Eschweiler - Die Künstlerin Margret Neuman stirbt im Alter von 92 Jahren

Die Künstlerin Margret Neuman stirbt im Alter von 92 Jahren

Von: pan
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Starb am Dienstag mit 92 Jahren: die bekannte Eschweiler Künstlerin Margret Neuman. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Bis ins hohe Alter hinein hat sie sich vor die Staffelei gesetzt und sich ihrer großen Leidenschaft, der Malerei, gewidmet. Jetzt hat sie für immer den Pinsel aus der Hand gelegt: Margret Neuman, die die Kunstszene Eschweilers in den vergangenen Jahrzehnten mitprägte, ist am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben.

„Ich bin eine zufriedene alte Dame”, sagte sie noch kurz vor ihrem 90. Geburtstag. Ein bemerkenswerter Satz, der sicherlich auch von ihrer Vita unterstrichen wird. Die in der Nähe von Herne am 25. Februar 1918 geborene Westfälin lernte auf einem Fest 1936 ihren späteren Mann kennen: Dr. Friedrich A. Neuman, Studienfreund ihres Bruders. Mit der Hochzeit ein Jahr später zog sie auch nach Eschweiler, in die Stadt, die schließlich ihre Heimat wurde. „Hier habe ich mich immer wohl gefühlt”, betonte sie.

Während ihr Mann als erfolgreicher und engagierter Unternehmer in der gesamten Bundesrepublik bekannt wurde, widmete sie sich der Malerei. Allerdings begannen ihre intensiven Studien erst nach der Schulzeit ihrer drei Kinder. „Man muss monatelang gearbeitet haben, um einen Pinselstrich zu beherrschen”, wusste sie aus eigener Erfahrung. Dies werde heutzutage oft unterschätzt, sagte sie.

Akribie und Hingabe

Margret Neuman lernte mit Akribie und Hingabe, verbrachte einige Zeit im französischen Arles bei Herman Schmidt-Schmied, der vor allem als Landschaftsmaler einen hervorragenden Ruf genoss. Später blickte sie dem Aachener Künstler Professor Carl Schneiders über die Schulter. Mit diesen Erfahrungen entwickelte die Eschweilerin schließlich ihren eigenen Stil, verarbeitete eigene Skizzen zu Gemälden. „Ich wollte den Menschen, die sich für meine Bilder interessieren, nie Probleme aufhalsen, sondern ihnen Freude bereiten, und habe damit Erfolg gehabt”, lautete ihr Credo. Zahlreiche Ausstellungen zeugen davon.

Erst mit 80 Jahren zog sie sich etwas aus der Öffentlichkeit zurück, malte jedoch weiter. Für sich. „In dem Moment, in dem man mit seinen Werken an die Öffentlichkeit geht, übernimmt man nämlich eine große Verantwortung”, begründete sie diesen Schritt. Die Fertigstellung eines Bildes mache sie aber immer noch glücklich. Ebenso der Blick auf ihren Garten mit der Röthgener Burg im Hintergrund.

Ihr Mann Friedrich A. Neuman senior, der als Arbeitgeberpräsident auch in der Bundespolitik gehört wurde, starb 1998, ein Jahr nach der Diamantenen Hochzeit. Ihre drei Kinder waren zu diesem Zeitpunkt schon lange selbst erfolgreich in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten: Friedrich A. Neuman junior als Nachfolger seines Vaters im Unternehmen FA Neuman, Sohn Rüdiger als Unternehmer im brasilianischen Sao Paulo und schließlich Tochter Haide als Ärztin in Norddeutschland.

Ihnen hat Margret Neuman viel Zeit gewidmet: „Die Menschen können oft mehr, als sie glauben. Aber sie müssen jemanden haben, der diese Fähigkeiten aus ihnen herausholt.” Dieser Satz galt auch für Margret Neuman selbst. Nicht nur die Kunstszene der Stadt verliert eine herausragende Persönlichkeit.
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