Die Kitas laufen trotz der Neubauten über

Von: Patrick Nowicki
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Fünf Gruppen, Platz für 95 Kinder: Die neue Kindertagesstätte am Grünen Weg soll allerdings erst im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Aktuell werden die Kinder in Übergangsgruppen in drei anderen Einrichtungen betreut. Foto: Patrick Nowicki
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Im Sommer nimmt die neue Kita an der ehemaligen Dürwisser Hauptschule ihre Arbeit auf. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Stadt investiert massiv in neue Betreuungsplätze für Kinder. 7,5 Millionen Euro kosten die neuen Kindertagesstätten auf dem Ringofen, am Grünen Weg und auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Dürwiß. Doch diese Summe reicht immer noch nicht aus, um den Bedarf an Betreuungsplätzen vollständig zu decken.

Nach dem aktuellen Jugendhilfeplan geht die Stadtverwaltung davon aus, dass die meisten der 32 Betreuungseinrichtungen in Eschweiler mehr Kinder aufnehmen, als Plätze zur Verfügung stehen. Insgesamt 88 Plätze werden im kommenden Jahr als „Überkapazität“ zusätzlich zur Verfügung gestellt. Als erste Reaktion wird der Kindergarten in Röhe um eine Gruppe erweitert. Auch die eingruppige Einrichtung in St. Jöris soll vergrößert werden – wenn möglich.

1894 gemeldete Plätze

Im laufenden Kindergartenjahr meldete die Stadtverwaltung dem Land NRW 1894 Kita-Betreuungsplätze, 385 davon stehen für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Dennoch steht sie weiterhin unter Zugzwang. Dies begründet man im Rathaus nicht nur mit den in Eschweiler lebenden Flüchtlingen, sondern vor allem mit den steigenden Geburtenzahlen. Kamen im Jahr 2015 noch 511 neue Indestädter auf die Welt, so zählte man im vergangenen Jahr 582, also 72 Geburten mehr. Der Kindersegen führt dazu, dass die bestehenden Kita-Plätze nicht ausreichen. Da Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab drei Jahren besitzen, muss die Stadt handeln.

Aktuell entsteht in Dürwiß eine neue viergruppige Einrichtung mit Platz für 70 Kinder, die mit dem Start des neuen Kindergartenjahres im Sommer in Betrieb gehen soll. Geplant ist, im Gegenzug die eingruppige Kita an der Schillerstraße, die von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird, zu schließen. Allerdings schränkt die Verwaltung ein, dass eine Schließung erst dann erfolgt, wenn „sich abzeichnet, dass der Bedarf der Villa Regenbogen nicht mehr besteht“.

Die neue Kindertagesstätte am Grünen Weg mit insgesamt fünf Gruppen und 95 Plätzen wird erst Anfang kommenden Jahres bezugsfertig. Bis zur Fertigstellung des Gebäudes werden drei Übergangsgruppen in den Kitas Jahn-straße, Hastenrather Weg und Johanna-Neuman-Straße betrieben.

Da in vielen Familien zwei Gehälter erforderlich sind, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, wünschen sich viele Eltern flexiblere Öffnungszeiten. In Eschweiler bildet die Elterninitiative „Immenhof“ eine Besonderheit, denn dort können Kinder zwischen 5.30 und 21 Uhr betreut werden. Dies kommt berufstätigen Eltern entgegen. Zum neuen Kindergartenjahr soll in Nothberg eine weitere Gruppe eingerichtet werden, die zehn Kinder im Alter von einem bis drei Jahren aufnehmen kann. Auch dort geht das Jugendamt von einer Überbelegung aus: 50 Plätze stehen ab August zur Verfügung, 54 Kinder werden dort betreut.

Eschweilers Jugendamtsleiter Jürgen Termath spricht von einem „Tagesgeschäft“, da sich die Zahlen ständig ändern. Man werde alleine zum neuen Kindergartenjahr 109 Plätze mehr ausweisen können als noch im laufenden. Die Betreuungsquote liege bei 55 Prozent für die Unter-Dreijährigen und etwa 100 Prozent für die Über-Dreijährigen. Dass man bei etwa 90 Gruppen insgesamt 88 Plätze Überbelegung habe, sei für ihn verkraftbar. Wichtig sei für Termath: „Es hat bisher noch keine nicht-versorgten Kinder gegeben.“

Entscheidenden Anteil daran haben die 58 Tagespflegepersonen, die im kommenden Kita-Jahr voraussichtlich zusätzliche 212 Betreuungsplätze in Eschweiler zur Verfügung stellen. Überwiegend werden diese Plätze mit Kindern im Alter von unter drei Jahren belegt. Bei Kindern in der Tagespflege beteiligt sich das Land an den jährlichen Kosten mit 781 Euro. Allerdings wird dieser Zuschuss nur bis zum Schuleintritt gewährt und nur dann gezahlt, wenn parallel kein Zuschuss für einen Kitaplatz überwiesen wird. Die Höhe des Elternanteils richtet sich wie der Kindergartenbeitrag nach der Höhe des Einkommens.

Einige Kommunalpolitiker sehen diese Zahlen allerdings auch kritisch. „Zusätzliche Kinder über die eigentliche Belegungsstärke hinaus können zu einer bedenklichen Belastung der Erzieherinnen und Erzieher führen“, meinte Maria Mund von der CDU im Jugendhilfeausschuss. Alleine aus diesem Grund müsse man den Ausbau weiter vorantreiben.

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