Die Ergotherapeutin: Senioren strahlen, wenn Julia auftaucht

Von: Irmgard Röhseler
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Empathie und Geduld sind gefragt, wenn Julia Synowzik mit ihren Schützlingen arbeitet. Die Ergotherapeutin ist seit vier Monaten im Ago-Seniorenzentrum beschäftigt. Arthur liebt es, wenn er Solitaire spielen kann. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Wenn Julia Synowzik auftaucht strahlt Arthur übers ganze Gesicht. „Spielen wir heute wieder Solitaire?“ fragt der 61-Jährige, der seit einigen Jahren im Ago-Seniorenzentrum am Ringofen lebt. Julia Synowzik ist die Ergotherapeutin in der Einrichtung und ist täglich (montags bis freitags) für ihre Schützlinge da, um das Wohlbefinden, genauer gesagt den physischen und psychischen Zustand der Senioren positiv zu beeinflussen.

Dabei orientiert sich die 26-jährige Würselenerin an den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Bewohner. Sie steht stets in engem Kontakt mit der zuständigen Pflegekraft, so dass eine bestmögliche Behandlung möglich ist.

Ihr Schützling Arthur war fast vier Jahre blind und konnte nur noch in hell und dunkel unterscheiden. Nach einer OP hat er sein Augenlicht endlich wieder und ist darüber natürlich überglücklich. Leider hat seine „Fastblindheit“ funktionelle Störungen verursacht, und Arthur trainiert nun mit Julia Synowzik die Tätigkeiten des täglichen Lebens, wie beispielsweise das An- und Ausziehen, sich selbst zu waschen, eine Tablette in den Mund schieben und ein Butterbrot zu schmieren. Alltagshandlungen müssen ständig wiederholt werden. Auch den Transfer vom Bett in den Rollstuhl und vom Rollstuhl auf die Toilette üben die Bewohner mit ihrer Therapeutin.

Um die Feinmotorik und Koordination zu fördern, wird also heute wieder Arthurs Lieblingsspiel ausgepackt und rege Handgymnastik gemacht. „Ich finde es ganz wichtig, etwas zu finden, was den Bewohnern auch Freude bereitet“, unterstreicht die Ergotherapeutin.

Rund 30 Minuten beschäftigt sich Julia Synowzik mit Arthur. Dabei wird nicht nur gespielt, sondern auch ein nettes Pläuschchen gehalten und die 26-Jährige bringt den Senior immer wieder zum Lachen. Danach fühle er sich stets wunderbar, sagt Arthur. Und er freue sich schon auf die nächste Therapiestunde. Natürlich begleitet die Therapeutin die Frauen und Männer wieder zu ihrem Zimmer, bevor sie sich dem nächsten zuwendet.

Manchmal ist auch Gemeinschaftsarbeit angesagt. Im Ago betreut Julia Synowzik fünf Gruppen mit jeweils acht Leuten. Manchmal gesellt sich die Therapeutin dazu, wenn die Pflegekräfte die Bewohner waschen und anziehen. „Dann kann ich mir ein Bild davon machen, was die Menschen noch selbst können und was nicht“, so Synowzik. Entscheidend für den Ergotherapeuten ist aber auch das Gespräch mit dem zu Betreuenden.

Wenn der Bewohner Vertrauen gefasst hat, spricht er über seine Probleme, die ihn beschäftigen. Durch intensive Gespräche festigt sich die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Therapeut und Bewohner. Auf die Frage, was ein guter Ergotherapeut mitbringen muss, antwortet Julia Synowzik: Empathie und Geduld. Man sollte auch kreativ und motivierend und offen für die Menschen sein. Vor allem muss man aber sehen, was dem jeweiligen Menschen wichtig ist und was ihn bewegt.

Julia Synowzik kennt ihre Schützlinge, wenn sie auch erst seit vier Monaten im Ago-Seniorenzentrum arbeitet, schon ganz gut. Im nächsten Jahr möchte die 26-Jährige ein neues Programm starten: Mit körperlichen und kognitiven (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen) Übungen sollen die Menschen mehr Selbstständigkeit im Alter erlangen. Synowzik: „Ich möchte, dass die Menschen mehr Lebensgefühl erfahren und selbstständiger in ihrem Handeln werden.“

Die junge Frau machte ihren Bachelor in Heerlen und sammelte bereits Erfahrung in einer Ergotherapie-Praxis. „In einem Seniorenheim wollte ich schon immer arbeiten“, freut sie sich über ihren neuen Job. „Meine Eltern sind beide Altenpfleger von Beruf und haben mich schon als kleines Kind oft mit ins Altenheim genommen. Ich arbeite gerne mit älteren Menschen!“

Liebe Leser, heute veröffentlichen wir Wunschzettel Nummer 8 und allmählich befinden wir uns auf der Zielgeraden. Denn bis zur Bescherungsfeier ist es ja nicht mehr weit. Am Dienstag, 13. Dezember, möchten wir die vielen liebevoll verpackten Präsente im Ago-Seniorenzentrum am Ringofen dekorieren und eine große Bescherungsfeier veranstalten.

Ab 15 Uhr möchten wir den Frauen und Männern ein kleines Programm bieten, bevor sie ihre Herzenswünsche erhalten. Der Gabentisch füllt sich stetig. Auch am Freitag kündigten viele Leser ihre Spendenbereitschaft an. Einige Wunschzettel gilt es allerdings noch zu erfüllen. Rufen Sie uns bitte auf jeden Fall vorher unter Telefon 5554934 an, ehe Sie ein Präsent besorgen. Packen Sie das Geschenk ein und schreiben uns bitte den Namen und das Alter aufs Päckchen.

So können wir die Wünsche besser zuordnen. Bringen Sie uns das Geschenk dann bitte in die Redaktion an der Englerthstraße 18. Apropos Herzenswünsche.

Auch am Freitag erfüllten wieder viele Leser Wünsche: Trude Gmünd erwärmt das Herz von Hubertine D. (93); Familie Jankowski besorgt die Präsente für Gisela W. (89) und für Elisabeth B. (81); Katharina Weigand beschert Anatolij B. (77); Kaspar Schmitz legt ein Päckchen für Gertrud B. (94) auf den Gabentisch; Gisela Grasmehr kauft für Hannelore Sch. (73) ein; Inge Hoeren-Zegels brachte ein Präsent für Dieter C. (59); Dieter und Ulrike Wilhelm erledigen den Weihnachtseinkauf für Jasper D. (80). Heinz L. (82) und Ursula L. (73) erhalten ihre Geschenke von Lesern, die anonym bleiben möchten.

Unerfüllt blieben bislang: Heinz L. (82) Videokassetten auf CD brennen lassen; Fritz Pf. (83): elektrischer Rasierapparat von Braun, und etwas aus dem Schalke-Fanshop; Charlotte B. (73): ein Mobile oder Pulli, Gr. 52; Elisabeth Sch. (80): Radio mit Kassettendeck; Eva Z. (58): warmer Pullover, hochgeschlossen, grün oder rosa, in Größe 48; Monika D. (65): Stretch-Jeans, Gr. 46, oder Gutschein von einem Jeansshop.

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