Eschweiler - Die „Likes“ bei Facebook sind auch Wählerstimmen

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Die „Likes“ bei Facebook sind auch Wählerstimmen

Von: Valerie Barsig
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Eschweiler. Albert Borchardt mag Stromberg. Der Bürgermeisterkandidat der Linken mag auch Hannes Wader. Und Malu & The Jojos, außerdem liest er gern in der Reihe „Lyrik und Prosa unserer Zeit“.

Auf seiner persönlichen Facebook-Seite postet er über das Freihandelsabkommen mit den USA, Genmais und Attac oder verlinkt auf eine Spaßseite zum Thema: „Das deutsche Schulsystem: Erklärt an einem Sack Kartoffeln“. Borchardt hat im Vergleich zu den anderen Eschweiler Bürgermeisterkandidaten den wohl unkonventionellsten Internetauftritt. Das liege daran, dass er nicht extra zu den Wahlen einen solchen kreiert habe, sagt er. Neben seiner Parteiarbeit ist Borchardt auch Künstler, dafür hat er eine Homepage.

Beim Aufrufen sieht man Borchardt mit wehenden Haaren, in den Sonnenuntergang blickend am Meer, darunter drei Gemälde von einer Landschaft. Mit seiner politischen Arbeit hat die Internetseite nichts zu tun. Einen kleinen privaten Eindruck von ihm bekomme man von der Homepage und Facebook, sagt er. „Ich denke schon, dass die Leute das sehen und sich denken, aha, so tickt der“, sagt Borchardt. Professionell aufgestellt ist er im Gegensatz zu einigen seiner Gegenkandidaten nicht.

Anders sieht es aus bei CDU-Kandidat Wilfried Berndt – er deckt mit einer Homepage, einer privaten und einer öffentlichen Facebook-Seite die neuen Medien ab. Gerade die jüngeren Wähler könne man so gut ansprechen, sagt er. Ein Blick auf die Statistik seiner öffentlichen Facebook-Seite zeigt allerdings, dass es gerade an der Stelle noch hapert: Laut dem öffentlichen Netzwerk hat Berndt 231 „gefällt mir“-Klicks. Die Altersgruppe, die vorwiegend mit seiner Seite agiert ist zwischen 45 und 54 Jahren. Berndt gibt zu, dass er da nachbessern muss. Trotzdem weiß er um die Wichtigkeit einer Internetpräsenz im Wahlkampf. Er möchte auch eine persönliche Seite präsentieren, so zum Beispiel Fotos der Kommunion seiner Tochter Leonie.

Franz-Dieter Pieta, Bürgermeisterkandidat der Grünen hat keinen Internetauftritt. „Die Verfügungsgewalt über meine Daten ist bei Facebook nicht gegeben“, sagt Pieta. Auch eine Homepage hat er nicht. „Ich denke auch, es würde den Rahmen sprengen“, sagt er. Als Nicht-Berufspolitiker verlange die Pflege einer Homepage viel Zeit, um aktuell und interessant zu bleiben.

Xing als Alternative zu Facebook?

Weder Homepage, noch einen Facebook-Account hat Christian Braune, Bürgermeisterkandidat der FDP. Dafür ist er bei Xing. „Der Datenschutz ist besser als bei Facebook“, sagt der FDP-Politiker, der sich auf seiner Seite als Teamplayer und Oldtimerfreund bezeichnet. Unter „Was Braune bietet“ steht auf der Seite: „Immer gerne einen Spruch, denn Lachen löst und befreit“. Braune gibt zu, dass ein fehlender Facebook-Auftritt Wählerstimmen kosten könnte. Aber auch über Xing würden ihn Leute erreichen: „Ich habe dort schon zwei Anschreiben von Wählern bekommen. Ob es bei Facebook vielleicht 200 wären, weiß ich natürlich nicht.“

Bürgermeister und -kandidat Rudi Bertram (SPD) setzt auf seiner Facebook-Seite auf Information und Fakten. Wer hier etwas Persönliches sucht, muss sich mit wenigen Bildern des Bürgermeisters mit Narrenkappe begnügen. Das ist auch so gewollt: „Ich will mein Inneres nicht nach Außen kehren“, sagt Bertram. Seine Facebook-Seite hat 933 Likes, die angegebene Altersgruppe, die auf seiner Seite agiert ist zwischen 25 und 34 und 45 bis 54.

„Dass junge Menschen darunter sind, hat mich gefreut“, sagt Bertram. Natürlich seien Facebook & Co. ein wichtiger Bestandteil der politischen Arbeit geworden. Laut Bertram könne man neue Medien nicht ignorieren.

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