Eschweiler - Die Awo backt, singt und pinselt gegen Rassismus

Die Awo backt, singt und pinselt gegen Rassismus

Von: cro
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Gemeinsam singen, malen und ein Zeichen setzen: Bouchra Baboua (4.v.r.) und Monika Medic (r.) vor dem Infostand zum Aktionstag „Awo gegen Rassismus“ am Montag in der Innenstadt. Foto: Carsten Rose
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Nur anfangs volle Teller: Die Portionen Baklava (l.) und Börek waren am Ende vergriffen. Foto: Carsten Rose

Eschweiler. Drei von 72 Baklava, dem süßen Gebäck, sind am Ende übrig geblieben – die 100 Börek, die herzhaften Teigtaschen, sind alle an den Mann oder die Frau gegangen. Für Bouchra Baboua und Monika Medic von der Eschweiler Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist das ein Grund mehr, ihren Informationsstand Anfang vergangener Woche in der Innenstadt als Erfolg zu bewerten. Dieser war Teil der bundesweiten Aktionswoche „Awo gegen Rassismus“.

„Dafür dass in der Stadt nicht so viel los war, hatten wir viel Zuspruch“, sagte Monika Medic nach vier Stunden an der Englerth-straße/Ecke Grabenstraße, „es war durch die Bank positiv. Es waren keine negativen oder blöden Sprüche dabei – das ist auch etwas wert.“ Bouchra Baboua sagte: „Das Hauptthema war natürlich die Flüchtlingshilfe. Und wenn Leute den Flüchtlingen helfen wollen, sind sie automatisch gegen Rassismus.“

Gebacken und tatkräftig geholfen haben Flüchtlinge aus der Eschweiler Erstaufnahmeeinrichtung Jahnhalle. Wie zum Beispiel Tammam Zaher, der den Stand mitorganisiert und an dem Tag betreut hat. Der syrische Flüchtling, der seit August des vergangenen Jahres in Eschweiler lebt, sei für Baboua und Medic eine große Hilfe, weil er (auf englisch) dolmetscht und sein „interkulturelles Wissen“ einbringt.

Mit dem Stand wollte der Awo-Kreisverband Aachen-Land nicht nur auf den „alltäglichen Rassismus“ aufmerksam machen, wie es Kreisverband-Geschäftsführer Michael Mommer erklärte, sondern auch aufgrund der Ergebnisse der Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen am vorvergangenen Wochenende Stellung beziehen zu Toleranz und „Farbe bekennen“.

Bild fürs neue Büro

Passanten durften sich nicht nur an den Backwaren bedienen, sondern sich auch mit dem Pinsel auf einer Leinwand verewigen. Herzen, ein Regenbogen, die Worte Freiheit und Frieden flankierten letztlich den Leitspruch „Awo gegen Rassismus“. Baboua wusste direkt, was mit dem Gemälde passiert: „Ich werde es als Symbol in mein neues Büro hängen.“ Sie leitet mit Züleyha Lale die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) bei der Awo, die sie an diesem Tag auch beworben haben.

Baboua freute sich übrigens doppelt: Denn der für sie gelungene Aktionstag fiel auf den arabischen Muttertag.

Mit dem Slogan und der Leinwand alleine war es mit der Symbolik gegen Rassismus aber nicht getan: Mehrmals schnappten sich die Organisatorinnen Baboua und Medic und etliche vorbeikommende, ihnen bekannte Flüchtlinge einen CD-Spieler, um mit dem Lied „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten auf den Awo-Stand aufmerksam zu machen. Erfolgreich. „Die Leute haben mitgesungen“, sagte Medic.

Hans-Peter Göbbels, der Vorsitzende des Kreisverbandes, war angetan davon, dass der Ortsverband und vor allem die Flüchtlinge mit der Idee für diesen Stand kamen. Anlässlich der vergangenen Landtagswahlen sagte Göbbels weiter, dass Intoleranz und rechtspopulistische Tendenzen seiner Meinung nach in Eschweiler nicht so extrem seien. Göbbels lobte unterdessen die Bürgerschaft: „Die Hilfsbereitschaft ist noch groß, und ich hoffe, dass das nicht umschlägt.“

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