Die Bischöfliche Liebfrauenschule ist offiziell Fairtrade-Schule

Von: Tobias Röber
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Fair gehandelter Kaffee gehört an der Bischöflichen Liebfrauenschule inzwischen zum Alltag. Es gibt aber noch viele weitere Produkte und Projekte. Foto: Stock/Newscast
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Das Projekt Fairtrade-Schule tragen mit: die Schüler Frederike Niehues, Tobias Schmitz, Angela Weber (Q2); Denis Clou, Damian Dohlen, Verena Dondorf, Marie-Therese Erkens, Maximilian Esser, Nhat Ha Lonzen, Britta Sprank, Luca Lamerichs (Q1); Julia Bach, Christian Dickmeis, Philipp Thomas, Philipp Ziemons (EF); Tim Bülles, Paula Cremers, Alessio Ervens, Eva Greven, Leon Jansen, Anne Koslowski, Alicia Schartmann, Anna Vogts (9a); Jil Thomas (Klasse 8d); Noah Bach (7a); die Lehrerinnen Birgit Herkenhoff-Portik und Rita Weiskorn als Leiterinnen; Ralf Repohl, Ines Pieper-Janosa, Steffi Heinze und Anja Hollmann-Cremers. Unterstützung gibt‘s von Schulseelsorger Frank Klinkenberg, und mit Dagmar Schmitz ist die Mutter zweier Schüler mit an Bord. Foto: Röber

Eschweiler. Mit einem Vorurteil räumen die Schüler gleich mal auf: Fair gehandelte Schokolade schmeckt sehr wohl und die meisten Fairtrade-Produkte sind auch nicht teurer als „herkömmliche“ Waren. Die Bischöfliche Liebfrauenschule ist seit dem 30. November Fairtrade-Schule. Und da Eschweiler gerne Fairtrade-Stadt werden möchte, haben wir uns in der Schule einmal genauer umgesehen.

Das Thema fairer Handel spielt an der Schule schon länger eine Rolle. Im Jahr 2001 wurde der Eine-Welt-Laden von Lehrer Frank Osburg gegründet, der die Schule 2006 verließ. Damals übernahm Birgit Herkenhoff-Portik diese Aufgabe. Gemeinsam mit Rita Weiskorn leitet sie den Eine-Welt-Arbeitskreis, dem 25 Schüler, sechs Lehrer und eine Mutter angehören. Lehrer Ralf Repohl regte vor einiger Zeit die Bewerbung zur Fairtrade-Schule an. „Wir haben erst ein wenig gezögert, aber dann gesehen, dass wir die meisten Kriterien bereits erfüllen“, blickt Birgit Herkenhoff-Portik zurück.

Chips, Eistee & Co.

In jeder zweiten großen Pause öffnet das Fairtrade-Team der Schule seinen Eine-Welt-Laden. Es ist ein Schrank, der in den Flur vor die Aula gerollt wird, zwei bis drei Schüler bieten die Waren feil. Es gibt Chips, Schokolade, Tee, Reis, Nudeln, getrocknete Mangos, Eistee und einiges mehr. Manche Waren gibt es ständig, andere saisonbedingt. Gemeinsam wird im Arbeitskreis diskutiert, welche Produkte verkauft werden. Chips und Eistee etwa gibt es auf Anraten der Schüler. Anregungen kann man sich beispielsweise bei der Messe „Fair Trade & Friends“ in Dortmund holen. Drei Schüler und zwei Lehrer besuchten diese zu Beginn der Bewerbung zur Fairtrade-Schule.

Der faire Handel spielt auch im Unterricht eine Rolle: in Religion, Erdkunde, Politik und Englisch. Natürlich ist der Eine-Welt-Arbeitskreis bei Aktionen wie dem Sommerfest und dem Weihnachtsbasar aktiv. Die Gruppe informiert zum Thema Fairtrade, verkauft Produkte und schenkt fair gehandelten Kaffee aus. „Beim vorigen Basar haben wir 500 Euro umgesetzt, das war Rekord“, sagt Herkenhoff-Portik. Es gibt noch viele weitere Aktionen, etwa den Rosenverkauf zum Weltfrauentag.

Fair gehandelten Kaffee gibt es im Lehrerzimmer inzwischen nur noch, und wenn ein Lehrer Geburtstag hat, erhält er als Geschenk nicht irgendeine Flasche Wein, sondern eine aus fairem Handel.

Zu Beginn eines jeden Schuljahres besuchen die älteren Schüler des Arbeitskreises die fünften Klassen und stellen ihr Projekt dort vor. Mund-zu-Mund-Propaganda bewirkt sehr viel, ähnlich wie Aufklärung, denn die Schüler stoßen auch immer wieder auf Ablehnung und Vorurteile. „Ich hätte nie gedacht, dass es so moderne Fairtrade-Kleidung gibt. Da sind echt coole Sachen bei“, sagt Maximilian Esser, 17 Jahre alt und seit drei Jahren Teil des Eine-Welt-Teams.

Keine überhöhten Preise

Britta Sprank, ebenfalls 17 Jahre alt, pflichtet ihm bei: „Viele stellen sich unter Fairtrade etwas anderes vor. Ich achte jetzt sehr darauf, dass ich fair gehandelte Kleidung kaufe. Das ist nicht kompliziert.“ Sie betont, dass die Preise der Kleidung nicht überhöht seien. Das gelte auch für die übrigen Produkte. Die Chips im Eine-Welt-Laden sind beispielsweise günstiger als am Kiosk. Gewinn macht der Arbeitskreis nicht, das ist aber auch nicht das Ziel. „Wir wollen für einen fairen Handel eintreten“, betonen Schüler, die auf dem Zeugnis übrigens einen Vermerk über die Teilnahme an dem Projekt erhalten, und Lehrer unisono.

Die Liebfrauenschule übererfüllt die für die Auszeichnung zur Fairtrade-Schule geforderten Kriterien. Wer übrigens in dieser Woche etwas im Eine-Welt-Laden kauft, erhält eine Überraschung: eine jecke Fairsuchung...

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