Eschweiler - Die Kommunionhelfer: „Der Glaube ist doch das Entscheidende“

Die Kommunionhelfer: „Der Glaube ist doch das Entscheidende“

Von: Sonja Essers
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Ehrenamtler und Priester arbeiten im St.-Antonius-Hospital Hand in Hand. So auch Margret Kegler, Pfarrer Christoph Graaff und Roswitha Karduck (von links). Foto: Sonja Essers

Eschweiler. 25 Jahre ist es nun her, dass am Eschweiler St.-Antonius-Hospital eine neue Ära eingeleitet wurde. Die Schwestern des Schervier-Ordens, die bis dato unter anderem Aufgaben in der Seelsorge übernommen hatten und während des Gottesdienstes in der Kapelle als Kommunionhelfer mit von der Partie waren, zogen sich mehr und mehr zurück. Wer diese Aufgabe in Zukunft übernehmen sollte? Ehrenamtler.

Selbstverständlich war dies jedoch keineswegs, wie Pfarrer Christoph Graaff zu berichten weiß. Erst nach dem zweiten vatikanischen Konzil, das Mitte der 1960er Jahre endete, durften Ordensleute den Priestern bei der Eucharistiefeier zur Hand gehen.

Es sollte noch weitere zehn Jahre dauern, bis auch Laien diesen Dienst ausüben durften. Sogenannte Kommunionhelfer gab es in den Eschweiler Pfarren Anfang der 1990er Jahre bereits viele. Im St.-Antonius-Hospital war dies bisher jedoch noch nicht der Fall gewesen. „Dieser Dienst war und ist so wichtig, dass wir ihn unbedingt aufrecht erhalten müssen“, sagt Graaff.

In allen Eschweiler Pfarrgemeinden wurde damals nachgefragt. Das Ergebnis: 36 Ehrenamtler meldeten sich. Dazu gehörten auch Margret Kegler und Roswitha Karduck. Kegler war selbst im sozialen Dienst des Hauses tätig gewesen und erfuhr über das Hospital von der Möglichkeit als Kommunionhelfer aktiv zu sein.

Bei Roswitha Karduck war es anders. Sie wurde von Pfarrer Josef Wienand angesprochen. In der Hehlrather Pfarrkirche arbeitete sie bereits als Lektorin und im Pfarrgemeinderat mit. Welche Aufgaben Kommunionhelfer haben und welche Situationen auf sie zukommen können, wussten beide Frauen damals allerdings nicht.

Bevor der Gottesdienst, der jeden Samstagnachmittag in der Kapelle des Hospitals stattfindet, losgeht, fragen die Krankenschwestern bei den Patienten nach, ob diese die Heilige Kommunion empfangen möchten. Während die Besucher die Eucharistiefeier halten, machen sich die Ehrenamtler auf den Weg in die Zimmer, verteilen dort die Hostie und beten teilweise auch gemeinsam mit den Kranken.

Besonders ältere Patienten nehmen diesen Dienst gerne in Anspruch – egal ob Katholiken oder Protestanten. „Wir machen da keinen Unterschied“, sagt Margret Kegler und Pfarrer Graaff fügt hinzu: „Der Glaube ist doch das Entscheidende und in solchen Situationen sieht man oft, wie Menschen das Herz aufgeht.“

Bevor die Helfer ihre ehrenamtliche Arbeit aufnehmen können, erhalten sie von Pfarrer Graaff eine Einführung. Der Grund: Die Arbeit in der Gemeinde sei anders, als die im Krankenhaus. Schließlich gebe es auch immer wieder Menschen, die kein Verständnis dafür haben, dass ihre Zimmergenossen die Heilige Kommunion empfangen möchten.

„Manchmal werden unsere Helfer auch von Patienten unfreundlich angesprochen. Wir bitten aber um diesen Augenblick der Ruhe und des Respekts, weil wir wissen, wie wertvoll diese Momente sind. Und wenn es nötig ist, machen dann auch die Krankenschwestern darauf aufmerksam“, sagt Graaff.

Meist überwiegen jedoch die positiven Momente. „Es gibt auch Patienten, die anfangen zu weinen, dann ist man selbst sehr berührt“, sagt Karduck und fügt hinzu: „Wir haben eine ganz bestimmte Verbundenheit zu den Kranken, die man gar nicht in Worte fassen kann. Es gibt uns auch sehr viel zurück.“

Aufhören kommt für die Ehrenamtlerinnen Karduck und Kegler nicht infrage. „Wenn ich mal darüber nachdenken sollte und dann hier im Einsatz war, dann hat sich das Thema für mich erledigt“, sagt Kegler und lacht.

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