Die Innenstadt zu den Menschen nach Hause bringen

Von: se
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Senioren wünschen sich, dass Produkte des täglichen Bedarfs auch gebracht werden. Foto: Stock/McPhoto

Eschweiler. Nicht nur die Präsentation der Umfrageergebnisse stand am Donnerstagabend auf dem Programm. Dr. Wolfgang Joußen stellte zudem Kernelemente eines Konzepts zum Projekt „Innenstadtnahes Wohnen für ältere Menschen“ vor, das mit den Anwesenden in verschiedenen Arbeitsgruppen diskutiert wurde.

„Wir wollen versuchen herauszufinden, wie ein Konzept bis 2030 umgesetzt werden kann“, so Joußen. Vorschlag des Projektteams: Mehr und neue Service-Angebote von lokalen Anbietern schaffen. Doch was kann man sich darunter vorstellen? Wichtig sei diesbezüglich vor allem die Optimierung und Schaffung von Bring- und Holdiensten für Produkte des täglichen Bedarfs, erklärte Joußen und verwies diesbezüglich auf den Erfolg des Online-Handels, bei dem Produkte bis an die Wohnungstüre geliefert werden.

„Holen, Abholen, Bringen und Liefern. Diese schiene müssen wir in Zukunft noch mehr stärken“, meinte der wissenschaftliche Berater. So könnte zum Beispiel nicht mehr benötigter Gewerberaum in der Innenstadt und in der Nähe der Innenstadt zu Wohnraum für ältere Menschen umfunktioniert werden. Über diese Ausführungen wurde allerdings nicht nur in den Arbeitsgruppen, sondern bereits im Plenum, diskutiert. „Ich finde, man sollte die Innenstadt zu den Menschen nach Hause bringen“, forderte einer der Teilnehmer. Schließlich gebe es auch genügend Menschen mit Eigentum in anderen Stadtteilen, die dieses nicht aufgeben und in die Innenstadt ziehen wollten.

Dieser Auffassung stimmten auch Joußen und das Projektteam zu. Generell gelte für alle Anbieter von Produkten und Dienstleistungen Folgendes: „Die Hol-Struktur muss zu einer Wohnungs-Bring-Struktur werden“, so Joußen. Einige Vorreiter in diesem Bereich gebe es bereits. Dazu zähle auch das Mobil einer Bankfiliale, an dem die Kunden ihre Geldgeschäfte erledigen können. Davon müsse es jedoch mehr geben.

Auch das Angebot der medizinischen und pflegerischen Versorgung soll weiter optimiert werden.

Das Projektteam hatte an diesem Abend noch einige weitere Vorschläge auf Lager, über die es mit den vielen Gäste im Ratssaal diskutieren wollte. So schlug Joußen in seiner Präsentation auch vor, eine Anlaufstelle für ältere Menschen in Eschweiler einzurichten. Daraus soll jedoch keine neue Einrichtung mit neuen Mitarbeitern entstehen. Vielmehr soll eine Person eingesetzt werden, die die vorhandenen Angebote von öffentlichen und privaten Einrichtungen im Bereich Wohnen kennt, aufbereitet und auf einfach erreichbarem Weg bereitstellt.

Auch die Gründung eines Netzwerks zum kontinuierlichen Informationsaustausch und zur Koordination mit öffentlichen und privaten Einrichtungen und Unternehmen schlug das Projektteam vor.

Wie sieht nun der Plan für die kommenden Monate aus? Nach der regen Diskussion werden die Kernelemente nun vom Projektteam um Dr. Wolfgang Joußen überarbeitet. In den kommenden Monaten soll das fertiggestellte Konzept dann bei einer weiteren Veranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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