Eschweiler-Hastenrath - Die KG Eefelkank bereitet ihre Historie auf

Die KG Eefelkank bereitet ihre Historie auf

Von: zsa
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Freuten sich gemeinsam über die offizielle Eröffnung des Vereinsarchivs der KG Eefelkank: (v.l). Vorsitzender Christian Wolny, Ehrenmitglied Wilfried Spieß, Ehrenmitglied Karl-Heinz Ohler und Präsident Michael Schümmer. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler-Hastenrath. „Die feierliche Archiveröffnung soll heute so etwas wie der offizielle Startschuss sein, für den ordentlichen und ehrwürdigen Umgang mit der Geschichte unserer Gesellschaft.“ Mit diesen Worten traf Michael Schümmer, Präsident der KG Eefelkank, den Nagel auf den Kopf.

Im 77. Jahr ihres Bestehens kann sich eine der jüngeren Karnevalsgesellschaften Eschweilers über ihr eigenes Vereinsarchiv freuen. Am Samstagabend wurde es erstmals den Mitgliedern vorgestellt und offiziell eröffnet.

Doch zurück zum Anfang: Vor eineinhalb Jahren schieden die heutigen Ehrenmitglieder Wilfried Spieß und Karl-Heinz Ohler aus dem Vorstand der Eefelkank aus. Aber beide hielten sich noch zu jung für die „karnevalistische Rente“, wie Wilfried Spieß nun erzählte. So kamen Spieß und Ohler auf die Idee eines Vereinsarchivs als kulturelles Gedächtnis für „ihre“ Eefelkank. Sie begannen mit Internetrecherchen und Besuchen im Eschweiler Karnevalsmuseum, im Vereinsarchiv der Scharwache und im Stadtarchiv. Sie holten sich Tipps und Anregungen, unter anderem auch beim Eschweiler Geschichtsverein.

Schließlich folgten Taten: Ein Archivplan wurde angelegt und erste Dokumente gesammelt und digitalisiert. Heute haben Wilfried Spieß und Karl-Heinz Ohler fünf Ordner mit circa 1200 Dokumenten bearbeitet, das heißt nach Jahrgängen sortiert und eingescannt. Allerdings ist dies nur ein Bruchteil des bereits vorhandenen Materials. Sie hätten erst ungefähr zehn Prozent erreicht, meinte Spieß am Samstagabend bei der Archiveröffnung. Ohler verdeutlichte es noch einmal: „Es lagern oben noch 40 Ordner mit ungefähr 10.000 Dokumenten, die noch nicht bearbeitet wurden.“ Dies beinhalte allerdings nicht die unzähligen Fotos, die dem Vereinsarchiv bereits zur Verfügung gestellt wurden. Diese kämen noch dazu.

In vielen einzelnen Kellern in Hastenrath sei das Archiv der Eefelkank bisher von einigen wenigen Eefelkankern gesammelt und geschätzt worden, sagte Präsident Michael Schümmer in seiner Begrüßungsrede. Aber nun habe man der Geschichte der Eefelkank, besonders dank des Engagements von Karl-Heinz Ohler und Wilfried Spieß, im Wortsinn einen gemeinsamen Raum geben können. Die beiden Ehrenmitglieder haben nicht nur die Dokumente gesammelt, sondern auch einen Raum im Vereinsheim renoviert, mit Vitrinen bestückt und die technische Möglichkeit geschaffen, alte Dokumente einzuscannen und zu archivieren. „Eine mühselige Kleinstarbeit“, zollte Michael Schümmer den beiden ehrenamtlichen Archivaren seinen Respekt. Auch Karl-Heinz Ohler betonte: „Ich werde immer gefragt, wann die Arbeit denn beendet sei. Aber die Archivarbeit endet nie, denn es kommt immer etwas Neues hinzu.“

Die Archivarbeit habe ihnen bisher sei zuweilen auch sehr lustig, sagte Wilfried Spieß. Er hatte gleich zwei witzige Anekdoten parat. So habe es sich in den 1950er-Jahren zugetragen, dass ein Mitglied dem Verein noch Geld schuldete. Es wurde hin und her geschrieben und letztlich der Gerichtsvollzieher eingeschaltet. „Man sieht also, die Jungs von damals fackelten nicht lange.“ Sinn für Humor hatten die damaligen Hastenrather Jecken aber auf jeden Fall, anders ist es nicht zu erklären, dass die KG im Jahr 1960 als Prinz Andrew geboren wurde eine Glückwunschkarte an Queen Elisabeth II. schickten. Umso erfreulicher, dass die britische Botschaft ein Dankesschreiben zurückschickte. Nun ist dies alles im neuen Vereinsarchiv der Eefelkank zu finden, das sich im Obergeschoss des Vereinsheims an der Bohler Straße befindet und zukünftig auf Anfrage oder bei Veranstaltungen geöffnet sein wird.

Im liebevoll gestalteten „Zwergenmuseum“ finden Interessierte aber nicht nur zahlreiche Ordner mit Dokumenten, sondern auch ausgewählte Exponate, wie etwa alte Uniformen, darunter auch ehemalige Uniformen der Brass-Els-Kapelle, die am Abend der Eröffnung auch auftrat. In einer beleuchteten Vitrine werden Erinnerungsstücke an die drei Prinzen der KG Eefelkank ausgestellt, so der Prinzenbecher von Prinz Schäng I. Willms. Am Samstag stiftete überdies der ehemalige Zeremoniemeister der Eefelkank, Heinz Hahn, seinen Zeremonienstab, den er selbst von einem Prinzen-Zerem geerbt hatte, dem Vereinsarchiv. In Bezug auf die Ausstellung von Gegenständen wäre es langfristig ein Wunsch von Wilfried Spieß, einen Ausstellungskasten im Erdgeschoss des Vereinsheims zu haben, der wechselnd bestückt wird.

„Unser neues Archiv soll ein Treffpunkt sein, wo man die Geschichte der Eefelkank erfahren, einatmen und wertschätzen kann“, sagte Präsident Michael Schümmer. Sowohl er als auch Wilfried Spieß und Karl-Heinz Ohler appellierten an alle Mitglieder, dem Archiv alte Dokumente und Uniformen zur Verfügung zu stellen. Aber nicht nur Material vergangener Jahre, sondern auch der früheren Vergangenheit, beispielsweise Fotos der vorigen Session seien interessant und würden gerne angenommen. „Ihr seid Eefelkank, wir sind Eefelkank. Dies ist erst der Beginn der Arbeit“, meinte Schümmer.

Jeder könne zum neuen Vereinsarchiv beitragen und Dinge aus seiner Eefelkankzeit dort abgeben, mit dem Wissen, dass diese pfleglich und sorgsam behandelt werden. Wilfried Spieß und Karl-Heinz Ohler jedenfalls stehen bereit und freuen sich, die Vereinsgeschichte ihrer Gesellschaft für alle Mitglieder sicht- und erlebbar zu machen.

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