Die Prinzen-Famillich erobert Eschweiler

Von: Sonja Essers
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Mir sin en Famillich: Komitee-Präsident Norbert Weiland (links) und sein Sohn, Prinz Thomas I., feiern die Eischwiele Fastelovend nicht nur mit Leib und Seele, sondern prägen sie auch. Foto: Sonja Essers
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Nicht nur Zeremonienmeister Harald steht seinem Prinzen zur Seite. Unterstützt wird das Prinzengespann von vielen Menschen. Foto: Sonja Essers

Eischwiele. In einer Woche ist mit dem Rosenmontag der närrische Höhepunkt für alle Jecken gekommen. Für Thomas und Harald Weiland reiht sich seit Anfang Januar ein karnevalistisches Highlight an das nächste. Seitdem sind sie als Prinz und Zeremonienmeister auf einer Reise durch die Eischwiele Fastelovend.

Wir haben sie einen Tag auf ihrer Tour begleitet.

10.15 Uhr: Im Haus Flatten bricht Hektik aus. Prinz Thomas I. ist angekommen. Schnell greifen die Prinzenbläser zu ihren Instrumenten. Nachdem sie das Signal zum Besten gegeben haben, kündigt Zeremonienmeister Harald den Narrenherrscher an, der zu den Klängen des Liedes „Schmucker Prinz“ die Gaststätte betritt. Den Pagen Emma, Jonas, Dominik, Mia und Tobias streckt Prinz Thomas I. seine Hand entgegen und sie klatschen der Reihe nach ab. Im Anschluss begrüßt das Gespann jeden aus dem Prinzentross mit einer Umarmung, getreu seinem Motto: Mer sin en Famillich.

11.11 Uhr: Die sieben Busse sind an der Neustraße angekommen. Dort empfängt die Geschäftswelt das Prinzengespann. Die Jugendabteilungen der Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler, der Rote-Funken-Artillerie und der Fidele Trammebülle präsentieren ein tolles Programm. Natürlich dürfen auch die Prinzenlieder nicht fehlen.

12.50 Uhr: Nun ist Pause angesagt. Alle machen sich auf den Weg nach Hause. Dort stärkt man sich mit Nudelsuppe, Pizza oder Kuchen und wärmt die eingefrorenen Hände und Füße auf.

14.45 Uhr: Erneutes Treffen in der Prinzenhofburg. Wurde am Morgen noch vermehrt Kaffee getrunken, so läuft nun das eine oder andere kühle Blonde.

15.25 Uhr: Rein in die Fahrzeuge. Ziel: die Kindersitzung der KG Eefelkank Hastenrath. Im Bus der Prinzenbläser wird Radio gehört. Alemannia Aachen führt mit 1:0 gegen Rot-Weiß Essen. Kann auch der Prinz bei den kleinen Jecken punkten?

15.45 Uhr: Einmarsch: Die bunt kostümierten Kinder stürzen sich auf die Süßigkeiten, die Prinz Thomas I. im Gepäck hat. Mit dabei ist Nico Jansen. Sein Vater Willi begleitet die Prinzenbläser mit der Trommel und auch Nico trommelt fleißig mit.

16.15 Uhr: Zurück im Prinzenbläserbus stärkt man sich mit Käsewürfeln und Gummibärchen. Auch ein Likörchen für zwischendurch darf nicht fehlen.

16.30 Uhr: Die Bewohner des Senotels haben sich schick gemacht. Sie tragen bunte Hütchen und sind besonders von den süßen Pagen begeistert, die auf der Bühne eine Polonaise starten. Nach dem Auftritt gibt es für die gesamte Mannschaft belegte Brötchen und Berliner.

17.20 Uhr: Gut gestärkt geht es nach Weisweiler. Bevor die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft besucht wird, steht ein kurzer Zwischenstopp an der Prinzenhofburg an. Für die Pagen geht es nach Hause, die Standartenträger steigen dazu. Acht Auftritte stehen noch bevor.

18 Uhr: Im Schützenheim an der Lindenallee steppt der Bär. Kleine und große Jecken freuen sich sehr über den Besuch. Das Gespann mischt sich unter sein Volk. Eine Dame möchte ein Foto mit Prinz und Zerm machen, ein kleiner Junge präsentiert dem Prinzen stolz seine Kamera. Auch der Prinzentross hat viel Spaß. Es wird laut gesungen und getanzt. Mittendrin: Zekretär Hubert Kreutzkamp. Er trägt das Sparschwein und sammelt, sobald jemand „Hucky“ mit u ausspricht, zwei Euro ein, die einem guten Zweck gespendet werden. Sein neuer Spitzname nach der Tanzeinlage: Der mit dem Schwein tanzt.

19 Uhr: Weiter geht‘s nach Kinzweiler. In der Festhalle feiern die Mitglieder des Garderegiments Weiß-Rot. Vor allem die jungen Damen bescheren dem Gespann einen Einmarsch, wie ihn sonst wohl nur Popstars erhalten. Sie stellen sich nach dem Aufmarsch direkt vor die Bühne, klatschen und johlen nach jedem Satz des Prinzen laustark.

20.15 Uhr: Der Prinzentross ist in Röhe angekommen und hat vor dem Auftritt noch Zeit, die Jugendarbeit der KG Onjekauchde zu bewundern. Während auf der Bühne gesungen wird, ist Schatzmeister Günter Secker im Saal unterwegs und bringt CDs, Schals und Sticker an die Jecken. Präsident Albert Schönenborn meint: „Ihr zwei seid das Beste, was uns in Eschweiler passieren konnte.“

21 Uhr: Nun stehen noch fünf Auftritte im Halbstundentakt an. Der Zeitplan ist eng. Im Röher Pfarrheim feiern die Mitglieder der KG Röthgener Garde. Es ist klein, es ist eng, doch die Stimmung ist der Wahnsinn. Auch wenn der Prinz ohne Ständchen weiterziehen muss, sind die Jecken im Saal begeistert. Wer braucht schon Musik, wenn der Klatschmarsch perfekt sitzt?

21.29 Uhr: Heimspiel in der Prinzenhofburg. Prinz und Zerm warten im Foyer auf ihren Auftritt bei der KG Fidele Trammebülle. Damit der Zeitplan eingehalten werden kann, kümmert Delio Duarte, Wirt der Prinzenhofburg, sich um den reibungslosen Ablauf. Er sorgt dafür, dass das Korps der Scharwache, das gerade abmarschiert, und der Prinzentross sich im Foyer nicht in die Quere kommen.

21.40 Uhr: Prinzenführer Dieter Wolf, Papa Norbert Weiland, der in diesen Tagen natürlich mit von der Partie ist, und Adjutant Daniel Bilda befreien den Narrenherrscher von zahlreichen Luftschlangen. Diesmal wird die Polonaise von Fahrdienstleiter Kevin Schleip angeführt, der sichtlich Spaß hat.

22.20 Uhr: Mit deutlicher Verspätung kommt der Tross in Weisweiler an. Die Stimmung bei der KG Lätitia Blaue-Funken-Artillerie Weisweiler, die zum Ball in Blau und Weiß in die Festhalle geladen hat, ist super. Die Besucher starten beim Einzug des Prinzen eine Laola-Welle.

22.45 Uhr: In Bergrath wird das Gespann bereits sehnsüchtig erwartet. Schließlich haben die Mitglieder der Prinzengilde für den Prinzen einen Wagen gebaut, auf dem er den Weg zur Bühne zurücklegt. „Wenn man so empfangen wird, weiß man: Man ist bei Freunden zu Hause“, meint Prinz Thomas I.

23.28 Uhr: „Noch ein Auftritt, dann haben wir diesen geilen Tag geschafft“, sagt Michael Kaldenbach im Bus der Prinzenbläser. Der letzte Auftritt steht auf dem Manöverball der Scharwache im Haus Lersch an.

0.30 Uhr: Zurück in der Prinzenhofburg endet ein langer aber erfolgreicher Tag, für den Prinz Thomas I. sich bei seinen Mitstreitern bedankt. Bereits am nächsten Tag geht die Reise durch die Eischwiele Fastelovend weiter.

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