Die Jahnhalle ist schon leer, das Berufskolleg soll folgen

Von: tob
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Eine neue Spielecke ist seit gestern in der Donnerbergkaserne fertig: Der Sponsor baute fleißig mit auf. Foto: Tobias Röber

Eschweiler/Stolberg. Zwar sind die Nachrichten nach wie vor täglich voll vom Thema Flüchtlinge, der Strom in die Region ist jedoch merklich abgeebbt. 96 Flüchtlinge leben derzeit etwa in der Unterkunft auf dem Gelände der Donnerbergkaserne. Bis zu 500 können dort untergebracht werden.

Die Sporthalle an der Jahnstraße ist komplett leer, in den Hallen der Berufskollegs in Eschweiler und Stolberg hat die Städteregion Aachen rund 100 Menschen untergebracht. Beide Berufskollegs werden jedoch zum 30. April frei sein, wie Vertreter der Städte am Dienstag erklärten.

18.000 Quadratmeter

Seit Anfang des Jahres sind Flüchtlinge in der Kaserne untergebracht. Rund 80 freiwillige Helfer der Stolberger und Eschweiler Feuerwehren sowie des THW hatten bei den Aufbauarbeiten geholfen.

270 Etagenbetten mit 540 Liegeflächen gibt es in den Zelten, die auf dem 18.000 Quadratmeter großen Gelände aufgebaut sind. Für 72 Personen ist ein solches Schlafzelt ausgelegt. Insgesamt gibt es 13 Leichtbauhallen auf dem früheren Appell-Platz der Donnerbergkaserne. Acht davon sind Schlafhallen, eine dient der Essensausgabe, eine der medizinischen Versorgung, eine ist für die sanitären Anlagen (Männer und Frauen getrennt) vorgesehen, eine dient dem Aufenthalt und der Kinderbetreuung und eine wird zur Registrierung eingerichtet. Hinzu kommen Container für das Personal.

Viele bunte Bilder

Der Container für die Kinderbetreuung ist seit Dienstag um eine Attraktion reicher. Genau genommen um zwei Tische, acht Stühle und – was für die Mädchen und Jungen fast noch wichtiger ist – um einige Malbücher, einen Spielteppich und ein weiteres Spielgerät. Die 38 Auszubildenden der Lumileds Germany GmbH engagieren sich bereits seit einiger Zeit in der Flüchtlingshilfe. Im Rahmen eines sozialen Projekts hat das Unternehmen nun zehn Kinderspielecken gespendet. Am Dienstag war die Firma in der Kaserne zu Gast, die Azubis bauten die Spielecke dort auf – und die Kinder konnten es kaum erwarten, diese zu nutzen. Die Mädchen und Jungen haben in den vergangenen Wochen aber auch selbst schon eine Menge für „ihren“ Container getan, der mit allerhand bunten Bildern und Gebasteltem geschmückt ist.

Ein Lob gab es am Dienstag von den Verantwortlichen der Städte Eschweiler und Stolberg für die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, die die Kinder in dem Zelt betreuen.

Wie es in Sachen Flüchtlinge für die beiden Städte weitergeht, vermag derzeit niemand zu sagen.

Insgesamt wurden Eschweiler im vergangenen Jahr 555 Flüchtlinge zugeteilt. Zum Vergleich: In 2014 suchten noch 134 Menschen Zuflucht in der Indestadt. Im bisherigen Rekordjahr 1991 wurden Eschweiler 362 Menschen zugewiesen. Im Jahr 2008 kam kein Flüchtling nach Eschweiler.

Suche nach Unterkünften

Die Indestadt ist derweil weiter fleißig auf der Suche nach Unterkünften für die Flüchtlinge. Die Nebengeräusche rund ums Gebäude Stich 30 sind inzwischen verklungen, an der Grachtstraße sollen die Baracken Containern weichen. Allerdings betont die Stadt, dass dort nicht nur Flüchtlinge und Obdachlose untergebracht werden sollen. 1,65 Millionen Euro stehen zudem im Haushalt für das laufende Jahr, um Sozialwohnungen zu bauen. Im Gutenbergviertel hat nun ein Eigentümer zugestimmt, 40 Wohnungen zu vermieten.

Damit ist es jedoch nicht getan: Auch die Zahl der Kitaplätze muss weiter nach oben geschraubt werden. Die Stadt Eschweiler arbeitet daran.

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