Eschweiler - Die Pädagogen kämpfen um mehr Anerkennung

Die Pädagogen kämpfen um mehr Anerkennung

Von: ran
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Machten sich am gestrigen Morgen auf den Weg zur landesweiten Großkundgebung in Dortmund: die indestädtischen Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die Anforderungen, die an Erziehungspersonal gestellt werden, wachsen und wachsen. Dauerte einst ein Kindergartentag für Vier- bis Sechsjährige von 8 bis 12 Uhr, ist nun Ganztag mit frühkindlicher Erziehung angesagt.

Doch in Sachen Lohnanpassung herrscht Fehlanzeige! Im Gegenteil: Lag früher nach dreijähriger Tätigkeit ein Bewährungsaufstieg in die nächsthöhere Gehaltsgruppe im Bereich des Möglichen, existiert diese Variante seit dem Jahr 2009 nicht mehr.

Und da die Arbeitgeber während der laufenden Tarifverhandlungen nach wie vor keine Bereitschaft erkennen lassen, die Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst aufzuwerten, greifen die Beschäftigten nun zu ihrem Druckmittel: dem ganztägigen Warnstreik. So legten am gestrigen Mittwoch auch in Eschweiler die im Sozial- und Erziehungsdienst tätigen Arbeitnehmer die Arbeit nieder. 55 Beschäftigte machten sich am Morgen per Bus auf zur landesweiten Großkundgebung nach Dortmund, wo am Mittwoch auch der bundesweite Kitaleitungskongress stattfand.

„Kein Angebot“

„Es ist sehr ärgerlich, dass von seiten der Arbeitgeber überhaupt kein Angebot, überhaupt kein Entgegenkommen vorliegt“, spricht Sandra Hunscheidt-Fink, Vorsitzende des Personalrats der Eschweiler Stadtverwaltung, deutliche Worte. „Die Erzieherinnen gehen ihrer Arbeit mit hoher Motivation nach und tragen die gesellschaftliche Entwicklung, die für sie zu einer drastischen Ausweitung der Aufgaben mit zahlreichen Zusatzausbildungen führt, mit großer Bereitschaft mit. Die Anerkennung seitens der Arbeitgeber fehlt aber gänzlich“, kritisiert Sandra Hunscheidt-Fink.

Sie betont, dass der Arbeitskampf nicht allein auf ein verbessertes Entgelt abzielt, sondern auf die Aufwertung des gesamten Berufsbildes. „Das Studium eines Sozialarbeiters dauert etwa so lange wie das eines Ingenieurs. Das Einstiegsgehalt eines bei der Stadt Eschweiler beschäftigten Ingenieurs ist jedoch höher als das Gehalt, das ein Sozialarbeiter im Laufe seines Berufslebens jemals erreichen kann“, nennt die Personalratsvorsitzende ein Beispiel. „Unsere Forderung lautet aber: gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, unterstreicht sie.

Ob der Warnstreik zu einem Umdenken der Arbeitgeber führt, bezweifelt Sandra Hunscheidt-Fink. „Ich fürchte, dass dem Warnstreik in absehbarer Zeit ein Erzwingungsstreik folgen muss!“ Fortsetzung droht also.

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