Die Feuerwache ist für ihn wie ein zweites Zuhause

Von: Irmgard Röhseler
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Nelson Frühauf absolvierte vor rund einem Monat seine Ausbildung zum Brandmeister und wurde, wie zwei weitere Kollegen, von der Feuerwehr der Stadt Eschweiler übernommen. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Wenn es brennt, ist sie blitzschnell zur Stelle. Sie eilt herbei, wenn Menschen aus Gefahr gerettet werden müssen. Die Feuerwehr ist stets zur Stelle. Unvorstellbar, wenn es nicht so wäre. Bei ihren Einsätzen riskieren die Helfer oft die eigene Gesundheit oder setzen gar ihr Leben aufs Spiel.

Für die Bürger ist das selbstverständlich und kaum einer denkt daran, welch große körperliche und seelische Belastungen Feuerwehrleute auf sich nehmen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum die Zahl an geeigneten Bewerbern immer weiter rückläufig ist. Der Beruf des Feuerwehrmanns oder der Feuerwehrfrau stellt hohe Anforderungen sowohl an die körperliche als auch psychische Leistungsfähigkeit.

Die Feuerwehr der Stadt Eschweiler mit ihren insgesamt 62 hauptamtlichen Feuerwehrleuten bietet seit 2006 jährlich interkommunale Brandmeisterlehrgänge für hauptamtliche Feuerwehren an. 18 Monate dauert die intensive Ausbildung. Über mangelnden Nachwuchs kann sich die Eschweiler Feuerwehr (noch) nicht beklagen: „Wir haben seit Jahren einen konstanten Mitgliederbestand“, zeigt sich Wehrchef und Stadtbrandinspektor Axel Johnen zufrieden. „Wir rekrutieren unseren Nachwuchs aus den Löschzügen und der Jugendfeuerwehr.“

Der Indestädter Nelson Frühauf hat (wie zwei weitere junge Leute)vor kurzem seine Ausbildung zum Brandmeister bei der Feuerwehr der Stadt Eschweiler absolviert und steht nun mit beiden Beinen im Berufsleben. Seit wenigen Tagen ist er also mittendrin

Wie kamen Sie zur Feuerwehr?

Frühauf: Ich habe schon als kleines Kind davon geträumt, in dem großen roten Auto zu sitzen und Menschen zu retten. Nach meinem Realschulabschluss hat sich dieser Wunsch dann konkretisiert und ich habe mich intensiver mit dem Beruf beschäftigt.

Es sollte auf jeden Fall ein technischer Beruf sein. Und da ich einige Freunde habe, die ebenfalls bei der Feuerwehr sind, war für mich schnell klar, wohin der Weg geht. Zunächst habe ich eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik gemacht. Denn eine vorherige handwerkliche Ausbildung ist bei den meisten Berufsfeuerwehren erwünscht. Nach einem Praktikum in der Eschweiler Feuerwache habe ich mich schließlich beworben und wurde auch prompt genommen.

Was muss ein guter Feuerwehrmann mitbringen? Muss er besonders fit und mutig sein?

Frühauf: Gefragt sind mit Sicherheit Einsatzbereitschaft, Teamgeist, körperliche Bestform sowie technisches Know-how. Bei der Feuerwehr gehören körperliche Fitness und Kopfarbeit zusammen. Anhand eines mehrstufigen psychologischen und körperlichen Eignungstests wählen die Feuerwehren dann die geeigneten Kandidaten aus. Der schriftliche Test prüft das anschauliche Denken, die Sorgfalt und das Arbeitstempo des jeweiligen Bewerbers. Rechtschreibung und Mathematik sollte man ebenfalls beherrschen.

Die körperliche Prüfung beinhaltet unter anderem einen 3000-Meter-Lauf in maximal 15 Minuten, einen 400-Meter-Sprint in maximal 85 Sekunden, aber auch 15 Meter Streckentauchen und Drehleitersteigen gehören dazu. Es sind auf jeden Fall einige schwierige Übungen dabei: beispielsweise, wenn man eine 75 Kilogramm schwere Übungspuppe innerhalb von 60 Sekunden über 60 Meter ziehen muss.

Ist eine vorherige abgeschlossene Berufsausbildung Voraussetzung oder kann man sich auch ohne bei der Feuerwehr bewerben?

Frühauf: Ja, allerdings nicht überall. Ich glaube die Düsseldorfer Feuerwehr macht das. Die Teilnehmer lernen zunächst 18 Monate lang unter Regie der Feuerwehr handwerklich-technische Kenntnisse und starten dann den regulären zweijährigen Ausbildungslehrgang im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Viele Berufsfeuerwehren setzen allerdings voraus, dass man eine handwerklich-technische Ausbildung oder eine im medizinisch-pflegenden Bereich absolviert hat.

Wo und wie bewirbt man sich? Wie qualifiziert man sich?

Frühauf: Man kann sich bei allen Berufsfeuerwehren bewerben. Zum Einstellungstest gehören ein schriftlicher, ein sportlicher und praktischer Test, sowie ein persönliches Auswahlgespräch und eine amtsärztliche Untersuchung.

Wie läuft denn so eine anderthalbjährige Ausbildung zum Brandmeister ab?

Frühauf: Im ersten Ausbildungsschritt erfährt man eine Grundlagenausbildung mit den Schwerpunkten Technik, Feuerwehrtaktik, Biologie, Chemie, Physik, Atemschutz, Sportabzeichen, Rettungsschwimmerabzeichen, Führerscheinausbildung CE und Praktika in einer Feuerwache. Während der 18 Monate langen Ausbildung zum Brandmeister lernt man zudem, wie Einsätze perfekt geplant und durchgeführt werden und zum anderen wie Menschenleben gerettet werden.

Hierfür ist eine Ausbildung zum Rettungssanitäter ebenso erforderlich. Rettungssanitäter können im Rettungsdienst, Krankentransport und im Katastrophenschutz eingesetzt werden. Während der Ausbildung macht man das Sportabzeichen in Silber und den Rettungsschwimmer in Silber.

Wie geht es dann weiter? Stehen Fortbildungen und Übungen an?

Frühauf: Berufsfeuerwehrleute werden jährlich auf Herz und Nieren geprüft und müssen sich einer Belastungsübung unterziehen. Einsätze unter Atemschutz in voller Montur können sehr belastend sein. Daher muss man regelmäßig seine körperliche Fitness prüfen, indem man aufs Laufband steigt, unter erschwerten Bedingungen durch den Käfig kriecht und die Endlosleiter hoch steigt.

Alle drei Jahre steht eine ärztliche Untersuchung an. Die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 26.3 hat die Aufgabe festzustellen, ob bei der untersuchten Person gesundheitliche Bedenken gegen das Tragen von Atemschutzgeräten bestehen.

Dann zählt der Sport ja wahrscheinlich auch zu Ihren Hobbys?

Frühauf: Auf jeden Fall. Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio, aber auch unsere Feuerwache hat einen Sportraum mit Stepper, Rudergerät und Laufband, in dem ich, immer wenn es die Zeit zulässt, zu finden bin.

Gibt es Aufstiegsmöglichkeiten bei der Feuerwehr?

Frühauf: Ja klar. Aber ich möchte nun erst einmal Berufserfahrung sammeln. Man kann die Laufbahn des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes einschlagen und zum Hauptbrandmeister befördert und Gruppenführer werden. Besonders geeignete Beamte haben die Chance, in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst übernommen zu werden.

Sie sind jetzt seit fast einem Monat Brandmeister bei der Eschweiler Feuerwehr. Wie waren Ihre ersten Einsätze? Fühlen Sie sich wohl an Ihrem Arbeitsplatz?

Frühauf: Und ob. Das Zusammenleben auf der Wache ist für mich wie ein zweites Zuhause! Das Faszinierende an dem Beruf ist die Vielseitigkeit, und das man Menschen, die in Not geraten sind, helfen kann. Das ist schon ein schönes Gefühl, wenn ein Einsatz gut für die Menschen endet.

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