Die Haustür schließt längst nicht jeder ab

Von: Sonja Essers
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Einbrecher brauchen meist nicht lange, um verschlossene Türen zu öffnen. Das liegt auch daran, dass es viele Bürger gibt, die gar nicht erst abschließen. Foto: stock/Jochen Tack

Eschweiler. Die dunkle Jahreszeit ist angebrochen, und das bedeutet zwangsläufig, dass es mehr Einbrüche gibt. Damit es jedoch erst gar nicht so weit kommt, startet in dieser Woche die Aktion „Riegel vor“ der Polizei in Nordrhein-Westfalen. In der Eschweiler Innenstadt wurden am Montag etwa Tipps an einem Infostand gegeben.

In den vergangenen Wochen hatten die Beamten vermehrte Einbruchsversuche in Ein- und Zweifamilienhäuser in Münsterbusch, Donnerberg und Umgebung auf Trab gehalten. Die unbekannten Täter versuchten meist am Wochenende, zur Nachtzeit oder in den frühen Morgenstunden, Haustüren aufzuhebeln.

In der Indestadt sei es derzeit relativ ruhig, berichtet Sandra Schmitz von der Pressestelle der Aachener Polizei. „In Eschweiler ist es im Grunde recht unauffällig. Im Moment haben wir dort keinen Schwerpunkt, so wie das in Stolberg der Fall ist“, sagt Schmitz und fügt hinzu: „Aber die dunkle Jahreszeit hat ja auch gerade erst angefangen.“ Mit vorläufigen Zwischenständen sei sie vorsichtig, die Zahlen seien bisher jedoch rückläufig. Das bestätigt ein Blick in die Statistiken.

224 Wohnungseinbrüche zählte die Polizei im Jahr 2012. Im vorigen Jahr waren es 193. Die Zahl der sogenannten Tageswohnungseinbrüche ging von 96 auf 94 zurück. In diesem Jahr liegt die Zahl der Wohnungseinbrüche bei 109 – für den Zeitraum von Januar bis September. Andere Zahlen sind hingegen gewachsen. Gab es 2012 noch 21 Einbrüche mit Diebstahl in Gaststätten, waren es 2013 sogar 41. Bei den Einbrüchen in Geschäfte ist die Zahl gar von 22 auf 62 gestiegen. Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt die Tendenz nach oben: 54 942 Wohnungseinbrüche sind für 2013 registriert.

Doch auch wenn Wohnungseinbrüche in der Indestadt momentan nicht so ein großes Thema sind wie in anderen Städten, sei es trotzdem wichtig, sich vor ihnen zu schützen. „Wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, dann wissen wir, dass Einbrecher vermehrt zuschlagen“, sagt Schmitz. Aus diesem Grund weise man in dieser Woche vermehrt auf das Thema hin. Schließlich weiß Schmitz bestens, welche verheerenden Folgen ein Wohnungseinbruch haben kann. Dabei entstehe nämlich meistens nicht nur ein Sachschaden. Die Opfer verlieren wertvolle Erinnerungsstücke und fühlen sich nach einem Einbruch oft in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. „Danach sind die Opfer oft traumatisiert“, sagt sie.

Doch wie kann man sich vor Einbrechern schützen? Schmitz hat für die Indestädter gleich mehrere Tipps auf Lager. „Es ist wichtig, dass man es den Einbrechern so schwer wie möglich macht“, sagt sie. Jeder Bürger sollte sein Eigentum schützen, indem er es ausreichend verriegelt. „Meistens reicht es schon, wenn man die Schließmechanismen nutzt, die vorhanden sind.“ So sollte die Haustür stets abgeschlossen werden. Dass dies für viele Bürger jedoch alles andere als selbstverständlich ist, erleben Sandra Schmitz und ihre Kollegen regelmäßig. „Wir stellen oft fest, dass die Verriegelungen gar nicht genutzt werden.“

Einbrecher steigen nicht nur nachts und zu Urlaubszeiten in Häuser ein. Häufig geschieht dies gerade dann, wenn die Bewohner „nur mal kurz weg“ sind. Die Täter haben es eilig und nutzen jede günstige Gelegenheit. Kern der aktuell laufenden Kampagne der NRW-Polizei ist der dreifache Riegel gegen Einbrecher: Wohnung sichern, aufmerksam sein, Polizei via 110 rufen.

Polizeisprecherin Sandra Schmitz hat noch einen weiteren Tipp, der die Bürger vor Einbrechern schützen soll. „Wir sagen immer, dass der wachsame Nachbar der größte Feind des Einbrechers ist.“ Wer verdächtige Beobachtungen macht, sollte diese bei der Polizei melden, dann könne man rechtzeitig eingreifen, sagt Schmitz. Sie weiß jedoch auch, dass Bürger sich oft davor scheuen, den Notruf zu wählen. Aus diesem Grund rät sie: „Oft reicht das Bauchgefühl schon aus. Man sollte lieber einmal zu viel den Notruf wählen.“

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