in die nächste Runde. Gustel Schreurs, Jörg Drescher und der Saxophinist Helmut Bächle sorgten für jede Menge Spaß.

Erneut gab es eine Auswahl attraktiver Bücher, die dieses Mal abwechselnd von Jörg Drescher und Gustel Schreurs in Auszügen gelesen wurden. „Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die so gut vorlesen kann“, lobte Drescher zu Beginn seinen Gast, den viele noch von den Leseabenden im Culture Café kannten. Mit Gustel Schreurs reiste auch ihr Mann und Saxophonist Helmut Bächle an, der die Veranstaltung musikalisch begleitete und das Publikum, noch während sich die letzten Gäste ihre Plätze suchten, mit wundervollen Klängen des Saxophons einstimmte.

Es wird ganz still

Es herrschte eine gespannte, vorfreudige Atmosphäre und den literarischen Anfang machte Gustel Schreurs. Sie stellte das Werk „Altes Land“ von Dörte Hansen vor, von dem sie selber absolut begeistert war. Auch aus dem Publikum kamen einige schwärmerische Bemerkungen und die ersten zwei Kapitel, die Schreurs vorlas, ließen es in der Buchhandlung ganz still werden.

Im Vordergrund der Handlung stehen zwei Frauen, deren Geschichte in dem Landstrich kurz hinter Hamburg beschrieben wird. „Die Charaktere sind so schön herausgearbeitet und der Schreibstil gefällt mir sehr gut“, sagte Schreurs, die dem Buch zudem zugute hält, dass es nie wertend oder herabsetzend erscheint. In den ersten Kapiteln werden Vera, die nach dem Krieg als Flüchtlingskind an diesen Ort kommt, und Anne, die in der heutigen Zeit dort lebt, beschrieben.

Bei Veras Darstellung geht es vor allem darum, wie sie und ihre Mutter als Flüchtlinge behandelt werden und wie sich die Beziehung zu denen ändert, die sie aufnehmen, als ihre Mutter den Sohn der damaligen Hausbesitzerin heiratet. Annes Geschichte beginnt in einem Kurs für frühmusikalische Erziehung und stellt deutlich ihr Verhältnis zu diesem Workshop und den Kindern heraus, die für den Kurs gewonnen werden sollen. Mit der Art, wie Schreurs diese Textpassagen las, zog sie das Publikum in ihren Bann und ab und an brachte sie die Gäste auch zum Lachen. Dennoch blieb die Stimmung, dem Thema geschuldet, eher ernst.

Das änderte sich schlagartig, als Jörg Drescher zum nächsten Werk griff. „Komm süßer Tod“ von Wolf Haas, in einer Reihe aufgezählt mir Rita Falk und anderen komischen Bayern-Krimis. Die Komik in Haas‘ Krimi ist jedoch sehr speziell. Auch wenn das Publikum fast pausenlos lachte, was nicht zuletzt an der Sprache und Dreschers Art des Lesens lag, war der Inhalt stellenweise jedoch sehr makaber. „Es ist ein humorvolles Werk, aber anders humorvoll“, hatte Drescher zuvor gewarnt und seine Gäste verstanden mit jeder Zeile besser, was er damit meinte.

In dem Auszug, den er las, ging es in erster Linie um einen Rettungswagenfahrer, der sich auf der Straße absolut skrupellos verhielt, um schnell an den Einsatzort zu gelangen. Sätze wie „dreispurig sind ihnen die Geisterfahrer entgegengekommen“ brachten das Publikum zum Lachen und auch wenn das Kapitel mit einem Mord endete, gab es riesigen Applaus.

Für jeden etwas dabei

Den bekam auch Helmut Bächle, der die Atmosphäre zwischen den literarischen Vorträgen immer wieder auflockerte und zur Aufnahme eines neuen Textauszuges bereit machte. Die Werke, die für das Leseduo ausgewählt wurden, waren abwechslungsreich und bei den unterschiedlichen Titeln war für jeden etwas dabei. Ob hintergründig wie bei „Altes Land“, makaber und humorvoll wie bei „Komm, süßer Tod“ oder absurd und dennoch witzig wie bei „Mein Diät-Tagebuch“ von Torsten Sträter, das Gustel Schreurs als nächstes las.

Neben diesen Werken wurden auch Franz Hohlers „Kurzgeschichten“, der Klassiker „Huckleberry Finn“ von Mark Twain sowie „Der Willi und ich“ von Heinrich Spoerl originell in Szene gesetzt. Gustel Schreurs, Helmut Bächle und Jörg Drescher bereiteten dem Publikum einen amüsanten Literaturabend.

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